13. März 2008 Hillary Clintons Finanzexpertin Geraldine Ferraro ist nach ihren umstrittenen Äußerungen über Clintons Konkurrenten Barack Obama nun doch zurückgetreten. Ein Sprecher des Wahlkampfteams der New Yorker Senatorin gab den Schritt Ferraros am Mittwochabend bekannt, ohne zunächst Details zu nennen. In einem vom Fernsehsender CNN veröffentlichten Brief schrieb Ferraro an Clinton: Obamas Lager greift mich an, um Sie zu schädigen. Das werde ich nicht zulassen.
Frau Ferraro hatte in einem Interview gesagt, der Afroamerikaner Obama profitiere im Wahlkampf von seiner Hautfarbe. Wenn Obama ein weißer Mann wäre, wäre er nicht in dieser Position, wurde sie zitiert.
Obama: Lächerlich und verquer
Obama hatte diese Äußerung als lächerlich und verquer bezeichnet und gesagt, Frau Ferraro wolle einen Keil durch Amerika treiben. Die Vorstellung, dass es im Wahlkampf ein Vorteil sei, ein Afroamerikaner namens Barack Obama zu sein, wird von der Öffentlichkeit nicht geteilt.
Hillary Clinton hatte die Aussagen Ferraros bedauerlich genannt, den von Obama geforderten Rücktritt der Finanzexpertin aber zunächst abgelehnt. Frau Ferraro hatte 1984 an der Seite des demokratischen Spitzenkandidaten Walter Mondale als erste Frau für die Vizepräsidentschaft kandidiert; die Präsidentenwahl gewann dann jedoch Ronald Reagan.
Erst Tage zuvor war auch die außenpolitische Beraterin Obamas Samantha Power zurückgetreten. Die bekannte Harvard-Professorin und Pulitzer-Preisträgerin hatte Frau Clinton ein Monster genannt und sich später für diese Bemerkung entschuldigt. (Siehe auch: Obamas Beraterin vergreift sich im Ton - und geht)
Der Zweikampf um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten wird mit zunehmender Härte geführt. Am Dienstag hatte Obama mit seinem Sieg bei der Vorwahl im Bundesstaat Mississippi seinen Vorsprung gegenüber Clinton ausgeweitet. Clinton weiß jedoch eine Mehrheit der ungebundenen Superdelegierten hinter sich. Die nächste Vorwahl findet erst am 22. April in Pennsylvania statt.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa
