Sie sollen als Streitschlichter eingreifen und sind dabei selbst derart zerstritten, dass jeder der beiden Kandidaten am heutigen Tage buchstäblich genau 273 Superdelegierte auf seiner Seite hat. Die noch unentschiedenen etwas über zweihundert bilden nun das wenig beneidenswerte Zünglein an der Waage. Egal für wen sie sich entscheiden, die Gegenseite wird ihnen die Verantwortung für ihren Verlust anlasten, denn jeder Einzelne von ihnen muss seine Entscheidung öffentlich bekannt geben.
Weder Obama noch Clinton haben das Formet eine Weltmacht zu führen.. Alle Jahre wieder führen die Demokraten ihre Unfähigkeiten vor..
Die Demokraten leiden derzeit sicher unter den beinahe an Aberwitzigkeit grenzenden Kampf zwischen Clinton und Obama und McCain kann sich im Schutze dessen noch in Sicherheit wiegen. ABER, Obama (der "politische Laie") schlägt schon mal den richtigen Kurs ein. Anstatt auf seiner parteiinternen Gegnerin rumzutrampeln (im Gegenzug von Clinton dagegen mit ihm schon mal gerne praktiziert) wendet er sich gegen den "echten" Gegner: McCain. Dieser fällt im übrigen in jüngster Zeit wiederholt durch vollkommen unsinnige Aussagen auf, die beinahe schon an Peinlichkeit grenzen. Viel mehr übrigens, als Obama! Höchstens Clinton macht ihm da ab und an Konkurrenz. Es ist eine Frage der Zeit, bis das von den breiten Massen bemerkt wird und lange bleibt ihm die Deckung hinter der parteiinternen Auseinandersetzung der Demokraten jetzt auch nicht mehr gewährt. Es ist also durchaus fraglich, wie viele Kommentatoren hier auf die Idee kommen, McCain könnte einen leichten Sieg davon tragen - auch er wird sich beweisen müssen.
Die Demokratische Partei bleibt ihren fatalen Hang, in der Präsidentschaftswahl stets schwer zu vermittelnde, exotische Kandidaten zu bevorzugen, auch diesmal treu. Wie einst bei McGovern, Mondale oder Kerry sind die Hoffnungsträger zumeist Politiker, die dem Mainstream der US Öffentlichkeit nicht entsprechen. Diesmal wird der Wähler gleich zweimal überfordert: wer in den Weiten des Landes, wo die Wahl nun einmal entschieden wird, will denn wirklich eine Frau im mächtigen Präsidentenamt - und wenn, ausgerecht diese Hillary Clinton - fundalfeministisch, sozialistisch, opportunistisch? "Commander in Chief from Day One" eine Frau, die noch nicht eimmal den eigenen Gatten an die Kandarre zu nehmen versteht? Sie wird dem noch viel exotischeren Barack Obama parteiintern unterliegen: ein von Sachkenntnis ungetrübter Blender aus dem Umfeld eines antiamerikanischer Prediger und zweifelhafter Chicagoer Kreise, ein schwatzhafter, selbsternannter Heilsbringer, der sich hybride wahlweise gern mit Kennedy oder Roosevelt vergleicht. Nie und nimmer wird ein solcher "African American" gewählt werden. John McCain kann alledem gelassen zusehen und sich auf die kommende Präsidentschaft einstellen - die Republikaner haben einmal verdammt viel Glück.
Sowohl das US als auch das deutsche System sind nicht das gelbe vom Ei. 1. Obwohl die westlichen Siegermächte sich alle Mühe gegeben haben, der alten BRD ein politisches System zu geben, das die Schwächen der Weimarer Rebublik vermeidet, aber demokratisch genug ist, um ihren eigenen Ansprüchen einer Demokratie zu genügen, ist es ihnen nicht gelungen, die tief sitzenden Traditionen des preußischen Obrigkeitsstaates auszumerzen, weshalb nicht nur Außenstehende deutsche Parteien als eine Inkarnation eines preußischen Regiments sehen. 2. Oberflächlich betrachtet sieht das US System in der Tat basisdemokratischer, lebendiger aus. Sieht man aber genau hin, entscheiden auch dort nicht die Wähler, wer letztendlich ins oval office einzieht. Bezahlte Meinungsmacher, unterstützt von Spezialisten, die es fertig bringen würden, dem Papst ein Doppelbett zu verkaufen, manipulieren das Wahlvolk derart geschickt, daß sie sich wie in D wie Schafe oder Lemminge verhalten und dankbar gegen ihre eigene Überzeugung entscheiden. Reicht das nicht aus, werden Wahlbezirke verändert, seltsame Gesetze aus dem Hut gezaubert und wenn das alles immer noch nichts reicht, engagiert man irgendeinen Prediger, um seinen Kontrahenten zu demontieren.
