Obama in Berlin

Pelosi verteidigt Auftritt an der Siegessäule

Ankunft in Afghanistan: Obama am Sonntag in Kabul

Ankunft in Afghanistan: Obama am Sonntag in Kabul

20. Juli 2008 Bei seiner Rede an der Siegessäule in Berlin will der amerikanische Präsidentschaftskandidat Barack Obama für eine Stärkung der transatlantischen Beziehungen werben. Im Mittelpunkt werde außerdem die historische Partnerschaft zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten stehen, teilte Obamas Wahlkampfstab am Sonntag in Chicago mit.

Die Wahl des Veranstaltungsortes stieß auf Kritik in den Reihen von CDU und FDP. Die amerikanische Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, verteidigte die Entscheidung. „Es gibt symbolische Orte, die gehören der ganzen Welt“, sagte sie.

Plakate und Transparente nicht gestattet

Geeigneter Ort für einen Wahlkampfauftritt? Die Siegessäule in Berlin

Geeigneter Ort für einen Wahlkampfauftritt? Die Siegessäule in Berlin

Die Veranstaltung an der Siegessäule werde für die Öffentlichkeit frei zugänglich sein, erklärte Obamas Stab. Der Kandidat werde seine Rede an der östlichen Seite des Bauwerks halten, die dem Brandenburger Tor zugewandt ist. Einlass sei schon am Donnerstagnachmittag. Aus Sicherheitsgründen sollten Taschen zu Hause gelassen werden. Plakate und Transparente seien nicht gestattet, hieß es aus Chicago.

Die Berliner Behörden rechnen mit zehntausenden Schaulustigen. Die Neugier auf den ersten aussichtsreichen schwarzen Präsidentschaftskandidaten sei riesengroß, hieß es nach AFP-Informationen am Wochenende. Ursprünglich wollte Obama seine Rede vor dem Brandenburger Tor halten. Dies stieß jedoch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf Missfallen.

FDP-Vize Rainer Brüderle verwies darauf, dass die Siegessäule von Adolf Hitler auf ihren heutigen Platz umgestellt worden und für den Diktator das Symbol deutscher Überlegenheit und siegreicher Kriege gegen Dänemark, Österreich und Frankreich gewesen sei. „Mir stellt sich die Frage, ob Barack Obama richtig beraten war, die Siegessäule als Rede-Ort für seine Visionen einer Welt der Zusammenarbeit zu wählen“, sagte er der „Bild am Sonntag“.

Schockenhoff: „Unglückliche Symbolik“

Auch Unionsfraktionsvize Andreas Schockenhoff (CDU) kritisierte die „unglückliche Symbolik“ des Redeortes. „Die Berliner Siegessäule auf dem Großen Stern ist dem Sieg über Nachbarn gewidmet, die heute unsere europäischen Freunde und Verbündeten sind“, sagte er der „BamS“.

Pelosi wies den Vorwurf zurück, Wahlkampfauftritte im Ausland seien unpassend. Zwar müsse jeder Politiker „darauf achten, welche Handlungen an welchen Orten passend sind“ und „kulturelle und nationale Besonderheiten respektieren“, sagte sie dem „Tagesspiegel“. Sie sei jedoch sicher, dass dies hier geschehen sei. „Wenn jemand eine Rede zum Einwanderungsrecht vor der Freiheitsstatue in New York halten möchte, dann ist das sehr passend, ganz egal woher der Redner stammt“, sagte die Parteikollegin von Obama.

Die „Bild am Sonntag“ fragte mehrere Prominente, welchen Schlüsselsatz Obamas Rede ihrer Meinung nach enthalten sollte. „Liebe Freunde, wir fangen neu an“, wünschte sich demnach FDP-Chef Guido Westerwelle, NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hoffte auf den Satz „Europa und Amerika gehören zusammen“. Die evangelische Landesbischöfin Margot Käßmann wünschte sich das Versprechen, den Irak-Krieg zu beenden, Ex-Fußballnationaltrainer Rudi Völler die Zusage, dass die Vereinigten Staaten künftig gemeinsam mit Deutschland im Kampf gegen den Klimawandel vorangingen.

Text: FAZ.NET
Bildmaterial: REUTERS

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