17. November 2004 Für Rumänien läuft momentan vieles nach Wunsch. Die Wirtschaft wächst, der Beitritt zur EU im Jahr 2007 rückt immer näher und die Land erhält Lob für die unternommenen Anstrengungen. Aus Sicht der Gläubiger hat Rumänien dabei zur Wochenmitte so etwas wie einen Ritterschlag erhalten. Denn die Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit des Landes erstmals auf Investmentgrad angehoben.
Unter Verweis auf das gesenkte Haushaltsdefizit und zuletzt verstärkt vorangetriebenen Privatisierungen hat das Land das bisherige Rating gleich um zwei Stufen erhöht. Fitch geht damit schon einen Schritt weiter als etwa der Konkurrent Standard & Poor´s. Der hat das Rating für Rumänien letztmals am 14. September angehoben, blieb mit dem neuen Urteil aber noch eine Stufe unter dem Investmentgrad.
Inflationsrate auf dem tiefsten Stand seit 1990
An den Anleihemärkten kommt die Entscheidung von Fitch höchstens vom Zeitpunkt her überraschend. Die starken Kursgewinne, welche rumänische Anleihen zuletzt verzeichneten, deuten nämlich schon an, daß schon seit längerem eifrig auf weitere Bonitätsverbesserungen gewettet wurde.
So ist der Kurs der bis zum 02. Juli 2010 laufenden und einem Kupon von 5-3/4 Prozent ausgestatteten Euro-Staatsanleihe seit dem 13. Mai 2004 von 99,25 Prozent auf aktuell 108,90 Prozent gestiegen. Die Rendite hat sich dadurch auf inzwischen nur noch 3,947 Prozent verringert.
Diese Gewinne sind neben dem allgemein in Europa gefallenen Renditeniveau auch über die vorteilhafte Inflationsentwicklung in Rumänien selbst zu erklären. Im Oktober ist die nämlich von 11,1 Prozent im Vormonat auf 10,8 Prozent gefallen. Das ist der tiefste Stand seit 1990 und zeigt, daß das Land bei der Inflationsbekämpfung auf dem richtigen Weg ist.
Die größte Kursgewinne dürften eingefahren sein
Das erfreuliche Entwicklung der rumänischen Staatsanleihen bedeutet zum einen, daß sich langfristige Besitzer dieser Anleihe über schöne Gewinne freuen dürfen. Zum anderen heißt dies aber auch, daß der Renditeaufschlag gegenüber vergleichbaren deutschen Staatsanleihen schon deutlich zusammengeschmolzen ist. Noch ist der Konvergenzprozeß damit zwar noch nicht abgeschlossen, aber die schnellen und der größte Teil der Gewinne scheinen nunmehr gemacht zu sein.
Noch einmal einen weiteren kurzen Schub könnten die rumänischen Anleihen dann bekommen, wenn das Land noch im laufenden Jahr alle noch offenen Verhandlungskapitel mit der EU abschließen könnte, wofür sich zuletzt die Vorzeichen mehrten. Denn dies wäre als ein wichtiger Schritt vorwärts bei der Erfüllung des Zeitplans zu werten, der für den 2007 geplanten EU-Beitritt zu erfüllen ist. So üppige Gewinne wie zuletzt sind jetzt aber wie erwähnt nicht mehr zu erwarten, was aus den rumänischen Staatsanleihen aus einer bisherigen Kaufempfehlung nur noch eine gute Halteposition macht.
Der Chart zeigt die Entwicklung der bis 2010 laufenden rumänischen Euro-Staatsanleihe
Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.
Text: @JüB
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 6.440,70 | -1,46 |
| TecDax | 721,58 | -3,36 |
| DowJones | 11.349,28 | -2,43 |
| Nasdaq | 2.280,11 | -1,97 |
| STOXX 50 | 3.354,58 | -0,97 |
| Nikkei 225 | 13.603,31 | +2,18 |
| Euro/Dollar | 1,57 | +0,08 |
| Bund Future | 110,94 | +0,75 |
| Gold | 932,10 | +0,48 |
| Öl | 124,98 | -1,22 |
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