Obama hält seinem Pastor trotzdem die Treue

Obamas Rede

„Wie Sprüche eines alten Onkels“

Mit seiner Rede über das Verhältnis zwischen Schwarzen und Weißen hat Barack Obama Ungewöhnliches gewagt. Er sprach über Tabu-Themen wie „schwarzen Zorn“ und „weiße Ressentiments“. Aber hat er mehr Menschen erreicht als Schwarze und Linksintellektuelle? Von Katja Gelinsky, Washington

Lesermeinungen zum Beitrag

21. März 2008 15:01

"angebliche Herrschaft der Weißen"?

Lüko Willms (l.willms)

Wer wie dieser Artikel "die angebliche Herrschaft der Weißen" schreibt, hat entweder die Realität des Rasissmus in den USA, wie sie Obama in seiner Rede so treffend beschreibt, nicht wahrgenommen, oder will diesen Rassismus gleich rechtfertigen. Beides bedeutet ein negatives Urteil für eine Zeitung, hinter der angeblich immer ein kluger Kopf steckt und seine Washingtoner Korrespondentin.

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20. März 2008 15:30

Cool Obama! Seine Rede: Ein Visionär von Format!

B. Woony (woony)

Als afro/deutsch-amerikaner, der hier lebt, wünschte ich mir einen solchen charismatischen, rhetorisch brillianten, hoch intelligenten, visionären Politiker in Deutschland.

Einer, der unumwunden den "etablierten" und allgegenwärtigen Rassismus in der amerikanischen Gesellschaft anspricht: aus der Sicht der weißen und schwarzen Bevölkerung!
Was mich hierbei beeindruckt, ist sein Handeln: aber natürlich hat er nicht die WEISSE Weste (Immoblienkauf etc.), die uns "andere" immer glauben machen wollen.
Er ist ein Mensch (kein künstlich aufgezogener Polit-Junkie): natürlich machtbewußt, natürlich egoistisch, natürlich elitär: dennoch weist er hierbei keine pathogene Züge auf, (wie etliche andere vor ihm!) er geht selbstbewußt mit diesen Instrumenten um, nämlich verantwortlich. Dies hat er schon als Senator bewiesen.
Seinen Instinkt für Momentaufnahmen, die er aufsaugt, und später filtert, und nicht immer "everbody´s-darling-like", äußert,
...die Essenz: den amerikanischen Bürgern ihren Spiegel in verbaler Form vorhält, den eigenen dennoch nicht vergisst.
Das macht m.E. den neuen amerikanischen "flavour" aus: Gedämpfter Optimismus gepaart mit realistischen Analysen!

Obama hat die Chance verdient, Präsident der USA zu werden!!

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20. März 2008 11:59

Linkes Wunschdenken - nicht nur in Amerika

Josef Bujtor (Mramorak)

Die linken Intellektuellen und Politisch-Korrekten folgen einem Wunschdenken: Wenn wir nur zusammen kommen wird sich der Himmel - englisch sky nicht heaven - auf tun, das Licht wird runterkommen und himmlische Chöre werden singen und die Welt wird sehen wie perfekt wir doch sind. Und der Herr Obama hat jetzt das Gleiche versucht. Es ist eine Verzweiflungstat. Er hat meines Erachtens nach geholt, was Bill Clinton vor einigen Wochen schon geliefert hat: Verwirrung in den Kreisen der Demokraten schaffen. Amerika hat eine Pressefreiheit, die man sonst nirgents kennt, besonders nicht in Deutschland. Dort kann man nichts verheimlichen - Water Gate. Vielleicht wollte er nur von seinen anderen Beziehungen, mit Geldleuten, ablenken. Amerika war, ist und bleibt das freieste Land der Erde. Ich wünschte unser Land wäre auch soweit. Aber bei uns soll man nicht einmal mehr denken.

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19. März 2008 20:26

Obama

Lill-Karin Bryant (kb26919)

Obama hat versucht den ueberall gegenwaertigen Fakt der Rassen zu ignorieren und hat es nicht geschafft da er sich selber mit Personen,die sehr wohl rassitische Bemerkungen gemacht haben.Davor hatte noch jemand aus seinem eignem Team sich ueber Bemerkungen von Frau Gerraro aufgeregt; UND als ein talkshowhost ziemlich dumme bemerkungen ueber ein schwarzes Frauen Baskettball team gemacht hat war Obama der erste Poltiker,der verlangte dass der Mann entlassen wird. In USA ist Rasse ein Fakt und kann nicht ignoriert werden.Seine Rede war ganz nett aber aus dem Weg ist es dewegen lange nicht.

