Unternehmensanleihen

Gute Bonitäten sind weiter gefragt

GEs AAA-Anleihen sind weiter gefragt

GEs AAA-Anleihen sind weiter gefragt

29. August 2007 Die Kreditmärkte tendieren derzeit schwach und die Situation auf dem Markt für Unternehmensanleihen angespannt. Schon seit Monaten laufen die meisten Anleihenkurse rückwärts, die Renditeaufschläge steigen.

Das trifft besonders spekulative Papiere. So hat sich der Spread zwischen Anleihen der Bonitätskategorien C und BB von rund 200 Basispunkten Ende Mai auf mittlerweile mehr als 300 Basispunkte ausgeweitet. Zwischen BB- und BBB-Anleihen ist er von unter 100 auf rund 200 Basispunkte angestiegen.

Gute Bonitäten sind gefragt

Trotz dieser allgemeinen Schwäche gibt es für Neuemissionen guter Bonität durchaus Nachfrage. Allein am Dienstag haben amerikanische Emittenten Unternehmensanleihen im Gesamtvolumen von acht Milliarden Dollar bei Investoren unterbringen können. Schon in den vergangenen Wochen war das Emissionsvolumen gut bewerteter Papiere ungeachtet der Verunsicherung an den Märkten überdurchschnittlich. Dagegen herrscht gerade bei den höher verzinsten Angeboten für fremdfinanzierte Firmenübernahmen eine andauernde Flaute.

„Es gibt eine Menge Geld, das auf Anlagemöglichkeiten wartet“, sagte Scott MacDonald, Leiter der Abteilung Marktbeobachtung bei Aladdin Capital Management. Wenn ein gutes Angebot auf den Markt komme, griffen die Anleger zu. Eine Anleihe der amerikanischen Telekommunikationsgesellschaft AT&T sei beispielsweise am Dienstag von ursprünglich ein auf 2 Milliarden Dollar aufgestockt worden.

AT&T stockt Volumen auf

Anleger bewiesen damit ihre Bereitschaft, den Finanzbedarf des Unternehmens zu decken. „AT&T ist eine mit 'A' bewertete Gesellschaft. Es gibt keine Liquiditätsfragen und das ist auch gut. Ein solides Unternehmen, das Investoren anzieht“, sagte MacDonald.

AT&T hatte eine 30-jährige Anleihe zum Ausgabepreis von 99,568 mit einer Rendite von 6,533 Prozent begeben. Am deutschen Anleihenmarkt ist das Telekommunikationsunternehmen mit einem im März begebenen festverzinslichen Euro-Bond vertreten, dessen Kupon sich auf 4,375 Prozent beläuft und der im März 2013 fällig wird.

Seine Rendite ist seit Anfang Juli von 5,23 Prozent auf aktuell 4,99 Prozent gefallen und liegt damit bei einem Rating von „A2“ nur wenig unter der im sieben Monate später fälligen und mit „A3“ bewerteten Anleihe der Deutschen Telekom.

Deutsche Bank mit Milliardenemission

Neue Anleihen gab es vor allem. wie auch nicht anders zu erwarten, von Bankhäusern. So gehören die Europäische Investitionsbank, Capital One, Morgan Stanley und die Deutsche Bank zu den Emittenten.

Das neue Papier der Deutschen Bank im Volumen von 1,5 Milliarden Euro kommt mit einem Kupon von 5,125 Prozent. Der Ausgabekurs für institutionelle wie private Anleger liegt bei 99,168 Prozent. Die Laufzeit betrage zehn Jahre. Der Renditeabstand zur entsprechenden Bundesanleihe betrage 103,3 Basispunkte. Die Anleihe soll in Luxemburg gelistet werden.

Die Deutsche Bank verfügt über ein Rating von „Aa1“, der zweitbesten Bonitätsnote überhaupt. Im Juni hatte das Geldinstitut einen vergleichsweise kleinen Kurzläufer begeben, der 2009 getilgt werden soll und diesen mit einem Kupon von 4,6 Prozent ausgestattet.

Der neue Bonds der Deutschen Bank kommt mit einer Anfangsrendite von 5,23 Prozent, die damit 65 Basispunkte oberhalb der vergleichbaren Mid-Swaps liegt. Darin könnte man deutlich höhere Finanzierungskosten hinein interpretieren, rentieren Anleihen gleicher Bonität der LRP die 2016 fällig werden und im Vorjahr begeben wurden, mit 4,7 Prozent deutlich niedriger als die kürzere Restlaufzeit nahelegt. Dies ist insofern nicht abwegig, als gerade Banken momentan sich keiner allzu großen Beliebtheit an den Kapitalmärkten erfreuen.

Junkbondsmarkt darbt weiter

Im AAA-Bereich hat GE Capital European Funding, ein neues Papier begeben, das bei drei Jahren Laufzeit einen Kupon von 4,625 Prozent und eine anfängliche Rendite von 4,73 Prozent mitbrachte. Dass diese Emission interessant war, zeigt die Tatsache, dass die Rendite in den vergangenen sechs Tagen bereits auf 4,514 Prozent gefallen ist.

Weitaus schwächer präsentiert sich dagegen der Markt für Papiere niedriger Bonität. Die zahl der Angebote ist in diesem Monat sehr überschaubar. Im August wurden laut Thomson Financial lediglich Papiere für 1,9 Milliarden Dollar verkauft, im Juli waren es 2,4 Milliarden Dollar. Das Angebotsvolumen in dieser Kategorie umfasste im Juni noch 22,4 Milliarden Dollar und im Mai 24,1 Milliarden Dollar. Der Rekordwert wurde im vergangenen November mit 28,8 Milliarden Dollar erreicht.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @mho mit Material von Dow Jones
Bildmaterial: AFP, FAZ.NET

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