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Home > Politik >, 13. Nov. 2009

Afghanistan-Einsatz
Guttenberg schickt Verstärkung

Angesichts der verschärften Sicherheitslage im nordafghanischen Kundus verstärkt der neue Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) die dortigen Eingreifkräfte der Bundeswehr. Bei seinem ersten Truppenbesuch in Kundus sagte Guttenberg am Freitag, Mitte Januar solle eine zusätzliche Einsatzkompanie mit 120 Soldaten ankommen. Die Truppen verstärken die dort bereits stationierten 450 Eingreifkräfte - also jene Soldaten, die sich im Ernstfall Gefechte mit den Taliban liefern.

Guttenberg sagte vor seiner Rückreise nach Berlin: „Hier ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen.” Derzeit sind im Wiederaufbauteam in Kundus etwa 1100 Soldaten stationiert, davon 1000 Deutsche und 100 Belgier. In Kabul ereignete sich nach der Abreise des deutschen Verteidigungsministers ein Selbstmordanschlag. Dabei wurden nach Angaben der Internationalen Schutztruppe Isaf Soldaten, zivile Mitarbeiter der Truppen und afghanische Zivilisten verletzt.

„Lippenbekenntnisse genügen nicht”

Guttenberg war am Freitagmorgen zu einem aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich angekündigten Besuch in Kundus eingetroffen. Der Minister wollte sich ein Bild von der Lage in der Region machen, wo am 4. September auf Befehl eines deutschen Obersts zwei von den Taliban gekaperte Tanklastwagen bombardiert wurden. Dabei kamen nach Angaben der Nato bis zu 142 Menschen ums Leben, darunter Aufständische, aber auch Zivilisten.

Es war Gutenbergs erster Besuch in Afghanistan. Kundus war die letzte Station vor seiner Rückkehr nach Berlin, wo er am Freitagabend erwartet wurde. Am Donnerstagabend hatte Guttenberg in einer Rede vor mehreren hundert Soldaten im Bundeswehr-Feldlager im nordafghanischen Mazar-i-Sharif gesagt: „Afghanistan wird uns sicher noch eine Weile fordern.” Der Einsatz müsse in „absehbarer Zeit auch einmal verzichtbar sein”. Dann müsse Afghanistan aber selbst für seine Sicherheit sorgen können. Die Bundesregierung werde dem afghanischen Präsidenten Hamid Karzai deutlich machen, „dass uns Lippenbekenntnisse nicht genügen”. Damit schloss sich Guttenberg den Kritikern Karzais an. (Siehe auch: )

Zugleich machte der Minister deutlich, dass er eine Bundeswehr bevorzugt, deren Soldaten auf Gefühl achten. Im Soldatenberuf gehe es eben nicht nur darum, „kühl dem Soldatentum als solches nachzugehen”. Emotionen spielten eine wesentliche Rolle. Für ihn selbst sei sein neues Amt ein „Herzensanliegen”.

AP


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