Wenn wir eine Deckung herstellen: Erwachsen ist nur derjenige 18-Jährige, der für seinen Unterhalt selbst sorgt, dann finden wird die eigentliche Wahrheit.Gerade die Eltern sind in die Pflicht zu nehmen. Das war seit Urzeiten so...
Ich weiß durch meine Familie dort, dass in den Niederlanden auch das Schulsystem um Klassen besser ist als in Deutschland.
In Deutschland stellt man bis 25 eine Bedarfsgemeinschaft mit seinen Eltern dar, also bekommt man eigentlich auch erst ab 25 in Deutschland Sozialhilfe bzw. ALG II. Vorher ist das Glückssache. Da aber die niederländische Regelung offenbar beinhaltet, dass ein Job oder eine Ausbildung angeboten werden muss, finde ich diese Regelung wesentlich besser als die deutsche. In Deutschland läuft es so ab, "Ihr Vater/Mutter muss den Antrag für Sie auf ALG II stellen", im Endeffekt ist man bis 25 entmündigt, obwohl man mit 18 "Erwachsen ist" und wenn diese Bedarfsgemeinschaft dann keinen ALG II Anspruch hat, sinkt die Jugendarbeitslosigkeit und man erhält sich so den Mythos vom Jugendwahn. Bin selbst betroffen, ich weiß also wovon ich rede. Die niederländische Regelung ist zwar auch diskriminierend aber besser als die deutsche. Der deutsche Staat und die deutsche Gesellschaft entziehen sich der Aufgabe Jüngere zu fördern. Zu erwähnen ist noch, dass die niederländische Jugendarbeitslosigkeit deutlich niedriger als die deutsche ist: 5,2 zu 10,6 laut EUROSTAT.
So positiv diese Entscheidung zu bewerten ist: In den Niederlanden sind eben nur 29.000 junge Erwachsene ohne Kinder in der Sozialhilfe und es gibt genug gutbezahlte Jobs bei einem Mindestlohn von 8 Euro 40, außerdem billige Sozialwohnungen.
Den 440.000 alleinstehenden jungen Müttern in Deutschland hilft der Entzug der Sozialhilfe allerdings gar nichts - und deren Gemeinden auch nicht. In weiten Teilen Deutschlands, insbesondere in Ostdeutschland, gibt es keine Jobs.
Auf die Idee, Jobs statt Sozialhilfe zu schaffen, ist aber in Deutschland noch niemand gekommen. Das gilt als Kommunismus.
Eine Idee, die die Eigenverantwortung des einzelnen stärkt. Dann kann man nicht mehr nach abgebrochener Hauptschule bei Mama ausziehen, weil der Staat ja die Wohnung finanziert.
Menschen, die für sich selbst aufkommen entwickeln in der Regel ein positiveres Lebensgefühl und sind auch eher bereit Verantwortung zu übernehmen. Sprüche wie: Nach der Schule mach ich HarztIV dürfen nicht länger akzeptiert werden. Das Erwachsenwerden kann man nicht endlos hinauszögern. Und einige müssen sicher erstmal unsanft auf den Hintern fallen, ehe sie bereit sind sich anzustrengen.
entstehen meistens dadurch, dass jemand schon als junger Mensch lernt,
dass er/sie sich um nichts kümmern muss, da sowieso alles gratis vom Staat
geliefert wird.
Warum sollte man auch arbeiten gehen, wenn z.B. ein Briefträger oder eine
Verkäuferin im anstrengenden Schichtdienst am Monatsende letztlich netto
kaum mehr Geld auf dem Konto haben als ein Dauersozialhilfeempfänger ?
