14. November 2008 Ein vertrauliches Treffen des gewählten Präsidenten Barack Obama mit der früheren First Lady Hillary Clinton in der Nacht zum Freitag in Chicago hat Spekulationen angeheizt, Obama könnte seiner Widersacherin aus den langen innerparteilichen Vorwahlen den Posten an der Spitze des State Departments angeboten haben.
Amerikanische Medien berichteten am Freitag unter Berufung auf Informationen aus der Umgebung Obamas wie Frau Clintons übereinstimmend, dass das Amt des Außenministers für die Senatorin aus New York wichtigster Gegenstand des Gesprächs gewesen sei. Frau Clinton hatte sich in jüngsten Äußerungen grundsätzlich bereit gezeigt, einen Schlüsselposten im künftigen Kabinett Obamas zu übernehmen. Das Treffen der beiden Senatoren sei auf Wunsch Obamas zustandegekommen.
Zusammenarbeit mit McCain geplant
Ob die beiden Senatoren bei ihrem Gespräch eine Einigung erreichten, blieb zunächst unklar. Nach ihrer knappen Niederlage in den innerparteilichen Vorwahlen war Frau Clinton vom Wahlkampfteam Obamas nicht als mögliche Kandidatin für das Vizepräsidentenamt erwogen worden, was das Verhältnis der beiden Senatoren weiter belastet hatte. Als weitere mögliche Kandidaten für das Amt des Außenministers gelten der Gouverneur von New Mexico und frühere UN-Botschafter und Energieminister Bill Richardson, der Senator aus Massachusetts und Präsidentschaftskandidat von 2004, John Kerry, der scheidende republikanische Senator Chuck Hagel (Nebraska) sowie dessen republikanischer Senatskollege aus Indiana, Richard Lugar.
Obama kündigte an, seinen Sitz im Senat am Sonntag niederzulegen. Über die Nachfolge Obamas für die verbleibenden zwei Jahre seiner Amtszeit entscheidet der Gouverneur von Illinois, Blagojevich. Am Montag will sich Obama mit dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten McCain treffen, um über mögliche Zusammenarbeit zu diskutieren. McCain gilt als Experte für Außen- und Verteidigungspolitik. Obamas Sprecherin sagte über das geplante Treffen, die beiden teilten die wichtige Überzeugung, dass die Amerikaner eine effektivere Regierung wünschen und verdienen, und sie werden Wege zur Zusammenarbeit erörtern.
Text: Reuters
Bildmaterial: AP