Verzeihung! Ich habe vorhin für Barack H. Obama fälschlich "Osama" getippt, was mir als die in Amerikas Wahlkampf nicht unübliche Verballhornung seines Namens ausgelegt werden könnte. Es war keine Absicht. Aber mein Töchterchen, das gerade eine amerikanische High School besucht, rief an, während ich tippte, und erzählte mir von den herrschenden Strömungen in ihrem Umfeld, zu denen auch diese bewusst falsche Orthographie gehört. So schlich sich diese halt ein. Nota bene: An anderer Stelle wird hier behauptet, die US-Demokratie sei unflexibel und altbacken. Das Gegenteil ist wahr: Erstens ist diese Demokratie eine der ältesten der Welt, weitaus bewährter und erfahrener als z.B. die der Bundesrepublik ... wo man nur die Wahl unter staubigen, graugesichtigen Funktionären hat, die einem von den Parteien nach dem Motto "Friss, Vogel, oder stirb" vorgesetzt werden. Und zweitens hat sich der nordamerikanische Subkontinent eine Spontaneität und Sportlichkeit bewahrt, die hierzulande längst durch Regulierungswut und stündlich neue, aber miserabel formulierte Gesetze erstickt wurde.
Für manchen Politologen ist dieser Vorausscheid ein Kreuzgang der gebeutelten amerikanischen Demokratie zurück zu ihren pluralistischen Wurzeln. Er sollte jedoch als Scheideweg betrachtet werden, der nur mit einem Präsidenten Obama die richtige Richtung einschlagen kann. Wird am Ende eine Clinton oder ein McCain das höchste Amt der diskreditierten Supermacht übernehmen, so würde das freie Amerika auf lange Zeit als Sklave der wirtschaftlichen und politischen Dynastien wahrgenommen werden. Unter einem solchen Flaggschiff ließe sich kaum noch glaubwürdig für die Freiheitsrechte werben.
Es gibt eine witzige Simpsons Folge in welcher ein neuer Bürgermeister (glaube ich) gewählt werden soll, und man sieht wie die einzelnen Figuren der Serie ihre Stimmen abgeben. Der Eine zieht einen Hebel, der Nächste wirft eine Kugel in eine Urne, wieder ein Anderer wirft eine Münze, usw. Überall hin, wo man Wahlmanipulation befürchtet, werden sogenannte Wahlbeobachter geschickt. Die Amerikaner müssen sich eingestehen ein für eine Demokratie, die sich die Befreiung der Menschheit auf die Fahnen geschrieben hat, absolut untragbares, fast schon kriminelles, Wahlsystem zu haben. Weiters finde ich es sehr bedauerlich, dass es die Medien rundum vermieden haben über den Republikaner Ron Paul zu berichten. Der Wähler hat in den Staaten schon lange nichts mehr zu bestimmen. US Präsidenten werden von den Medien, den amerikanischen Opinion Leaders, und der Hochfinanz des Landes gemacht. Kandidat Ron Paul hat grundlegende Probleme der Vereinigten Staaten angesprochen, war den men behind the curtain ein Dorn im Auge. Die Medien haben ihn totgeschwiegen. "Die Macht der Superdelegierten"...eine Farce sondergleichen.
... ist ziemlich überflüssig, denn im Januar 2009 wird John McCain ins Weiße Haus einziehen. Von einem demokratisch dominierten Kongress an einer ziemlich kurzen Leine gehalten, wird ihm nichts anderes übrigbleiben, als ein ziemlich guter, weiser Präsident zu werden — eine Wohltat nach dem naiven, übel beratenen George W. Bush. Aber die U.S.A. hatten schon schlechtere Präsidenten, z.B. William J. Clinton, der ausschließlich von Ronald Reagans Reformen lebte und sowohl das Amt als auch seine Ehefrau schamlos besudelt hat und nur durch schlitzohrige Lügen an einer Amtsenthebung vorbeigeschrammt ist. Er ist auch der wahre Grund für Hillarys langsames, aber unaufhaltsames Scheitern: Die Amerikaner spüren, dass der umtriebige Bill der wahre Präsident wäre, wenn Hillary gewählt würde. Barack H. Obama, sosehr er die jugendliche und farbige Wählerschaft anspricht, hat vier Probleme: seine Hautfarbe, seine außenpolitische Beliebigkeit, seinen radikalen Pastor Jeremiah Wright (von dem er sich viel zu spät distanzierte) und seine für den amerikanischen Mainstream viel zu linken sozialen und wirtschaftlichen Absichten, so schwammig er sie auch vorträgt. Obama ist zweifellos sympathisch; aber das wird nicht reichen, um McCain zu besiegen.