
Das ist wieder einmal ein Vorhaben, daß jedweden Sachverstand der Materie vermissen läßt. Kraftwerke und Netze, jedenfalls das Verbundnetz auf der 400.000-Volt- Spannungsebene, bilden eine technische Einheit. Von der Planung bis zum Betrieb ist diese Einheit für eine sichere Stromversorgung unerläßlich. Das gilt nicht für Deutschland allein, sondern darüber hinaus für große Teile Europas. Denn die Verbundunternehmen Westeuropas praktizieren im Rahmen der UCPTE diese Zusammenarbeit geräuschlos und effizient seit rund 50 Jahren; Politiker, die jetzt eine neue Spielwiese entdeckt haben, könnten sich daran ein Beispiel nehmen. Wer den Verbundunternehmen die Verfügung über ihre Netze entzieht, macht sich der vorsätzlichen Gefährdung der Stromversorgung schuldig.
Merkwürdigerweise kaprizieren sich die EU-Bürokraten auf Deutschland, wo auch auf der Verbundebene mehrere leistungsstarke private Unternehmen tätig sind. Die Staatsmonopolisten in Frankreich und Italien scheinen ihnen weniger interessant. Drehen vielleicht deutsche Bürokraten in Brüssel an der Schraube, um mit EU-Rückenwind sozialistische Eingriffe in die deutsche Energieversorgung zu befördern?
Ernst-Markfried Kraatz