Mit dem rhetorischen Ausrutscher in Bezug auf den 1968 ermordeten Präsidentschaftsanwärter Robert Kennedy hat die feine Frau Clinton vielleicht ohne Absicht etwas preisgegeben das noch kommen wird. Ich kann nicht verhehlen, dass ich gewisse Sympathien für Obama hege - trotz oder sogar wegen der Unkenrufe gegen seine Unerfahrenheit, kann mir aber im besten Willen nicht vorstellen, dass dieser Mann, der ja wirklich der Arbtraum jedes konservativen US-Amerikaners darstellt, es je erleben wird, US-Präsident zu werden. Was nicht sein darf in den USA, darf nicht sein - Mord und Totschlag inbegriffen! Obama ist sicher ein mutiger Mann. Dass er jetzt noch nicht sagen kann, was er wirklich zu tun gedenkt, weil er sich damit ganz sicher alle Möglichkeiten verbauen würde, dürfte wohl auch jedem Besserwisser einleuchten. Ich würde ihm die Chance geben, denn eine Alternative gibt es sicher nicht. Fest steht, dass Obama seit langem derjenige US-Präsidentschaftsbewerber ist, der mit der Basis der Bürger am meisten Verbindung hat. Schliesslich kann niemand negieren, dass er sich eine Zeitlang um Gerechtigkeit für Unterpriviligierte einsetzte - zu jener Zeit sicher nicht im Wissen um seine erfolgsversprechende Zukunft sondern aus seiner persönlichen Quelle sozialer Hygiene heraus.
Wer kann Clinton und Obama verbieten, ihre Qualitäten zu verbinden und eine kaum zu schlagende Verbindung einzugehen, um die wir die Amerikaner nur beneiden könnten.
Sicher weiss ich es nicht hinreichend zu schätzen, dass sie in meinen Beitrag Dinge hineininterpretieren, die ich nie gesagt habe. Wenn man Obama für eine Fehlbesetzung hält - wie ich das tue - und das auch sagt ist man in ihren Augen offenbar schon Rassist. Der Mann ist nicht sakrosant weil er Afroamerikaner, Schwarzer, Farbiger, Neger oder was auch immer ist. So einfach ist die Welt nicht ,mein Herr - und ich werde mir die Freiheit nehmen Obama zu kritisieren nicht weil, sondern trotzdem er farbig ist. Sie kommen mir vor wie die Leute, die aus lauter Angst des Antisemitismus geziehen zu werden, von jedweder Kritik an Juden oder dem Staat Israel absehen. Diese Geisteshaltung ist die wirklich rassitische oder antisemitische. Darüpber sollten Sie einmal nachdenken und Ihre haltlosen Unterstellungen und Verdächtigungen unterlassen..
Hillary Clinton kann in der Tat nicht mehr die Mehrheit der zu wählenden Delegierten gewinnen. Ich stimme mit dem Autor allerdings nicht ueberein, dass Clinton aufhoeren sollte. Denn Sie hat noch die theoretische Chance die Mehrheit der gesamten Delegierten (Pledged und Super Delegates) zu erhalten, wenn sie den Popular Vote gewinnt. Dazu besteht durchaus die Chance - durch das Zaehlen der Stimmen in Florida. Die Michigan Wahl wird vom Clinton Lager nicht geltend gemacht werden koennen, aber Florida wohl doch, da beide Kandidaten auf dem Wahlzettel standen. Diese Entscheidung wird vom Democratic National Committee am 31. Mai getroffen, und es ist moeglich, dass die Demokraten die Stimmen (Pledged Delegates) des „Battle Ground State“ Florida zaehlen werden. Noch hat Obama einen Vorsprung von rund 150,000 Stimmen aber mit der Wahl in Puerto Rico am 1 Juni kann Clinton Obama beim Popular Vote ueberholen. Warten wir also den 3. Juni ab, wenn alle Wahlen abgeschlossen sind und die (unentschlossenen) Superdelegates Ihre Entscheidung treffen muessen. Werden sie sich nach dem Popular Vote oder nach der Anzahl der Pledged Delegates richten?
