
"Der erste schwarze Präsidentschaftskandidat“ titelt auch die FAZ am 5. Juni auf Seite 1. Dabei ist Obama „halb schwarz, halb weiß“. Was ist mit seiner weißen Mutter? Warum wird diese „unterschlagen“? Ist sie „weniger wert“ als der schwarze Vater? „Halbweiß“ reicht offenbar nicht, um weiß zu sein, aber aus halbschwarz wird allemal schwarz. Dazwischen gibt es wohl nichts, ohne Schwarzweißdenken geht es nicht. Dabei gibt man sich doch sonst so politisch korrekt und sensibel bei uns in solchen Fragen, und besonders auch in den USA. Wer Obama nur schlichtweg als „Schwarzen“ bezeichnet, zeigt meines Erachtens nicht genügend Respekt vor dessen spezieller Biographie, die gerade von der Spannung zwischen „weiß und schwarz“ geprägt ist. Obama ist nicht der erste schwarze Präsidentschaftskandidat – er ist der erste halbschwarze (oder halbweiße) Kandidat. Michael Leh, München