Bewegung in einem UN-Flüchtlingslager außerhalb vor Tiflis, Stillstand im Weltsicherheitsrat

Georgien-Konflikt im Sicherheitsrat

Dem Westen fehlen Zeichen des Abzugs

Der UN-Sicherheitsrat ist abermals ohne Einigung im Georgien-Konflikt auseinandergegangen. Russland will seinen Resolutionsentwurf jetzt im Alleingang zur Abstimmung stellen. Dem Westen fehlt die Erwähnung der territorialen Integrität Georgiens - und ein Zeichen, dass Russland seine Truppen tatsächlich zurückzieht.

Lesermeinungen zum Beitrag

25. August 2008 18:21

Wer ist bitte "der Westen"

Benedikt Gresser (Benediktus)

Dass es da ganz feine Unterschiede in der Interessenlage gibt zwischen denen, die mit den Raketen im Land als Angriffsziel dienen und denen, die aus sicherer Entfernung den Auslöser bedienen, ist das schon jemand aufgefallen. Für Amerika zählt wohl jeder Bündnispartner zur "Manöveriermasse" und unsere Regierenden scheinen darauf noch stolz zu sein. Die Russen können nicht beeindruckt sein von so viel Übermut.

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24. August 2008 13:20

@ H. Garbe mit ihrer Einschätzung

thomas schulz (peanutbutter)

"Hier kämpfen zwei Großmächte um ihren Einfluss und ausschließlich um ihre Interessen. Weder die USA noch Rußland interessieren sich für Europa aus Gründen der moralischen Werte." haben Sie den Kern der Problematik getroffen. Dem kann ich ohne wenn und aber zustimmen. Keiner, weder Rußland, noch die USA oder bald auch China, kann and will es sich leisten, ihre nationalen Interessen einem moralischen und/oder humanistischem Imperativ unterzuordnen. Sowas nennt man Realpolitik von Großmächten, hat sich in Jahrtausenden entwickelt und wurde ständig verfeinert. Diesmal kritisiere ich den Kreml, ich habe mich ebendso deutlich und kritisch zum Kosovo und der Invasion des Iraks durch die USA geäußert. Was mich persönlich stört, ist jeweils die Behauptung, es gehe um Schutz von Zivilisten gegen militärische Übergriffe, Demokratie, Menschenrechte, der Beseitigung einer Gefahr für den Weltfrieden, etc. Wer glaubt denn noch an den Wheinachtsmann ?

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24. August 2008 11:36

...

Frank Garbe (Frank_Garbe)

Die Erklärung Saakashvili hat die Situation falsch eingeschätzt und Rußland hat einfach seine Verbündeteten verteidigt, wäre natürlich zu einfach. Und wer eine Stadt mit Artillerie und ungelenkten Raketen beschießt, ist ein Aggressor. Dieser Angriff der georgischen Armee war sorgfälltig vorbereitet und geplant, sonst hätte man die südossetischen Verteidigungslinien nicht durchbrechen können. Nur glaubte die georgische Führung wohl nicht, daß Rußland seine Bündniszusagen einhält. Wie man sieht, war dies eine eklatante Fehleinschätzung. Aber liebe Rußlandhasser, bejubelt lieber weiter die Kriegsverbrechen der USA und macht die Augen vor der Realität zu. Hier kämpfen zwei Großmächte um ihren Einfluss und ausschließlich um ihre Interessen. Weder die USA noch Rußland interessieren sich für Europa aus Gründen der moralischen Werte.

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23. August 2008 22:47

@ H. Gareb: Schon mal was von der Emser Depeche gehört ?

thomas schulz (peanutbutter)

Bismark brauchte 1870 einen Krieg, um aus den deutschen Kleinstaaten das Deutsche Reich zu formen. Durch Verfälschung einer diplomatischen Note brachte er die Franzosen dazu, den Habsburgern den Krieg zu erklären, die prompt in eine sorgfältig aufgestellte, militärische Falle liefen und den Krieg verloren. Weder die Habsburger noch Napoleon III. wollten einen Krieg, aber Bismark hat sie alle ausgetrickst. Machtpolitik ist viel komplizierter und hinterhältiger, als die meisten Zeitgenossen wahrhaben wollen. Ein Angreifer ist nicht immer der Aggressor.