Hillary Clinton - bleibt sie im Geschaeft des Wahlkmapfs oder gibt sie auf? Statt um die zahlreichen Herausforderungen des Landes zu debattieren, dreht sich die veroeffentlichte Meinung auf diese hoechst zweitrangige Frage. Dieser Wahlkampf ist beinahe zu einem Personenkult geworden, was nicht allein Frau Clinton anzulasten ist. Ja, die amerikanische Gesellschaft ist zutiefst gespalten, nicht nur politisch, auch kulturell. Wenn jemand von der Westkueste der USA erklaert, er koenne nichts Verbindendes mit seinen Landsleuten in New York mehr finden, sagt das Einiges. Lethargie liegt ueber dem Land, denn nur eine konstruktive Fuehrungspersoenlichkeit allein (Barack Obama) wird es ncht richten koennen. Amerika hat sich in vielen Tabus eingerichtet, ist auf das kommende Jahrzehnt voellig unvorbereitet. 'Early retirement' (frueher Ruhestand) ist ein haeufiges gesellschaftliches Leitbild - statt das Gegenteil, gesellschaftliches Engagement. Kurz: Diese Phase des Wahlkampfs klaert nichts, die zahlreichen inhaltlichen Auseinandersetzungen werden lediglich vertagt. Hoeffen wir auf etwas Zuendendes, den belebenden Anstoss, der die Dinge endlich vorwaerts bringt.
Ihr Beitrag zeigt (wieder einmal), dass die Sicht deutscher Kommentatoren auf das verengt ist, was nach aussen sichtbar wird. Welches Programm Hillary Clinton vertritt, kann der Leser aus dem Beitrag aber nicht entnehmen, und auch nicht, worin sie sich dabei von Barack Obama unterscheidet. Es wird auch verdeckt, wie sehr der sicherlich weit charismaterische Obama eine Hinwendung der USA zum Sozialismus anstrebt. Das kann man in einem Kurzbeitrag des Washingtoner Spiegel-Korrespondenten finden, der im Wall-Street Journal unter dem Titel “Obama Promises Germany-Plus” erschienen ist. Der Autor benennt hier u.a. Obamas Ziele einer allumfassenden Gesundheitsversorgung, staatlicher Pensionen, “grüner” Arbeitsplätze und total sanierter Bundesstraßen als warnende Beispiele. Obama meine, all dies ohne Steuererhöhungen finanzieren zu können, und der Spiegel-Korrespondent schreibt abschließend “You should ask him for the price bill!”. Und was man Hillary Clinton fragen müsste, ist, ob ihr Beharren auf weiterem Kampf nicht nicht letztlich dazu dienen soll, ihr nach dem mit einiger Sicherheit zu erwartenden Wahlsieg von McCain das richtige Schlusswort zu verschaffen: “Hättet Ihr mich zur Kandidatin gemacht, wäre das nicht passiert!”.
Was soll sie den bitte tun mit dem ganzen Budget wenn nicht aufgeben. Würde vielleicht provokant aussehen nur in der Ecke zu sitzen und einfach zuzusehen. die Medien kriegen das ja auch mit. Also ich würde mich nicht trauen.
1. entmündigte Delegierte Die Vorverlegung beider Wahlen diente einzig und allein dazu, schon zu Beginn den Verlauf der Kandidatenkür maßgeblich in die gewünschte Richtung zu lenken. Die alte Politikerkaste der Demokraten hatte nie ein Interesse daran, einen wirklichen Wettkampf zuzulassen. Diesmal sollte es nicht nötig werden, einen unerwünschten Mitbewerber wie damals Howard Dean mit schmutzigen Tricks ins Abseits zu stellen. Die Wähler der beiden Staaten sind nur "collateral damage", werden nun aber mißbraucht, um doch noch zu Erfolg zu kommen. Als wenn der Dieb rufen würde: "Haltet den Dieb!" 2. Swingstates Die sonst gültigen Gesetze des US-Politikbetriebes sind diesmal außer Kraft gesetzt. Überspitzt formuliert, würde aufgrund des Desasters der Bush-Administration in der Sicherheits-/Außenpolitik jeder Durchschnittsdemokrat McCain schlagen. Religion spielt diesmal so gut wie keine Rolle. Deshalb haben die Reps diesmal keine Chance, egal wer der Frontrunner ist. 3. unbedarft, farbig, (männlich) In dieser Reihenfolge versuchte sie, ihn in Mißkredit zu bringen, um seinen Siegeszug zu stoppen. Nur die "white, blue color, lower middleclass" ohne höhere Bildung sprach darauf an. Sie hat sich leider zum Spaltpilz entwickelt.
