Unternehmensanleihen

Deutsche Börse mit attraktiver Rendite

10. April 2008 Endlich kommt wieder ein wenig mehr Bewegung in den Primärmarkt für Unternehmensanleihen. Sogar Neulinge finden sich ein. So hat die Deutsche Börse AG in der laufenden Woche eine Anleihe im Volumen von 500 Millionen Euro begeben (Isin XS03539632259.

Nach Angaben der Konsortialbanken von Montag ist die Anleihe mit einem Renditeaufschlag von 85 Basispunkten über Swapmitte gepreist worden. Damit liegt die Verzinsung des über fünf Jahre laufenden Papiers am unteren Ende der zuvor genannten Spanne von 85 bis 90 Basispunkten. Der Kupon des Papiers mit fünfjähriger Laufzeit betrage 5,0 Prozent, der Preis für institutionelle Investoren 99,624 Prozent, womit sich eine Emissionsrendite von 5,087 Prozent ergibt.

Ablösung von Altkrediten geplant

Mit den aufgenommenen Mitteln soll eine Überbrückungsfinanzierung für die insgesamt rund zwei Milliarden Euro teure Übernahme der amerikanischen Optionsbörse ISE abgelöst werden, die die Deutsche Börse Ende 2007 abgeschlossen hatte.

Die Finanzierung wurde von der Deutschen Börse und der Schweizer Börse SWX im Verhältnis ihrer Gewinnbeteiligung an der Eurex, also im Verhältnis 85 zu 15 Prozent, getragen. Die Deutsche Börse nahm dazu einen Überbrückungskredit in Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro auf. Dieser Überbrückungskredit, hatte es damals geheißen, werde durch Einbehaltung künftiger Gewinne (ca. 200 Millionen Euro) und einer Kombination aus vorrangigen und hybriden Schuldtiteln (rund 1,3 Milliarden Euro) abgelöst werden.

Die jetzt begebene Anleihe, die dem Vernehmen nach vierfach überzeichnet war, ist dazu ein erster Schritt und es ist sicherlich begrüßenswert, dass die Anleihe die Verschuldung nicht weiter erhöht, sondern vielmehr die Bilanzstruktur verbessern sollte. Die Ratingagentur S&P stuft die Kreditwürdigkeit des Frankfurter Börsenbetreibers mit „AA“ ein. Moody's hatten zuletzt das Rating von „Aa1“ im April 2007 zurückgezogen, nachdem das Unternehmen den Vertrag mit der Agentur gekündigt hatte.

Höheres Zins- und Spreadniveau

Der Kupon von fünf Prozent zeigt, dass das Zinsniveau am Primärmarkt deutlich gestiegen ist, lag die Nominalverzinsung von fünfjährigen Bonds dieser Rating-Klasse zwischen 2004 und 2006 doch deutlich unter vier, bisweilen sogar drei Prozent. Selbst die 2006 begebene BASF-Anleihe mit einem Rating von „Aa3“ hatte nur einen Kupon von vier Prozent.

Sie liegt damit auch noch über dem Pricing der im September 2007 begebenen siebenjährigen BASF-Anleihe, die seinerzeit mit einem Kupon von fünf Prozent ausgestattet und auf diese Weise 52 Basispunkte über dem mittleren Swapsatz gepreist war.

Die Deutsche Börse trägt damit zumindest im Ansatz den gestiegenen Ausfallrisiken Rechnung, bei denen die Rating-Agentur Standard & Poor's jüngst erst beklagte, dass diesen auf dem europäischen Primärmarkt zu wenig Rechnung getragen werde.

Interesse scheint hoch

Indes ist das Ausfallrisiko einer AA-Anleihe vergleichsweise gering. Wer zudem sich nicht gerade eine Bank-Anleihe ins Depot legen will, ist mit dem Papier nicht schlecht bedient, rentieren Anleihen mit vergleichbarere Restlaufzeit und ähnlichem Rating eher im Bereich von 4,5 Prozent. Dies gilt auch, nachdem der Kurs nunmehr bereits vor dem offiziellen Listing auf mittlerweile 103,34 Prozent gestiegen ist und der Bond damit nur noch mit 4,921 Prozent rentiert.

Mehr Rendite bieten derzeit nur die Anfang 2013 fälligen Anleihen der britischen Barclays Bank (5,463 Prozent) und der Bank of Scotland (5,478 Prozent) sowie eine Nachrang-Anleihe der Deutschen Bank (5,156 Prozent). Demgegenüber ist das Börsen-Papier aber vorrangig und bietet ein geringeres Risiko.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @mho
Bildmaterial: dpa, F.A.Z.

 
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