Manchmal weiß ich es nicht, ob wir (Europa) es schaffen, uns von der Leit- und Vorreiterrolle der USA abzukoppeln (und ich denke da nicht nur an Finanzmärkte und Umwelt). Ist das System Demokratie wirklich das geworden, was tausende von Menschen, die für die Verwirklichung ihr Leben gelassen haben, davon erhofften? Nicht nur bei uns erleben wir Vorselektion "anpassungsfähiger" Menschen durch Parteihierarchien, die selbst unter 15% der Bevölkerung repräsentieren - und in den Endphasen des Kampfes um die Macht den Verlust fast aller Grundwerte.
Die Fixierung auf den Kampf als "Ober A-Tier" verdrängt Mitttel- und Langfristdenken und führt zu massen- und stimmviehorientierter Vereinfachung der Argumentation und des Verhaltens in einer immer komplexer und vor allem kleiner werdenden Welt.
Ist eine Problemlösung - mit den handelnden Personen - möglich? Siehe Frankreich, wo ein in der Sache in vielen Bereichen exzellenter Präsident wegen "Nicht-Amtskonformität" nun dem Volk zum Fraß vorgeworfen werden wird. Doch den Blick wieder auf die USA: wer wird des Ruder dort herumreißen und Irakeinsatz, Israelfrage und Rohstoffvergeudung und das vergehende Leitbild "all men are created equal" angehen ? Eine spannende Zeit - für unsere Enkel.
Die Kämpfe bei den Demokraten unbenommen - es ist aus außenpolitischer Sicht möglicherweise ein Glücksfall, wenn McCain gewinnt. Er ist anti-imperialistisch eingestellt und teilt nicht das krasse christlich-crusaderische amerikanische Sendungsbewusstsein, das durchaus eine Gefahr für den Weltfrieden ist. McCain weiß, dass die Republikaner etwas gutzumachen haben in puncto Multilateralismus...
Von dem Moment an, als die dubiose Frau Clinton als Kandidatin erwogen wurde, stand fest, dass dies die widerlichste aller Kampagnen werden musste. Da sie gegen einen schwarzen Mann kandidierte, hoffte sie auf Unterstützung aller Sexisten, Rassisten und sonstigen zweifelhaften Kreaturen. Mit einer Wagenladung von Schmutz zog sie gegen ihren Opponenten auf, doch er blieb ruhig, besonnen und überlegen. Seinen weiten Vorsprung kann sie jetzt rechnerisch nicht mehr einholen, doch ist es ihr gelungen, die Wähler bereits derart zu entmutigen, dass sie am Ende womöglich doch lieber wieder für die Republikaner stimmen, wo Wörter wie Patriotismus, Religion und Familie noch großgeschrieben werden.
Nein, Manipulation oder gar Trickserei mit Waehlerstimmen. Vieleicht um Entscheidungen zu erzwingen, die, wenn die Schlammschlacht so weiter gefuehrt wird, kein Glanzlicht oder Vorbild einer demokratischen Wahl ist. Die Bundespartei gaengelt die Landespartei! Kennen wir dieses nicht auch in Deutschland? Bundespartei SPD liefert sich mit der Landespartei SPD-Hessen katastrophale Auseinandersetzungen, die die Gesamt-SPD in der Waehlergunst tief abstuerzen liess. Machtinteressen mit solchen, der Demokrtaie schaedlichen Ouerelen, lassen die Zustimmung zur Demokratie, nicht nur in diesen Laendern, staendig abnehmen. Die, die Demokratie, Freiheit und Wohlstand fuer alle in die Welt hinausposaunen, sind an dieser Entwicklung leider mitverantwortlich.
MAKSAS