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19. März 2008 18:12

Wie Sprüche eines alten Onkels

Franz Maute (281246)

Ich habe mir die gesamte Rede soeben im Original angesehen und komme zu der Auffassung, daß sie eine der brillantesten Leistungen politischer Rhetorik in der Geschichte der USA ist.
Hätte ich nur den FAZ-Artikel dazu gelesen, hätte ich sie für irrelevant gehalten. Soviel zur Qualität mancher Beiträge!
Nach dieser Rede ist mir wieder von neuem klar geworden, was ich an den USA bewundere und liebe:die Klarheit des Denkens und das zuweilen unerläßliche Eingestehen eigenen Irrens ohne verdruckste und feige Distanzierung von Personen und Überzeugungen- auch wenn sie widersprüchlich sein mögen- die einen begleitet und geprägt haben.
Diese Rede war nicht von Wahltaktik geprägt, sie atmet den Geist des "land of the free and the home of the brave:"

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19. März 2008 17:32

Kein Rächer der unterdrückten Schwarzen

Max Stirner (maxcasparstirner)

Pastors Jeremiah Wright war nicht Obamas "früherer" Seelsorger, sondern gehörte als religiöser Berater noch bis vergangenen Freitag seinem Team an und der hatte nicht nur Hass gegen die Weissen und Hilary Clinton gepredigt (in Youtube anzusehen), sondern nach dem Terroranschlag auch 9/11 gesagt, das geschehe den weissen Amerikanern recht. Damit wurde ein dramtisches Licht auf Obamas Wahlkampf geworfen: Ist er doch der Rächer der unterdrückten Schwarzen? Das hätte seine Kampagne gekippt. Mit seiner Rede kämpft er dagegen an, wie es scheint mit Erfolg. Bei Youtube hatte seine Rede schon nach weniger als 24 Stunden mehr 1,2 Mio. Aufrufe.
Max Stirner alias Caspar

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19. März 2008 16:58

Von wegen Sprüche eines alten Onkels....

Karsten Cascais (karstencascais)

Mit den Äußerungen seines langjährigen Pastors und Wahlkampfberaters, wonach die Weißen den Terrorangriff vom 9/11 verdient hätten, steht Obama am Wendepunkt seiner Kandidatur: wenn die afro-amerikanischen Wähler in ihn ihren Rächer für ihre rassistischen Leiden zu wählen glaubten, wären seine Chancen bei den Weißen begraben. Obama war einer Auseinandersetzung mit dem Rassismus in aller Öffentlichkeit bislang aus dem Weg gegangen. Nun hat er mit einer gewaltigen Rede von 40 Minuten Dauer dies nachgeholt, mit einer Rede zum Rassismus in den USA seit ihrer Gründung, die mit Sicherheit in die Analen eingehen wird, vielleicht noch mehr als Kennedys Rede im seinerzeitigen Wahlkampf zur Verteidigung seines katholischen Glaubens. Landauf, landab, in den konservativen wie demokratischen Medien findet sie heute in den USA Beachtung und Anerkennung. Die gegen die Weißen gerichteten Hasspredigten seines Seelsorgers wies er zurück, bat dennoch um Verständnis wegen der rassistischen Vergangenheit. Deren Überwindung feierte er mit dem Hinweis auf seine eigene Person: wie wäre anders seine in der ganzen Welt beispiellose Kandidatur für das Präsidentenamt möglich?

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19. März 2008 16:47

Auch Obama wírd von der Realität eingeholt.

Peter Zentner (Caterwaul)

Verwunderlich daran ist nur, dass es so ist. Denn Obama hat das fühlbar modernere Beraterteam, das bisher stets präemptiv agierte und mit dem biblischen Pfund wucherte: Obama als amerikanischer Messias.
Aber hier haben seine Spin Doctors offenbar geschlafen; auch die reichlich anrüchige Geschichte mit Obamas Grundstücksgeschäften in Chicago, die von einem vor Gericht stehenden Halbweltler, der dem organisierten Verbrechen mutmaßlich mehr als nahe steht, freundlich gefördert wurden, werden jetzt ans Tageslicht gezerrt. Mr. Clean ist plötzlich ebenso befleckt wie Mrs. Clinton, die weit mehr zu verbergen hat — und mit einem Ehemann belastet ist, als dessen Marionette sie ins Weiße Haus einziehen würde.
Ich halte John McCain für den nächsten US-Präsidenten, Obamas Kandidatur aber für Amerikas Selbstfindung interessant.
Doch seine 20jährige Freundschaft mit Jeremiah Wright, einem unversöhnlichen, ewig im Gestrigen verankerten schwarzen Rassisten, wird Obama nachhaltig schaden. Wright, auch ein familiärer Freund, hat ihn getraut und seine Kinder getauft — und nach 9/11 hinausposaunt, dass die fast 3000 Toten auf Amerikas Mist gewachsen seien, der auch AIDS geschaffen und verbreitet habe ...
Amis verzeihen so was Absurdes nícht.

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19. März 2008 16:32

Mißverstanden!

Ivo Huber (jimmycarter1)

Es mag ja (leider) sein, dass Obamas Rede von vielen in den USA nicht verstanden wird - aber wieso hat Frau Gelinsky sie anscheinend ebenfalls nicht verstanden? Sie schreibt: "Aber viele Amerikaner mögen sich mehr denn je fragen, was von einem Kandidaten zu erwarten ist, dessen Ansichten maßgeblich von einem Pastor geformt wurden, der nach Obamas eigenem Bekunden die Realität durch „grundfalsche Entstellungen dieses Landes“ verzerrt hat". Ein zentraler Punkt von Obamas Rede war die Trennung von Politik und Religion. Während Rev Wright Obamas religiöser Ziehvater war, war er es eben gerade nicht in politischer Hinsicht - und in letzterem Bereich verortet Obama ja die "grundfalschen Einstellungen". Man fragt sich, wie dieses zentrale Argument Obamas der Autorin entgehen konnte.

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