An die alleinstehende Mutter als ewige Bedürftige haben sich allerdings auch
unsere niederländischen Nachbarn noch nicht herangetraut. Zwar ist der Staat
in der Pflicht für ihre Kinder, damit sie angemessen aufwachsen und faire Chancen im Leben haben. Sofern es sich bei den Kindern aber nicht mehr um Babys handelt,
die rund um die Uhr betreut werden müssen und dadurch die Berufstätigkeit ihrer
Mutter logischerweise stark einschränken, sehe ich nicht ein, woraus sich hier
ein Anspruch auf staatliche Alimentierung ergibt. Immerhin beginnen typische
Sozialhilfekarrieren oft gerade so: mit 15 Schule abgebrochen, mit 20 zum 3. Mal
schwanger, stets nach dem Motto "der Staat zahlt sowieso" und kein Anreiz,
auch nur zu versuchen, für den eigenen Lebensunterhalt aufzukommen.
Mit den niederländischen Regelungen wird die Eigenverantwortung der jungen Menschen im möglichen Rahmen gefordert und letztlich auch gestärkt. Die Folge wird sein, dass der Anteil derjenigen jungen Menschen zunimmt, die sich mit dem Staat identifizieren und insbesondere den sozialen Staat durch ihre Arbeit bzw. die Steuern erst ermöglichen.
Wenn man sich in Deutschland diesem einfachen niederländischen Gedanken anschließen könnte, wäre schon viel gewonnen.
Ist doch wirklich zu blöd, dass ausgerechnet am Jahresausklang die Sozialdemokraten in den Niederlanden mit ihrer "unsozialen" Ader die unselige Mindestlohn-Gleichmach-Gerechtigkeits-Umverteilungsdebatte der SPD mit subversiver Unterstützung der Linken hier in Deutschland bereichern.
Es wird wohl ein frommer Wunsch bleiben, dass auch in diesem Land endlich wieder "Hirn" vom Himmel regnet!
Chapeau, da können wir uns wohl etwas abschneiden. Ich habe bis heute nicht begriffen, warum Sozialhilfebezieher für Tätigkeiten z.B. in der einfachen Pflege, der Reinhaltung von öffentl. Flächen und Gebäuden usw. nicht eingesetzt werden können. Ein vorgegebener strukturierter und regelmäßiger Tagesablauf mit erlebten Erfolgen und auch Sanktionen ist für einige eine heilsame, neue Lebenserfahrung und für andere Motivation zur selbständigen Stellensuche.
An den Niederlanden können wir uns einige Scheiben abschneiden. Die haben die Rentenversicherung wesentlich besser im Griff, die Krankenversicherung wurde vor 2 Jahren komplett privatisiert, nachdem das zentralistische Hausarztsystem gescheitert war. Das wird bei uns jetzt eingeführt und ab 2009 gibt es dazu noch die Einheitskrankenkasse. Und jetzt geht es knackig an die Sozialhilfeempfänger. Soviel Mut zur Zukunft hätte ich in Deutschland auch gerne. Aber nachdem sich die SPD auf ihrem letzten Bundesparteitag von sozialdemokratisch in die Paretei des demokratischen Sozialismusses selbst umbennant hat sehe ich da leider keine Chance mehr.
„Jugendliche, die geistig und körperlich gesund sind, gehören nicht in die Sozialhilfe“, sagte der sozialdemokratische Politiker Aboutaleb.
Ich finde das mutig und fortschrittlich. Das wäre in Deutschland von den sogenannten Volksparteien, den Ochlokraten, die mit einem Eifer die Zukunft mit Blick auf Wählerstimmen und eigene Versorgung heute verkaufen, nicht zu erwarten. Sozialhilfe ist selbstverständlicher Standard. Mindestlöhne sind die Finanzierung verkappter Arbeitslosigkeit durch jeden einzelnen Konsumenten bei Vermeidung des Einsatzes von Steuermitteln und Volksverdummung par excellence.
Eine Eigenverantwortung braucht in Deutschland doch nicht wahrgenommen zu werden; notfalls richtet es das Monstrum Staat.
Dr. Rainald Maaß, Heidelberg