Erste Pressekonferenz nach der Wahl

Obama befürwortet weiteres Konjunkturprogramm

Die erste Pressekonferenz nach der Wahl: Barack Obama

Die erste Pressekonferenz nach der Wahl: Barack Obama

08. November 2008 Der designierte amerikanische Präsident Barack Obama will unmittelbar nach seiner Amtsübernahme am 20. Januar den Kampf gegen die Folgen der Finanzkrise aufnehmen. Er werde die Herausforderungen dann „frontal“ angehen, sagte Obama am Freitag auf seiner ersten Pressekonferenz nach seiner Wahl zum Präsidenten. „Wir stehen vor der größten wirtschaftlichen Herausforderung unseres Lebens“, sagte der 47-Jährige.

Eine Lösung der Probleme werde nicht „schnell und leicht“ zu erreichen sein. Er befürwortete ein weiteres Konjunkturprogramm für die angeschlagene Wirtschaft Amerikas. Solch ein Paket sähe er „lieber früher als später“, sagte Obama nach Erörterungen mit seinen Wirtschaftsberatern in Chicago. Der künftige Präsident sprach sich zudem wie schon in seinem Wahlkampf für einen „Rettungsplan für die Mittelschicht“ aus. Auch müsse es eine Ausweitung der Arbeitslosenversicherung geben, sagte Obama.

„Der Wirtschaft geht es schlecht“

Zudem befürwortete er zusätzliche Hilfen für die krisengeschüttelte amerikanische Autoindustrie. „Das amerikanische Volk braucht Hilfe. Der Wirtschaft geht es schlecht“, sagte Obama, der erst am vergangenen Dienstag seinen historischen Wahlsieg errungen hatte. „Einige Schritte sind schon unternommen worden, und weitere Schritte in dieser Übergangszeit und in den folgenden Monaten werden notwendig sein“, betonte er. Einige der Entscheidungen dabei würden „schwierig“ werden. „Ich weiß aber, dass wir Erfolg haben werden, wenn wir Lagerdenken aufgeben und als eine Nation zusammenarbeiten.“

Personalentscheidungen „rasch, aber nicht überhastet“

Barack Obama unterstrich allerdings auch, dass er noch nicht Präsident sei und die Geschicke des Landes noch in Händen der gegenwärtigen Regierung liege. Er werde seine Personalentscheidungen „rasch, aber nicht überhastet“ treffen und danach unmittelbar bekanntgegeben. Z

unächst wurde besonders über den künftigen Finanzminister spekuliert. Als aussichtsreichste Kandidaten gelten unter anderem die beiden früheren Finanzminister Robert Rubin und Larry Summers. Beide waren Mitglieder der Regierung von Bill Clinton. Auch der Name des New Yorker Fed-Chefs Timothy Geithner kursiert. Unter den 17 Wirtschaftsberatern Obamas befinden sich zudem Spitzenmanager von amerikanischen Firmen wie Xerox, Time Warner, Google und der Hyatt Hotel-Gruppe. Warren Buffett nahm telefonisch an dem Treffen in Chicago teil.

Für die US- Wähler waren laut Umfragen die Wirtschaftsprobleme das wichtigste Thema bei ihrer Wahlentscheidung. Am Freitag veröffentlichte das Arbeitsministerium in Washington die jüngsten Arbeitslosenzahlen, denen zufolge die Quote im Oktober auf 6,5 Prozent gestiegen ist. Seit Jahresbeginn verloren die Vereinigten Staaten bereits rund 1,2 Millionen Jobs. Nach der Pressekonferenz am Freitag wollten sich Obama und seine Familie nach Informationen des amerikanischen Fernsehsenders ABC zu Hause in Chicago kurz von den Strapazen des Wahlkampfs und der Siegesfeiern erholen. Am Montag trifft er sich dann mit Präsident George W. Bush im Weißen Haus. Er hoffe dabei auf „substanzielle Gespräche“, sagte der Demokrat.

Text: FAZ.NET mit dpa
Bildmaterial: AFP, REUTERS

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