Sieben Stimmen Vorsprung vor Clinton

Obama gewinnt Vorwahlen in Guam

04. Mai 2008 Drei Tage vor den möglicherweise entscheidenden Vorwahlen in North Carolina und Indiana hat der demokratische Präsidentschaftsbewerber Barack Obama in den Vereinigten Staaten einen Mini-Erfolg errungen. Bei der parteiinternen Kandidatenkür auf der kleinen Pazifikinsel Guam schlug er am Samstag nach Medienberichten seine Rivalin Hillary Clinton - aber nur mit einem hauchdünnen Vorsprung von sieben Stimmen.

Demnach kam der schwarze Senator aus Illinois auf 2264 Stimmen oder 50,1 Prozent, die Ex-First Lady erhielt 2257 Stimmen oder 49,9 Prozent. Angesichts des andauernden Kopf-an-Kopf-Rennens zwischen beiden Bewerbern war das Ergebnis mit Interesse erwartet worden, obwohl lediglich acht Delegierte mit jeweils nur einer halben Stimme für den Nominierungsparteitag Ende August zu gewinnen waren. Der knappe Ausgang bedeutet, dass sich beide nun die Delegiertenstimmen teilen: Jeder erhält zwei hinzu.

Symbolischer Rückenwind für Dienstag

Fachleute hatten darauf verwiesen, dass ein Sieg in dem amerikanischen Territorium mit seinen gerade 175.000 Einwohnern trotz der zahlenmäßig geringen Bedeutung dem jeweiligen Bewerber zumindest symbolisch etwas Rückenwind für die Vorwahlen am Dienstag geben könnte. In North Carolina führt in Umfragen Obama, aber Clinton hat seinen einst zweistelligen Vorsprung auf bis zu sieben Prozent verringern können. In Indiana zeichnet sich wiederum ein Kopf-an- Kopf-Rennen ab, mit leichtem Vorteil für Clinton.

Fest steht bereits, dass beide Kandidaten bei den noch verbleibenden insgesamt acht Vorwahlen nicht die für die Nominierung nötige Mehrheit von Delegiertenstimmen erreichen werden. Scheidet keiner der Bewerber freiwillig aus, dürfte die Entscheidung über die Spitzenkandidatur den etwa 800 „Superdelegierten“ zufallen. Das sind zumeist Parteifunktionäre und Amtsträger, die nicht an die Vorwahlergebnisse gebunden sind.

Die Parteimitglieder in Guam dürfen sich zwar an den Vorwahlen beteiligen, aber die Bevölkerung darf nicht bei den Präsidentschaftswahlen mitstimmen. Bisher hatten Kandidaten praktisch nie Zeit oder Geld in den Wahlkampf auf der Insel investiert. In diesem Jahr warben aber beide - Clinton und Obama - in Fernsehwerbespots um Unterstützung, und der schwarze Senator hatte sogar einen kleinen Wahlkampfstab entsandt.



Text: dpa
Bildmaterial: Reuters

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