Wer kauft meine Sorgen?

Finanzkrise

„Anlegerstreik“ bringt das Finanzsystem in Bedrängnis

Spezial Nur stockend vollzieht sich der Abbau des Überhangs der in den vergangene Jahren reichlich aufgenommenen Investmentkredite. Debattiert wird nun über Staatseingriffe. Doch die Politik wäre gut beraten, diese Lösungsvorschläge sehr sorgfältig zu prüfen. Von Benedikt Fehr

Lesermeinungen zum Beitrag

02. April 2008 09:24

"Spielerstreik" bringt das Casinosystem in Bedrängnis

Marko Hrbat (Hrbat)

Wenn man die Dinge beim richtigen Namen nennt, erscheinen sie in einem ganz anderen Licht.

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28. März 2008 17:15

Früher wurden Werte durch Kriege vernichtet ...

CF Roth (CFRoth)

heute machen wir (geld- und gewinng...) das mit dem Zusammenbruch des Finanzsystems. Auch eine Alternative, allerdings ist das wie beim Arzt. Es kommt darauf an, auf welcher Seite der Spritze man steht.

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28. März 2008 16:24

Was ist der "richtige" Preis?

Martin Strohrmann (wirmuessendranglauben)

Die Verkäufer sprechen gern von Käuferstreik.
Ich als Käufer streike, wenn mir der Preis zu hoch ist.
In Kalifornien ist die Zahl der Zwangsversteigerungen im Februar gegenüber Januar gefallen. Hurra!
Allerdings wurden im Januar 98% (!) der zwangsversteigerten Häuser von den Gläubigerbanken ersteigert. Wegen Käuferstreik.
Oder wollen einflussreiche Kreise den Preisrückgang bei Immobilien im einstelligen Prozentbereich belassen?
Und wenn man einen stärkeren Preisrückgang in den nächsten Monaten einkalkuliert, was sind dann die ABS noch wert?
Es gibt schon eine "walk away" Beratung in USA für zahlungsunfähige/-willige Eigentümer.
Zentralbankeingriffe verzögern die freie Preisfindung. Bei Rücknahmeverpflichtung der Banken kommt das dicke Ende dann halt später.
Wenn die Rücknahmeverpflichtung "weich" ist, muss dann doch irgendwer die Zeche bezahlen. Und das ist im Zweifel dann doch der Bürger und Steuerzahler.

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28. März 2008 15:44

Geldschöpfung, Inflation und die Sozialisation des Kapitals

Paul Rabe (heidelpaul)

Einer der größten und kaum ausrottbaren Irrtümer ist es ja, daß viele Menschen glauben der Staat betreibe Geldschöpfung und sei die Ursache von Inflation.

Der Beitrag beschreibt es mal wieder sehr schön, daß es die privaten Banken sind welche da die Geldmenge in den letzten Jahren durch eine unmäßige Kreditvergabe viel zu stark aufgebläht haben.

Nun läßt sich das ohne größere Schäden an der Weltwirtschaft aber nicht mehr rückgängig machen und es ist zu überlegen was der Staat tun kann (und muss !)um den Zusammenbruch des Systems, was für alle ein Desaster wäre, zu verhindern.

Der Ankauf von Wertpapieren, wie von den Banken vorgeschlagen, ist da durchaus eine vernünftige Option. Das (und vermutlich nur das !) würde die Märkte wirklich vor dem Abwärtsstrudel bewahren und verhindern, daß die Realwirtschaft ernsthaft Schaden nimmt.
Aber wer A sagt muss auch B sagen !
Der Staat ist dann nicht nur die Melkkuh für "verzockte" Banken sondern eben auch Eigentümer und wird dann zukünftige Erträge aus den so erworbenen Wertpapieren seinen Bürgern zu Gute kommen lassen. Es ist der Einstieg in die Sozialisation des Kapitals, wenn der Staat in Zukunft aus den Erträgen seiner Aktien oder Immobilienfonds neue Kindergärten baut...

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28. März 2008 15:26

Der Ansatz der Banken ist sicherlich richtig, aber...

