Zu Obamas Rede soll es symbolträchtige Bilder geben

Merkel empfängt ihn im Kanzleramt

Obama spricht vor Siegessäule

Der designierte Präsidentschaftskandidat der amerikanischen Demokraten wird nun wohl an der Siegessäule seine geplante öffentliche Rede halten. Das Brandenburger Tor bliebe damit in Sichtweite für symbolträchtige Bilder. Indes will Angela Merkel den Senator aus Illinois im Kanzleramt empfangen.

Lesermeinungen zum Beitrag

19. Juli 2008 13:56

Obamas unerträgliche Hybris - McCain als solide Alternative

joachim bovier (jbovier)

Erstaunlich was gutes Marketing vermag. Über solches verfügt der Mr. Obama zweifelsfrei. Seine Berater haben für ihn nun so ziemlich jedes auffindbare Label ausgegraben, ihren messianischem Helden, als Inkarnation Kennedys, Roosevelts, Lincolns und Martin Luther Kings gleichzeitig erscheinen zu lassen. Dieser hehere Anspruch kollidiert irgendwie mit dem Stile lautsprecherischer Waschmittelwerbung, in dem er vorgetragen wird: der farbige Senator geriert sich sozusagen als Protagonist des „weissesten Reins“ und hat damit selbst die amerikanische „Tante Clementine“, Hillary Clinton aus dem Feld geschlagen. Wer so sehr von sich selbst überzeugt ist, der sucht sei Heil gegen sinkende Umfragewerte in den ganz großen symbolischen Bildern, will den Wähler mit einer polyglotten Medienshow im Stile der „Drei-Wetter-Taft-Werbung“ besoffen reden. Auf Inhalte kommt es Obama nicht an, da ist der Herr erstaunlich flexibel, es sind allein die Fernsehbilder, die zählen. Könnte gut sein, dass der ein oder andere Nachdenklichere angewidert von den inhaltsleeren, hohlen Phrasen auch nach Inhalten fragt – da ist McCain eine grundsolide Alternative, bei ihm weiss man nämlich wen und was man hat - darum ist noch lange nicht ausgemacht wer gewinnt!

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19. Juli 2008 13:22

Kein Staatsbesuch

Josef Bujtor (Mramorak)

Es stimmt, Herr obama ist hier eine Privatperson. Er ist noch nichteinmal offizieller Kanditat. Darüber entscheidet in kürze der Parteitag der Demokraten. Es gibt natürlich, Schrödernahe, Politiker in unserem Lande, die ihn gerne für ihren Wahjlkampf einspannen wollen. Denn der ist eindeutig der amerikanische Schröder, hundertprozentiges Dupplikat. Aber seine Auftritte in Paris und Berlin werden ihm daheim nichts einbringen - selbst wenn ganz Berlin und Paris vor ihm in die Kniee gehen.

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18. Juli 2008 21:27

Herr Thomas Schmidt,

Rolf Joachim Siegen (rolfS2)

seit wann kommt es fuer die Ausuebung des Grundrechts auf Demonstration darauf an, wer oder was derjenige ist, der es ausueben will? Der Senator hat den Deutschen eine Menge zu sagen. Die deutschen Freunde Amerikas haben umgekehrt ihm und den Amerikanern mitzuteilen, dass die dunklen Tage aus der unseligen Era Bush - hoffentlich - der Vergangenheit angehoeren. Wer gegen Bush war, war beileibe nicht gegen Amerika an sich - im Gegenteil. Der Fortbestand des 'American Dream' musste gegen eine zwielichtige Figur geschuetzt werden. Ein Segen ist, dass Kanzlerin Merkel wenigstens den Takt hat, die Veranstaltung nicht mit ihrer Anwesenheit zu behelligen. Amerikanischen Temperament hat die Kleinbuergerin nichts entgegenzuetzen.

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18. Juli 2008 20:06

Dieser Hype um den Mann macht mir Angst!

Michael Arndt (Mikel1962)

Man könnte meinen, Jesus wäre wieder auferstanden. Es ist doch völlig wurscht, wo er nun redet. Obama ist auf Wahlkampftour, sonst nichts!!!

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18. Juli 2008 18:09

Obama legt vor, McCain kann ihn aber noch toppen ...

Inanc Bardakcioglu (HurraTuerkiye)

Das Wahlkampfteam von McCain hat ebenfalls einen bedeutenden ausländischen Ort für eine Rede ausfindig gemacht: McCain wird mit aufgesetzter Kippa eine Rede vor der Al Aqsa Moschee in Jerusalem halten. Der Imam der Moschee hierzu: "Ich finde das fantastisch, es ist eine große Ehre. Selbstverständlich darf er hier seine Rede halten. Wir sind ja nicht Frau Merkel und mischen uns nicht in den Wahlkampf eines anderen Landes mit ein."

