
Es ist ein Irrtum, zu glauben, man könne ein völlig überschuldetes Wirtschaftssystem dadurch retten, daß die einzelnen Staaten als Schuldner einspringen. Dies führt nur dazu, daß der Staatsbankrott eintritt. Island und Ungarn haben es bereits geschafft. Wollen wir warten, bis auch die einzelnen Euro-Länder (einschließlich Deutschland!) es schaffen oder wollen wir die Währungsunion freiwillig aufgeben und die nationalen Währungen wieder einführen? Zeit wäre es. Eine Wirtschaftsunion mit divergierenden Wirtschaftsleistungen kann nicht funktionieren. Abgesehen davon führt eine einheitliche Währung für ein großes Wirtschaftsgebiet zu unerwünschten Wanderungsbewegungen, ist also sinnlos. Der Euro war von Anfang an eine Illusion. Willkommen in der Wirklichkeit!

Die Unterschied zu früher ist, dass möglicherweise bald Deutschland und die anderen nordeuropäischen Staaten mit Kapitalinjektionen einspringen werden müssen, um die Club Med-Staaten finanziell über Wasser zu halten. Alleine Italien muss im nächsten Jahr fast 200 Milliard EUR refinanzieren. Ob dies die Wähler gefallen wird, ist eine andere Frage.

Wenn ich diese Zeilen lese, so fällt mir ein, dass z.B. Griechenland, Spanien, Portugal u.a. VOR IHREM BEITRITT ZUR WWU( EURO) wesentlich höhere Zinsen für deren Kredite zahlen musste als z.B. die BRD. Diese "MEHRZINSEN" waren Risikozuschläge -auch für deren Währungen. Scheinbar kommt diese Zeit zurück

Der deutsche Finanzminister als Regierungsmitglied in einem Hochsteuerland pflegt aus durchsichtigen Gründen auf das Niedrigsteuerland Schweiz einzuprügeln. Wir haben es hier in der Schweiz ja mit Begeisterung vernommen, dass Herr Steinbrück im Umgang mit uns - so wörtlich!!! - vom Zuckerbrot zur Peitsche wechseln will. Welches Folterinstrument gedenken Herr Minister zu verwenden, um uns weg vom stabilen Franken zum schwächelnden Teuro zu prügeln?

Die Bonität Japans mit der Griechenlands und Italiens zu vergleichen ist völlig abwegig. Japan ist noch immer der größte Kreditgeber ins Ausland, und verfügt über eine Produktionsbasis, Infrastruktur, Portfolio an geistiges Eigentum und inländische Ersparnisse, welche mit dem dieser zwei "Club Med" Staaten überhaupt nicht zu vergleichen sind. Daher zieht das Argument des Experten m.E. nicht.

1000 Milliarden $ Staatsknete sollen weltweit das Finanzsystem retten. Sie werden durch Anleihen refinanziert - ein Emmissionsvolumen jenseits des Vorstellbaren. Mit jeder Bank, die diese Staatsknete freiwillig oder gezwungen einbucht, fährt ein gigantischer Geldstaubsauger über den Kapitalmarkt - für die normalen Anleihen der Banken, Versicherungen und Großunternehmen wird nichts mehr viel über bleiben. Und den sodann erstmal wieder liquiden Banken werden die staatlichen Kontrolleure neben dem für Millionen Bildzeitungsleser ungeheuer wichtigen Kappen der Managerbezüge als erstes als zweites sodann ihre bürokratischen Haushaltsrichtlinen aufnötigen, die den eventuell noch verbleibenden Spielraum für Kredite an die Realwirtschaft entgültig austrocknen werden. Großbanken, Notenbanken und Staaten werden Milliarden hin- und herbuchen, und die rein bilanziellen Sanierungen als Heldentaten befeiern, während die nicht kapitalmarktfähigen Unternehmen kohortenweise und die Haushalte legionenweise in Insolvenz und Arbeitslosigkeit marschieren. Das Konjunkturprogramm der BRD mit seinen lächerlichen Kleinstbeträgen wirkt vor diesem Hintergrund wie ein halbvolles Glas Wasser - tröpfchenweise in eine nukleare Kernschmelze geträufelt.