28. April 2008 Die Renditen von Staatsanleihen sind in den vergangenen Wochen zwar wieder etwas gestiegen. Richtig viel Rendite werfen sie aber noch nicht ab. Optisch betrachtet sieht es bei den Unternehmensanleihen besser aus. Das hat auch seinen Grund. Denn wegen der Kreditkrise und der damit gestiegenen Angst vor Zahlungsausfällen ist neben den Renditen auch die Risikowahrnehmung gestiegen.
Doch bei genauem Hinsehen lassen sich Unternehmensanleihen finden, die inzwischen ein interessantes Chance-Risiko-Profil aufweisen.
Unter Beachtung einer ausreichenden Bonität - was eine Kreditwürdigkeitsnote von BBB oder besser bedeutet - sind die Analysten der WGZ Bank für Anleger, welche die Anleihen kaufen und bis zur Endfälligkeit im Depot halten, Telekomsektor fündig geworden.
Hohe Renditeaufschläge für Telekomanleihen
Auch in diesem Sektor haben sich die Renditeaufschläge im Zuge der Kreditkrise deutlich ausgeweitet. Bei der WGZ Bank gehen die Verantwortlichen aber davon aus, dass die meisten Branchenvertreter trotz schwieriger werdender Wettbewerbsbedingungen auch künftig solide Cashflows und Erträge erwirtschaften können. Außerdem habe die Branche strategische Bedeutung und das Telekomgeschäft gilt als wenig zyklisch.
Den Anleihe-Experten der WGZ Bank gefällt beispielsweise die bis zum 29. Juni 2011 laufende Anleihe der australischen Gesellschaft Telstra (Isin: XS0131858838). Das Papier trägt einen Kupon von 6,375 Prozent und weist eine vergleichsweise hohe Rendite von 5,75 Prozent auf, insbesondere wenn das solide Rating im A-Segment (A2/A) berücksichtigt wird.
Etwas schlechter fällt unter Ratingaspekten (A3/A-) das Urteil über die Deutsche Telekom aus. Außerdem weist die am 29. Mai 2012 fällig werdende Anleihe (Isin: XS0148956559, Kupon: 8,125 Prozent) eine etwas längere Laufzeit auf.
Aber dafür ist der Handel mit dem Papier, das eine Rendite von 5,65 Prozent bringt, liquider. Das ist für Anleger wichtig, die flexibel bleiben wollen und unter Umständen die Anleihe vorzeitig verkaufen wollen.
Papiere von Telstra, Deutsche Telekom und KPN interessant
Wem das unter Renditegesichtspunkten nicht reicht, kann auf den niederländischen Telekomkonzern KPN ausweichen. Dessen Bonität ist mit Noten von Baa2/BBB+ zwar etwas schlechter. Dafür bekommen Buy-and-Hold Anleger für die bis 22. Juni 2015 laufende und mit einem Kupon von 4,0 Prozent ausgestattete Anleihe (Isin: XS0222766973) eine Rendite von 5,811 Prozent.
Der Kurs des Papiers ist in den vergangenen Handelstagen jedoch spürbar gestiegen. Das schmälert entsprechend die Rendite für jene Anleger, die jetzt noch zugreifen wollen.
Allerdings läuft diese Anleihe vielleicht sogar etwas zu lang. Denn: Sollte die Tendenz zu steigenden Inflationsraten anhalten, könnte der Mehrertrag auch schnell von der Teuerung aufgefressen werden. Zumindest ist dieser Aspekt anders als in den Vorjahren mittlerweile wieder in die Anlageüberlegungen mit einzubeziehen.
Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht der FAZ-Redaktion wider.
Text: @JüB
Bildmaterial: F.A.Z., REUTERS, WGZ Bank
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 6.347,27 | -1,45 |
| TecDax | 715,80 | -0,80 |
| DowJones | 11.349,28 | -2,43 |
| Nasdaq | 2.280,11 | -1,97 |
| STOXX 50 | 3.308,46 | -1,37 |
| Nikkei 225 | 13.334,76 | -1,97 |
| Euro/Dollar | 1,57 | +0,32 |
| Bund Future | 111,32 | +0,34 |
| Gold | 931,22 | +0,38 |
| Öl | 124,98 | -1,22 |
