Anleihemarkt

Philippinen-Anleihen bieten erheblichen Renditevorteil

18. Juli 2008 Die philippinische Notenbank hat am Donnerstag die Leitzinsen angehoben. Mit einer Erhöhung um 50 Basispunkte auf nunmehr 5,75 Prozent ist dieser Zinsschritt stärker als erwartet ausgefallen. Der Markt hatte nur mit einem kleineren Zinsschritt von 25 Basispunkten gerechnet.

Eine aggressiveres Vorgehen wäre aber eigentlich ohnehin längst angesagt gewesen. Denn obwohl die Inflationsrate von 2,7 Prozent im Dezember 2007 bis Juni auf 11,4 Prozent, und damit das höchste Niveau seit 14 Jahren, rasant gestiegen ist, hat die Notenbank erst im April mit Zinserhöhungen reagiert und seitdem den Tagesziehungssatz in zwei Schritten um lediglich 75 Basispunkte angehoben.

Bis 2010 laufende Anleihe bringt Rendite von sieben Prozent

Die zögerliche Haltung dürfte mit ein wichtiger Grund dafür sein, warum sich der Risikoaufschlag gegenüber Bundesanleihen in diesem Jahr noch deutlicher als bei den meisten anderen Schwellenländern erhöht hat. So weist die bist 22. Februar 2010 laufende und einem Kupon von 9,125 Prozent ausgestattete Philippinen-Staatsanleihe (Isin XS0163410961) aktuell einen Renditeaufschlag gegenüber vergleichbar lang laufenden Bundesanleihen von 266 Basispunkte auf. Die Rendite beläuft sich auf sieben Prozent.

Für Anleger, die das Papier bis zur Endfälligkeit halten, könnte dies eventuell ein interessantes Einstiegsniveau sein. Kurzfristig sind allerdings wie schon in den Vormonaten weitere Kursverluste bei dieser und anderen Philippinen-Anleihen nicht ausgeschlossen. Denn die von den steigenden Energie- und Reispreisen getriebene Inflationsraten könnten zunächst durchaus noch weiter steigen und damit Druck auf die Anleihenkurse ausüben.

Leitzinsen dürften weiter steigen

Auch die philippinische Notenbank zeigte sich in ihrer Stellungnahme nach der Zinsentscheidung besorgt über Zweitrundeneffekte, die bereits sichtbar seien. Ihre Inflationsprognose hat sie jedenfalls von sieben bis neun Prozent auf jetzt neun bis elf Prozent erhöht. Auch im ersten Quartal 2009 wird noch mit zweistelligen prozentualen Zuwachsraten gerechnet.

Bei der WGZ Bank schlussfolgern die Analysten daraus, dass die Notenbank deswegen nun anscheinend entschiedener gegen den hohen Verbraucherpreisanstieg vorgehen will und die Zinsstraffungen in diesem Jahr weiter fortsetzen dürfte. Die Volkswirte bei der DBS Bank sehen den Leitzins im nächsten Jahr noch bis auf 6,5 Prozent steigen.

Bis der Höhepunkt im Zins- und Inflationszyklus erreicht ist, könnte es mit den Anleihekursen noch etwas weiter nach unten gehen. Halter bis zur Endfälligkeit der erwähnten 2010-Anleihe würde das aber nicht belasten. Denn sie bekommen am Ende den Nominalbetrag zurück und mit einem Zahlungsausfall bis zu diesem überschaubaren Termin ist im Normalfall nicht zu rechnen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @JüB
Bildmaterial: F.A.Z.

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