Sieg in Pennsylvania

Clinton bleibt im Rennen

23. April 2008 Die Demokratin Hillary Clinton hat im Duell mit Barack Obama den dringend benötigten Sieg bei der Vorwahl in Pennsylvania errungen. Das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten bleibt damit offen. Nach Auszählung fast aller am Dienstag abgegebenen Stimmen kam sie auf 55 Prozent und lag damit zehn Punkte vor Obama. Ein knapperes Ergebnis hätte den Druck auf Clinton erhöht, ihre Bewerbung zurückzuziehen.

Ob die New Yorker Senatorin das Blatt noch zu ihren Gunsten wenden kann, ist allerdings fraglich. Denn landesweit liegt Obama nach mehr als 40 Vorwahlen bei den Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag im Sommer immer noch in Führung, und der Abstand verringerte sich nur geringfügig. Nach einer Zählung des Fernsehsenders CNN kommt Clinton nun auf 1556 Stimmen, Obama liegt bei 1694.

Beide reklamieren den Erfolg

„Das Blatt wendet sich“, stellte Frau Clinton gleichwohl nach der Wahl fest. „Ein paar Leute hatten mich schon abgeschrieben und gesagt, ich solle aufgeben. Aber das amerikanische Volk gibt nicht auf, und es verdient einen Präsidenten, der auch nicht aufgibt“, rief sie einer jubelnden Menge in Philadelphia zu. Obamas Siegeswille sei nun gebrochen.

Der Senator aus Illinois gratulierte Clinton zu ihrem „großartigen Wahlkampf“, wertete den Ausgang der Wahl in Pennsylvania, wo er einst in Umfragen 20 Prozentpunkte hinter der früheren First Lady lag, aber ebenfalls als Erfolg für sich. „Viele Leute glaubten nicht, dass wir das (die Vorwahl in Pennsylvania) zu einem knappen Rennen machen könnten, als wir anfingen“, sagte er auf einer Wahlkampfveranstaltung in Indiana. „Sechs Wochen später haben wir die Lücke geschlossen.“

Obama: Clinton will Wahlen mit Terrorismus „aufmischen“

Frau Clinton warf er vor, die Angst vor Terroristen zum Stimmenfang zu benutzen. „Wir können Angst als Taktik benutzen und die Bedrohung des Terrorismus, um die Wahlen aufzumischen“, sagte Obama. Clinton hatte zuletzt Themen der nationalen Sicherheit in den Vordergrund gerückt. Am Montag ließ sie einen Fernsehwerbespot ausstrahlen, in dem unter anderem Bilder von Terroristenführer Usama bin Ladin und vom
Angriff der japanischen Luftwaffe auf Pearl Harbor zu sehen waren.

Laut Analysen amerikanischer Fernsehsender erhielt Clinton wie erwartet einen besonders hohen Zuspruch bei Arbeitern, älteren Wählern und Frauen. Obama schnitt erwartungsgemäß bei Schwarzen und bei jungen Wählern besser ab.

Clinton braucht dringend Geld

Clintons Kampagne geriet in den vergangenen Wochen in ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten. Auch bei ihrer Siegesrede am Dienstag rief sie ihre Anhänger zu Spenden auf: „Die Zukunft dieser Kampagne liegt in Ihren Händen.“ Das Geld wird unter anderem für teure Fernsehwerbespots benötigt, die auch in Pennsylvania eine wichtige Rolle spielten. Die nächsten Vorwahlen finden am 6. Mai in Indiana und North Carolina statt. Insgesamt wird bis Juni noch in neun Staaten gewählt.

Bei den Republikanern ist das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur derweil längst gelaufen. Hier steht Senator John McCain aus Arizona als Kandidat für die Präsidentenwahl Anfang November fest. George W. Bush darf nach zwei Amtszeiten nicht wieder antreten.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AFP, REUTERS

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