04. Januar 2009 Sichere Anlagen sind derzeit das Einzige, was die Anleger haben wollen. Darum kaufen sie derzeit nur eines: Staatsanleihen. Die Folge: Deren Kurse sind nach oben geschnellt, und selbst Bundesanleihen mit langen zehn Jahren Laufzeit bringen nur weniger als drei Prozent Rendite. Anleger sollten darum auch andere sichere Papiere ansehen, vor allem Pfandbriefe.
Die sind nach den Staatsanleihen die sichersten Zinspapiere. Doch in der Finanzkrise trauen die Anleger selbst ihnen nicht mehr. Das konnte man in der Renditedifferenz zu Staatsanleihen ablesen. Pfandbriefe mit fünf Jahren Laufzeit boten vor Ausbruch der Finanzkrise im Juli 2007 etwa 0,2 Prozentpunkte mehr Rendite, weil Bundesanleihen eben immer noch ein klein bisschen sicherer waren. In den ersten Monaten der Krise waren es schon 0,4 bis 0,5 Prozentpunkte. Und in der Panik nach der Lehman-Pleite schoss der Abstand auf einen ganzen Prozentpunkt in die Höhe, heute liegt er immer noch so hoch. Am Rentenmarkt ist das viel. Schließlich warfen Bundesanleihen schon damals weniger als vier Prozent ab.
Überdurchschnittlich viel Rendite
Das heißt: Obwohl Pfandbriefe fast die gleiche Sicherheit bieten wie Staatsanleihen, bringen sie derzeit überdurchschnittlich viel Rendite: bei fünf Jahren Laufzeit im Durchschnitt 3,4 Prozent, bei zehn Jahren 3,9 Prozent.
In der Tat sind Pfandbriefe sicherer, als die Anleger derzeit denken. Zwar gab es Zweifel daran, als ein großer Anbieter erst in letzter Minute gerettet wurde: die Hypothekenbank Hypo Real Estate. Aber selbst wenn eine Pfandbriefbank pleitegeht, verfallen ihre Pfandbriefe nicht. Das ist in der mehr als 200jährigen Geschichte noch nie passiert. Denn diese Wertpapiere sind vor dem Zugriff anderer Gläubiger sicher.
Öffentliche Pfandbriefe sind zudem mit Darlehen an den Staat hinterlegt. Da er sie mit gleicher Wahrscheinlichkeit zurückzahlt wie Staatsanleihen, ist die Sicherheit fast genauso hoch. Deshalb ist der Renditevorsprung von öffentlichen Pfandbriefen derzeit nur etwa halb so hoch wie der des anderen Pfandbrieftyps: Hypothekenpfandbriefen. Aber auch diese Papiere sind zumindest in Deutschland stark geschützt. Sie sind mit Grundpfandrechten auf Immobilien abgesichert. Selbst bei einem starken Einbruch am Immobilienmarkt leiden die Papiere nicht. Die hinterlegten Hypotheken dürfen nämlich nur mit 60 Prozent des Grundstückswertes beliehen werden. Das heißt, die Preise müssten schon um mehr als 40 Prozent fallen, bevor die Sicherung nicht mehr reicht.
Zur Not springt wohl der Staat ein
Zudem übersteigt das hinterlegte Volumen das Emissionsvolumen des Pfandbriefes um zwei Prozent. Einige Hypotheken könnten also sogar ganz ausfallen, ohne dass der Pfandbrief Probleme bekäme. Hinzu kommt für alle Pfandbriefbanken: Geraten sie in die Insolvenz, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass zur Not auch andere Banken oder der Staat einspringen. Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Beispiel hat versprochen, dass kein deutscher Pfandbrief ausfallen werde.
Anleger, die Pfandbriefe kaufen wollen, sollten kurze Laufzeiten von einem oder zwei Jahren bevorzugen. "Für längere Laufzeiten gibt es kaum zusätzlichen Zins. Das ist angesichts des höheren Risikos zu wenig", sagt Analyst Sebastian Sachs von der DZ Bank. Das große Problem aber ist, dass ein Handel derzeit kaum stattfindet. "Niemand will auf diesem niedrigen Preisniveau seine Papiere verkaufen", sagt Sachs. Zudem ist das Vertrauen noch nicht zurückgekehrt. Jederzeit könnten sich die Renditedifferenzen wieder ausweiten. Das brächte Kursverluste für kurzfristig orientierte Anleger.
Nur Käufer, die die Pfandbriefe bis zum Ende der Laufzeit halten, sollten sich daher engagieren. Am einfachsten kommen sie über Fonds in den Markt. Einige europäische Staatsanleihefonds mischen bis zu ein Drittel öffentliche Pfandbriefe bei. Unternehmensanleihefonds kaufen auch Hypothekenpfandbriefe. Die direkteste Art sind Indexfonds, die einen Pfandbriefindex abbilden.
Am stärksten gehandelt wird der iShares eb.rexx Jumbo Pfandbriefe. In einem Jahr legte er rund sechs Prozent zu. Der Fonds baut einen Index nach, der die Wertentwicklung von bis zu 25 deutschen Jumbo-Pfandbriefen möglichst exakt abbildet. Die Jumbos sind besonders große Pfandbriefe und müssen in dem Index ein Volumen von mindestens zwei Milliarden Euro haben. Der Index beinhaltet Pfandbriefe mit Laufzeiten zwischen 1,5 und 10,5 Jahren.
Text: F.A.S.
Bildmaterial: F.A.Z.
| Name | Kurs | in % |
| DAX | 5.930,53 | +1,70% |
| TecDAX | 817,81 | +0,30% |
| MDAX | 7.454,26 | +0,82% |
| SDAX | 3.547,67 | −0,22% |
| REX | 378,50 | −0,06% |
| Eurostoxx 50 | 2.926,05 | +1,91% |
| Dow Jones | 10.414,10 | +0,83% |
| Nasdaq 100 | 1.828,79 | +1,19% |
| S&P500 | 1.114,05 | +1,05% |
| Nikkei225 | 10.183,50 | +0,41% |
| EUR/USD | 1,4284 | +0,06% |
| Rohöl Brent Crude | 72,99 $ | −1,18% |
| Gold | 1.105,50 $ | +0,09% |
| Bund Future | 122,90 € | −0,43% |
| Gesamt- Index |
Durchschnitt 90 Tage |
Durchschnitt 200 Tage |
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|---|---|---|---|
Aktien-Index21.12.2009 13:00 |
1383,26 | 1347,84 | 1293,81 |
Performance-Index21.12.2009 17:35 |
308,08 | 297,82 | 283,23 |
Euro-Aktien-Index21.12.2009 17:35 |
144,11 | 141,11 | 130,06 |
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