Wie so oft, sind die Leserkommentare aufschlussreicher als die Meldung an sich. Die politisch-superkorrekten Demokraten haben sich in einem Dilemma verheddert, indem sie eine weiße Frau gegen einen schwarzen Mann kandidieren ließen. Angesichts der (auch bei uns) in der großen Masse noch immer herrschenden Vorurteile war dies nicht ungefährlich. Falls im November der einzig kandidierende weiße Mann (John McCain) tatsächlich gewinnen sollte, wird diese Diskussion erneut aufleben.
Egal, wer für die Demokraten ins Rennen geht: Es ist unwichtig. Denn beide Aspiranten stehen für "big government", für Bevormundung und staatliche Zwangsbeglückung — Haltungen, die dem Temperament von "God's Own Country" noch nie geschmeckt haben. Und dieses Temperament ist mehrheitlich nicht zu Hause in den wenigen Großstädten, die es in den USA gibt, sondern in den endlosen Weiten des Subkontinents. Dort glaubt man nicht an einen starken Staat; dort herrscht immer noch das Motto des "Go West!"-Aufbruchs vor rund anderthalb Jahrhunderten: "Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott." Ausgerechnet ein Republikaner, der naive und übel beratene G. W. Bush, hat in seinen beiden Amtsperioden den Staatsapparat über alle Maßen aufgebläht, in einer überzogenen Reaktion auf 9/11 Behörden und Beamtenschar vervielfacht. Das mögen die Amerikaner gar nicht. Die beiden Parlamente der USA (Senat und Repräsentantenhaus) sind mittlerweile von der Demokratischen Partei dominiert, die ebenfalls nach mehr Staat schreit. Ich wiederhole mich: Dies widerstrebt dem Lebensgefühl einer Mehrheit der US-Bevölkerung. Deshalb wird John McCain der nächste Präsident der USA sein; an ihm führt kein Weg vorbei. (Ich nehme Wetten Andersdenkender bereitwillig an.)
Mit seinem "unbedarften" Kommentar verrät Herr Bovier verdeckte rassistische Vorurteile, besonders wenn er vom "unbedarften Farbigen" schreibt oder wenn er bereits jetzt pseudoprophetisch in den Eingeweiden irgendwelcher braungefärbter Fische zu erkennen glaubt, dass die Politik eines Präsidenten Obama "desaströse" Wirkung entfalten werde. Gründe für diese Prophezeiung vermag Herr Bovier offenbar nicht zu nennen. Oder liegen solche für ihn auf der Hand, da Mr. Obama ein Schwarzer ist (ein Farbiger, wie Herr Bovier es jenseits der begrifflichen Gepflogenheit formulieren würde), und Schwarze - unbedarft, wie es ihrem Wesen nun halt mal entspricht - nicht dazu in der Lage sind, erfolgreiche Politik zu etablieren? Herr Bovier wagt es natürlich nicht, solches offen zu schreiben. Man muss schon zwischen den Zeilen lesen und die Wortwahl genauer betrachten, um erahnen zu können, was Herr Bovier implizit sagen wollte, ohne es explizit zu formulieren. Ich dachte, in Westeuropa seien solche Stereotypen längst überwunden bzw. in finstere und verstaubte Nischen verbannt. Welch ein Irrtum! Bert Brecht hatte eben doch recht, als er schrieb: Der Schoss ist fruchtbar noch, aus dem das kroch...
Sicher, Hillary Clinton kann Obama in der Anzahl der absoluten Delegiertenstimmen nicht mehr überholen.Dass Obama damit aber automatisch die demokratische Präsidentschaftskandidatur sicher hätte,ist ein im Moment ebenso gerne gepflegter Mythos! Die Regularien sind eindeutig:erreicht keiner der Kandidaten die für die Nominierung vorgegebene Anzahl an Delegiertenstimmen (dies wird der Fall sein), dann gewinnt nicht etwa jener, der eine Mehrheit der Stimmen gewonnen hat; vielmehr entscheiden dann die sogenannten Superdelegierten hinter verschlossenen Türen. Kriterien für deren Entscheidung sind unbekannt. Natürlich wird man sich für den aussichtsreichsten Kandidaten entscheiden. Hier beginnt nun der eigentliche Kampf um die Deutungshoheit. Ist Obamas Delegiertenmehrheit höher zu bewerten, als Clintons Erfolge, die Umfragen gemäss eine Clientel bindet, die sonst zu den Republikanern tendiert? Darf man unbeachtet lassen, dass Clinton die sog. Schlachtfeldstaaten gewann, ohne die keiner der Kandidaten seit Ewigkeiten Präsident wurde? Darf man-trotz Regelverstoss- die Millionen Wähler Floridas einfach ausblenden? Was hier tatsächlich stattfindet, ist ein Kampf auf um die Deutungshoheit der Ergebnisse. Fest steht da noch gar nichts.
