Wieder keine Entscheidung

Clinton gewinnt Indiana, Obama North Carolina

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07. Mai 2008 Nach dem Sieg Barack Obamas bei der Vorwahl in North Carolina und Hillary Clintons knappem Sieg in Indiana bleibt das Rennen um die amerikanische Präsidentschaftskandidatur der Demokraten offen. Nach Auszählung fast aller Wählerstimmen kam Obama in North Carolina auf 56 Prozent der Stimmen, Clinton erhielt 42 Prozent. Weniger deutlich fiel das Ergebnis in Indiana aus. Dort erhielt die frühere First Lady 51 Prozent, Obama kam auf 49 Prozent. Einige amerikanische Fernsehsender gaben deshalb zunächst keinen Sieger bekannt und sprachen von einem knappen Rennen.

In North Carolina konnte sich der Senator aus Illinois auf eine breite Unterstützung von schwarzen Wählern stützen, die dort ein Fünftel der Bevölkerung stellen. Sie stimmten zu 91 Prozent für Obama. Von den Weißen entschieden sich nur 36 Prozent für ihn.

Obama: Ich kann die Gräben überwinden

In seiner Siegesrede in North Carolina rief Obama die Demokratische Partei zur Einheit auf. „Jedes Lager will verzweifelt den Sieg seines Kandidaten“, sagte der 46 Jahre alte Politiker. Aber alle Demokraten seien sich darin einig, dass die Partei es sich nicht erlauben könne, dem Republikaner John McCain eine Chance zu geben. Denn das würde eine „dritte Amtszeit der Präsidentschaft Bush“ bedeuten. Obama bezeichnete sich als den Kandidaten, der die politischen Gräben in seiner Partei überwinden und das Land einen könne.

Obamas Vorspung bei gebundenen Delegierten ist nicht mehr einzuholen Seine Anhänger glauben an den Wechsel Clinton gewinnt Indiana... Die Familie ist immer dabei Mit “Volldampf“ zurück ins Weiße Haus? Jetzt ist ihre Überredungskunst gefragt

Der Senator aus Illinois gratulierte Frau Clinton frühzeitig zu ihrem Sieg in Indiana, während einige amerikanische Fernsehsender noch von einem knappen Rennen berichteten. Der Sender CBS sah Clinton aber ebenfalls eindeutig vorn. Auch Clinton selbst beanspruchte den Sieg in Indiana. Sie werde ihren Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der amerikanischen Demokraten fortsetzen, sagte sie. „Wir haben die Schranken durchbrochen.“

Clinton: Mit „Volldampf“ ins Weiße Haus

Ihren Sieg wertete sie vor Anhängern in Indianapolis als einen weiteren Schritt „mit Volldampf“ in Richtung des Weißen Hauses. Landesweite Umfragen sehen Frau Clinton bei den demokratischen Wählern erstmals seit drei Monaten mit sieben Prozentpunkten vor Obama.

Kommentatoren hatten das Ergebnis in Indiana als besonders wichtig eingestuft. Mit einem Sieg dort hätte Obama beweisen können, dass er auch bei der traditionellen Demokratenklientel in einem stark industriell geprägten Bundesstaat Anklang findet. Obama hat zwar nach über 40 Vorwahlen mehr Siege als Clinton eingefahren und damit auch mehr Delegierte hinter sich bringen können, verlor jedoch zuletzt an Zustimmung. Sein langjähriger Pfarrer Jeremiah Wright war mit radikalen Äußerungen in die Kritik geraten, die sich auch auf Obama übertrug. Außerdem hatte Clinton ihren Kontrahenten als elitär und abgehoben hinstellen können.

Jetzt müssen die Superdelegierten ran

Für den Nominierungsparteitag, der im August den Kandidaten der Demokraten für die Präsidentschaftswahl im November kürt, wurden in North Carolina 115 Delegierte und in Indiana 72 Delegierte bestimmt. Wie viele Kandidaten Clinton und Obama für sich gewinnen konnten, stand zunächst noch nicht fest.

Doch beide können auch nach den noch ausstehenden Vorwahlen in sechs kleineren Bundesstaaten keine klare Mehrheit mehr unter den Delegierten gewinnen. Ausschlaggebend sind deshalb die sogenannten Superdelegierten, die ihre Stimmen unabhängig von den jeweiligen Vorwahl-Ergebnissen abgeben können. Etwa 250 dieser Delegierten haben bisher nicht erkennen lassen, welchen Bewerber sie unterstützen werden.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AFP, dpa, reuters

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