Wolfgang Faßbender (Orwell84)

das könnte nur zu den Bedingungne erfolgen, daß die Rückkaufsverpflichtung der Banken gegenüber dem Staat incl. aufgelaufener Zinsen dagegen stehen sollte. Damit wäre der Bankenwelt geholfen, denn sie muß dann nicht mehr ihr eigenes Kapital einsetzen, aber eine Rückkaufverpflichtung in der Zukunft ausweisen. Damti würden beide Seiten profitieren, nämlich der Staat als kurzfristiger Retter ohne Bealstung des Haushaltes und die Banken indem sie die Rückkaufverpflichtung nicht mit dem aktuellen Marktwert sondern mit dem zukünftigen Marktwert bilanzieren müßten. Dies würde zumndest kurzfristig helfen die Verluste über einen größeren Zeitraum zu placieren und damit auch den gefürchteten Stellenabbau, der sich vertraglich mit der Regierung vereinbarenläßt, zu vermeiden.

Allerdings sollte dies auch nur eine einmalige Möglichkeit darstellen mit den Auflagen der BAFIN für die Zukunft auf solche Modelle ein wachsames Auge zu haben.

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28. März 2008 15:16

Herr Eysel, sie beraten den Staat, unverkäufliche Papiere zu kaufen

Sophia Orti (rum)

Und was tun Sie? Kaufen, Verkaufen oder Halten?

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28. März 2008 14:09

Richtig, bis auf ...

Reinhold Eysel (Eysel)

...die Schlußfolgerung, dass auf den Steuerzahler abgewältzt würde. Diese Argumentation ist zwar in aller Munde, trotzdem aber falsch denn eine vorübergehender!!! Kauf der wegen Käuferstreik "extrem niedrig, sehr wahrscheinlich ZU niedrig, oder sogar fast unbewertbaren Papiere"würde im ersten Schritt RUHE in den Markt bringen, Besinnung, und dann wird sich im ZWEITEN Schritt ein REALISTISCHER Markt für eben diese Papiere herausbilden. Und dann, vielleicht 2009 oder2010, wird man sehen, dass - oh Wunder - die in der Panik 2008 angesetzten Werte deutlich zu niedrig waren.... und wer hat dann was davon??? SO wird der Hase laufen. Schade, dass der Autor sich ganz am Ende von der Dummheit der populären Diskussion hat infizieren lassen.

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28. März 2008 12:31

Und wer wird die Politik beraten?

Sophia Orti (rum)

Obwohl die Analyse aus der Sicht des umlaufenden Geldes ist, halte ich sie für sehr lesenswert. Vielen Dank, Herr Fehr! Die Konsequenz ist völlig richtig: Notenbanken und Staaten sollen die Finger weg von diesen Papieren halten. Wer wird aber die Politik beraten? Schacht, Vocke, Blessing und Abs sind alle tot. Mir scheint, daß es jene scharfsinnigen Finanzleute von früher nicht mehr gibt.

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28. März 2008 12:07

Finanzkrise

Stefan Sedlaczek (sedlaczek1)

Es ist natürlich gar nicht seltsam, daß weder Politiker noch Bankenchefs auf die Idee kommen, der Staat solle die Verbindlichkeiten aus den Privatinsolvenzen und Firmenkonkursen kleiner Leute übernehmen. Das wäre auch mit ein paar Milliarden zu schaffen und würde viel Not lindern. (Wobei natürlich auch hier leicht falsche Anreize gesetzt würden).
Der Rat, der "Staat" möge "Geld schöpfen", wird auf Keynes zurückgeführt, der wohl leider etwas zu früh verstorben ist, um dieses Ansinnen noch zu korrigieren. Nur kann man zwar Geld schöpfen, was nichtgesicherte Kreditvergabe oder einfach Geld drucken bedeutet. In beiden Fällen gibt es zwar dann mehr Geldmenge, aber nicht mehr Wert. Die vorhandenen Werte, bisher in der kleineren Geldmenge abgebildeten, verteilen sich nun auf eine größere Geldmenge, das Geld wird also wertloser. Und genau das ist der Grund für die unaufhaltsame Inflation, die man im 19. Jahrhundert deshalb auch nicht kannte. Die Produkte und Dienstleistungen werden wertloser oder teurer oder eine Mischung aus beidem. Soviel rationalisieren kann man nicht, wie die Geldmenge ausgeweitet wird. Der Dumme ist am Ende - wie immer - der Verbraucher und Steuerzahler.
Das sollten wir endlich beenden - und das geht!

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