19. Januar 2008 Der frühere Gouverneur Mitt Romney hat am Samstag im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der amerikanischen Republikaner die Wählerversammlungen der Partei im Staat Nevada gewonnen. Er sicherte sich damit nach Michigan und Wyoming seinen Sieg dritten Sieg im Vorwahlmarathon.
Romney und seine Konkurrenten, John McCain und Mike Huckabee hatten zuvor je in einem Bundesland gewinnen können. Romney ist der erste Kandidat, der nun zwei Siege vorzuweisen hat.
Einziger Republikaner, der in Nevada Wahlkampf machte
Romney war der einzige republikanische Präsidentschaftsanwärter, der in Nevada Wahlkampf machte. Die übrigen republikanischen Präsidentschaftsanwärter konzentrierten sich auf den Bundesstaat South Carolina, wo im Lager der Republikaner am Samstag ebenfalls Vorwahlen stattfanden.
Angesichts der Turbulenzen an den Aktienbörsen und zunehmender Rezessionsangst ist inzwischen die Wirtschaftspolitik ins Zentrum des Wahlkampfs gerückt (siehe dazu auch: Vereinigte Staaten: Rezessionsangst erreicht den Wahlkampf).
Bei den Demokraten kritisierte Hillary Clinton, bei den Republikanern John McCain das am Freitag von Präsident George W. Bush in Aussicht gestellte Wirtschaftspaket mit Steuererleichterungen von 145 Milliarden Dollar. Clinton warf dem Präsidenten vor, dass dabei Millionen von armen Amerikanern leer ausgingen. McCain forderte, dass die Steuererleichterungen nicht allen Haushalten, sondern vor allem Unternehmen zugute kommen sollten. Außerdem kritisierte McCain die hohen Staatsausgaben der Regierung seines Parteifreundes Bush.
Obama stößt mit positiven Äußerungen über Ära Reagan auf Kritik
Obama stieß mit positiven Äußerungen über die Regierungszeit von Ronald Reagan auf Kritik seiner Rivalen. Der Republikaner habe vor einem Vierteljahrhundert Amerika in einer Weise verändert, wie es der Demokrat Bill Clinton nicht getan habe, sagte Obama in einem Zeitungsinterview. Die Republikaner seien damals die Partei der neuen Ideen gewesen.
Clinton sagte, sie könne diese Einschätzung der jüngeren Vergangenheit nicht teilen. Es sei kaum eine gute Idee gewesen, die Altersversorgung zu privatisieren, den Mindestlohn abzuschaffen, die Gesundheitsleistungen zu kürzen und den Staat in die Verschuldung zu treiben. Der bislang drittplatzierte Bewerber John Edwards stellte nach Obamas Äußerungen dessen Positionen in der Arbeits- und Sozialpolitik in Frage. Reagan habe die Gewerkschaften unterdrückt und das Steuersystem zugunsten der reichsten Amerikaner verändert.
Text: AP
Bildmaterial: REUTERS