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18. Juli 2008 17:53

1989 durfte jeder wichtige amerikanische Politiker

Inanc Bardakcioglu (HurraTuerkiye)

so ziemlich überall in (West-)Berlin auftreten. Da erlauben die Amis Deutschland die Wiedervereinigung und promt werden sie wegen eines kollektiven Größenwahns des Gastgebers aus dem Haus herausgeschmissen. Das haben sie nun davon. Wäre ich ein Amerikaner, würde ich auf der Stelle das Spritgeld für die Luftbrücke und Schokoriegel zurückverlangen. Mit Zinsen.

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18. Juli 2008 16:24

Das sollte Merkel nachdenklich stimmen

Konstantin Schneider (bundesboy)

Wenn Obama wirklich am Grossen Stern sprechen wird, dann kann man nur sagen, Hut ab vor einem solch souveränen Kompromiss seitens seiner Berater. Gut möglich, dass sein Auftritt hier sogar noch viel mehr Wirkung erzielt, als am Brandenburger Tor, denn die Luftbilder von der Siegessäule mit den Menschenmassen drumherum sind durch die LOVE-Parade schliesslich auch schon in die ganze Welt gesendet worden und machen viel her. Die Kanzlerin hat sich also keine besonders gute Ausgangssituation geschaffen, sollte sie insgeheim doch Unterstützung für die Republikaner im Sinn gehabt haben. Etwas nachdenklich sollte sie das schon stimmen.

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18. Juli 2008 16:18

Großes Kino!

Thomas Schmidt (ice007)

Nun macht mal langsam Leute! Der Mann ist noch kein Präsident! Vielleicht sollte jemand den Herrschaften in Berlin einmal den Unterschied zwischen einem Präsidenten und einem Präsidentschaftskandidaten erklären?!! Wenns nicht so peinlich wäre könnte man sich wirklich amüsieren, wie sich Berlins Who is Who beinahe überschlägt im medienwirksamen Händeschütteln und sich von Obama´s Wahlkampf-Clique artig vorführen und für dessen Kampagne einspannen lässt. Hallo Berlin? Können sie mich hören? Das ist kein Staatsbesuch! Der Mann ist nur auf campaign trail!

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18. Juli 2008 15:47

Geschichtsträchtig

Joerg Seibert (joerg51)

Eigentlich hielt ich diesen Kandidaten ja für sehr lange relativ glaubwürdig. Allerdings verstehe ich nicht, warum der sich gerade Deutschland und Berlin als Wahlkampfort aussucht, um seine schwache aussenpolitische Kompetenz zu verbessern. Wann auch immmer, für wen auch immer diese Kulisse interessant war. Vielleicht kennt in den USA eine alte Minderheit das ein oder andere "Symbol". Aber sonst, nicht anders als hierzulande, eigentlich keiner. Wozu auch. Also wem sollen Säulen und Tore im Bildhintergrund irgendetwas bringen? Und ehrlich gesagt, auf die Geschichte dieser Stadt lässt sich ganz leicht und gerne verzichten. Also, was soll der Witz Mr. Obama? Der eiserne Vorhang, der übringens die halbe Rebublik durchschnitt und nicht dur diese Stadt, ist weg. Der kalte Krieg vorerst abgesagt, also brauchen keine Menschen dieser Welt mehr auf diese Stadt schauen und keiner muss mehr heucheln, dass er Berliner sei ... Es sein denn, er ist mit Marmelade gefüllt.

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18. Juli 2008 13:23

Symbolträchtige Hintergründe

Gerhard Dünnhaupt (dunnhaupt)

Im Gegensatz zu seinem Opponenten McCain hat Obama einen akuten Sinn für die Bedeutung eines TV-gerechten Backgrounds. Schon vor zwei Jahren begann er mit der ersten Verkündigung seiner Kandidatur genau wie einst Abraham Lincoln auf den Stufen des State House in Springfield, Illinois. In Berlin war die Wahl sicher relativ einfach, denn so gut wie jeder Platz in dieser Stadt ist irgendwie geschichtsträchtig. Da er mit einem riesigen Begleiterstab der Medien anreist, darf er sowieso mit jeder Menge Hintergrundaufnahmen aus der gesamten Stadt rechnen. Die Auswahl der Siegessäule war also im wesentlichen eine Platzfrage.

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