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23. August 2008 14:41

Könnte es sein...

Frank Garbe (Frank_Garbe)

...daß US-Strategen Europa zum Krisengebiet machen wollen? Es ist doch schon merkwürdig, eigentlich galt immer ein Konses: Wer angreift, ist der Aggressor. Auf einmal dreht die NATO dieses um. Und anstatts mit Rußland gemeinsam die Spannung abzubauen, nutzen Rice und Bush die derzeitige Lage eklatant aus um sie noch zu Verschärfung. Und wir Europäer sind so dumm und spielen dort mit.

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22. August 2008 23:41

Könnte es sein, daß das russischem Militär gegen den Abzug intigriert ?

thomas schulz (peanutbutter)

Schon die Presseerklärung des russischen Generalstabschefs, Polen wäre nach der Ratifizierung des Vertrages mit den USA zur Stationierung von Abwehrraketen erstes Ziel eines russischen Angriffs machte mich hellhörig. Ist er nur das Sprachrohr Putins oder sind da Tendenzen einer Verselbstständigung des Militärs erkennbar ?

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22. August 2008 08:54

Wenn zwei das Gleiche tun ..

Peter Szameitat (MAKSAS)

.. ist es laengst nicht Dasselbe. Dies wird nun ueberdeutlich von der USA, NATO und EU-Aussenpolitik der Welt gezeigt. Der Kosovo, eine Region Serbiens, der nie in seiner Geschichte ein eigener Staat war, bekam auf Druck der USA die staatliche Selbststaendigkeit, um Serbien, die gute Anbindungen nach RU haben, politisch zu demuetigen, indirekt aber auch RU. Nun wollen zwei Regionen zwische RU und Georgien, die sich schon vor mehr als zwoelf Jahren zu ihrer staatlichen Selbststaendigkeit durch Referenden bekannt haben, die dies auch mit Hilfe RU's tun wollen; ein striktes NEIN des WESTENS ist die Antwort. Warum? Weil dadurch dem Westen ein Spiegel vorgehalten wird. Die USA will sich aber auch nicht ihr militaerisches Vordringen, "FULL SPECTRUM DOMINANCE", gegen RU und Asien einengen lassen. Die Erweiterung der NATO im Vergleich zum damaligen Westdeutschland in Verbindung zu bringen, soll nun die gesamte deutsche Republik veranlassen, diese Einkreisung mitzutragen, um spaeter, wenn noetig, sagen zu koennen: "Aber die haben das auch so gewollt". D und die EU haben eine Verantwortung nicht nur fuer Europa, sondern auch fuer EURASIEN. Also DIALOG - nicht Konfrontation, was wieder zum KALTEN KRIEG fuehren kann. MAKSAS

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22. August 2008 08:19

Die Forderung nach territorialen Integrität Georgiens...

Sergej Schulz (Russlanddeutscher)

... ist nur dann tragfähig, wenn dieselbe territoriale Integrität auch Serbien im Falle Kosovos zugesprochen wird. Mit der hastigen Anerkennung Kosovos hat der Westen einen Präzedenzfall geschaffen, der für Georgien nun fatal sein kann und wohl wird. Nun ahne ich schon Kommentare kommen, die behaupten werden, dass das Kosovoproblem ein anderes sei. Meine Frage an solche Kommentatoren wäre dann: wie anders?

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22. August 2008 08:18

Georgien in die Nato - die Deutschen sagen, Nein Danke

Carl Proudfoot (proudfoot)

Gerade wurde eine Umfrage von Infratest-Dimap (ARD) veröffentlicht. Daraus ergibt sich, daß 58 % der deutschen Bevölkerung gegen eine Aufnahme Georgiens in die Nato sind. Und dies unter einer permanenten "Berieselung" mit einer "Pro-Nato-Propaganda" in den wohl weitgehend gleichgeschalteten Medien hier in Deutschland. Rußland hat sich - nach dem vermutlich versuchten Genozid an dem kleinen Volke der Süd-Osseten durch Georgien - durchaus angemessen verhalten. Es sollte jedermann klar sein, daß hier von Seiten Rußlands umfangeiche Sicherungsmassnahmen zu treffen sind. Dies dauert nun mal seine Zeit.

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