Hillary Clinton ist noch längst nicht am Ende. Die Frau hat mehr als die sieben Leben einer Katze, so oft wurde sie totgesagt und ist wieder auferstanden ist. Sicher sieht es nicht gut aus, aber hoffungslos ist die Lage nicht: die entmündigten Delegierten von Florida und Michigan, die in jeder Beziehung in ihrem Votum freien Superdelegierten, ihre Siege in den unverzichtbaren Swingstaaten, die 10 %-Schweigespirale gegen Obama, die Treue ihrer Wähler, die zu je 1/3 lieber McCain wählen oder zuhause bleiben, anstatt dem unbedarften Farbigen die Stimme zu geben, um nur ein paar Pluspunkte zu nennen, die Hillary noch in die Waagschale werfen kann. Und sollte sie die Nominierung jetzt tatsächlich nicht erringen, so bleibt wenigstens das Worst-Case-Szenario, darauf zu vertrauen, dass nach Obamas absehbarer Wahlniederlage eine reumütige Demokratische Partei ihr nach vier Jahren die Präsidentschaftskandidatur antragen wird. Jedenfalls ist das allemal besser, als sich selbst im Vizepräsidentenamt zu demütigen, für Obamas vorhersehbar desaströse Politik in Mithaftung genommen zu werden und nur darauf hoffen zu können, dass der unerforschliche Laufe der Geschichte ihr auf diesem Umweg das höchste Staatsamt zuweist.
Zunächst einmal irrt der Autor: Frau Clinton hat nicht die meisten Vorwahlen gewonnen! Mal abgesehen davon gibt es einen Umstand, der maßgeblich ist für den Sieg der Demokraten, und somit Barack Obama, über die die Republikaner; nämlich, dass die Demokraten im Augenblick in den Staaten die Macht der Narratologie haben. Denn die Marke der republikanischen Partei wurde von George W. Bush erfolgreich für diese Wahl beeinträchtigt. Dies hat zur Folge, dass die Demokraten nunmehr in der amerikanischen Gesellschaft und vor allem der Medienlandschaft die Narratologie bestimmen können, dieser Wahl einen historischen Stempel aufdrücken können und eine Stimmung des positiven Wandels, ausgehend von dieser Wahl, ausgehend aus Amerika in die ganze Welt tragen können. Diese Macht, gepaart mit der ausgeprägten Fähigkeit der Erzählweise, lässt keinen Zweifel aufkommen, dass die demokratische Partei mit Abschluss des Parteitages vereint sein wird. Hillary Clinton wird Obama als Kämpferin unterstützen und Barack Obama wird sich einen Vizepäsidenten aussuchen, der ihm den Zugang zu den Schichten ermöglichen wird, die ihm bisher eher skeptisch gegenüberstanden. Das Einzige das Obama noch schlagen kann, ist eine große negative Überraschung!
So oder so ähnlich muten Frau Clinton und insbesondere die immer verhärmteren Bilder von ihr an, die wir hier in Deutschland zu sehen kriegen. Es ist schon geradezu komisch, dass Frau Clinton auf abgeschlagenem Posten weiterkämpft, offenbar nur, um Herrn Obama die Aussichten auf seine Präsidentschaft zunichte zu machen. Lieber akzeptiert sie, dass Herr McCain Präsident wird als Ihr PARTEIFREUND Obama! Ich befürchte, dass das allerdings nicht nur Ihr charakterliches Problem ist oder bleibt, sondern ein Problem für die ganze Welt wird, denn ich glaube für den Rest der Welt ist McCain wie ein schlimmer Bush!