Anleihenstrategie

AAA: Depotstabilisierung mit Notausstieg

31. Mai 2006 Es gibt nichts Sichereres als eine Anleihe, die von den Rating-Agenturen mit der Bestnote „AAA“ eingestuft wird. Da muß man sich in der Regel keinerlei Gedanken über Ausfallrisiken machen, da diese so verschwindend gering sind, daß man sie sie ebenso gut vernachlässigen kann.

Indes muß man dabei schon In Kauf nehmen, daß die Kuponzahlungen und Renditen eher im weniger attraktiven Bereich sind. Steigen dann wie im vergangenen Jahr die Anleihenkurse auf Rekordhöhen, dann fallen die Renditen so mickrig aus, daß sich der einstieg nicht mehr lohnt, vorausgesetzt man spekuliert nicht auf weitere Kursgewinne, sondern will dauerhaft sein Depot absichern.

Liquider als Festgeld, aber im Grunde ebenso sicher

Mittlerweile sind die Anleihenkurse wieder deutlich zurückgekommen. So notierte die Anleihe der Vauban Mobilisations Garanties (Isin FR0010139709) der Finanzierungsabteilung der französischen Hypothekenbank Crédit Foncier, im vergangenen September noch bei 107,75 Prozent und rentierte mit 3,29 Prozent. Das war nicht mehr viel höher als eine gute Festgeldanlage.

Mittlerweile ist der Kurs auf 98,90 Prozent gefallen und dir Rendite um fast einen Prozentpunkt geklettert. An diesen Wert kommen Festgeldanlagen nur noch in Ausnahmefällen heran. Und vor allem hat das ganze noch den Vorteil, daß man sich gegebenenfalls von der Anleihe wieder trennen kann, was bei einer Festgeldanlage naturgemäß nicht geht.

Der Wiederverkauf ist derzeit eine nahezu verlockende Option, denn mit 98,90 Prozent notiert die Anleihe wie die meisten AAA-Anleihen nahe bei ihrem Allzeittief. Alles bestens also, wäre da nicht das Zinsrisiko, das bei der bis 2017 laufenden Anleihe derzeit immerhin über acht Prozent liegt.

Zinsrisiko als Malus für Langläufer

Erhöht die EZB wie erwartet demnächst die Zinsen um 25 Basispunkte, müßte das Papier auf 96,83 Prozent fallen. Und wer weiß schon, ob es bei 25 Basispunkten bleibt? Zehn Jahre sind eine lange Restlaufzeit, während der noch viel passieren kann. Jedenfalls ist der Wiederverkauf dann oftmals nicht mehr ohne weiteres verlustfrei möglich.

Besser bedient ist der Anleger daher mit Anleihen mit kurzer Restlaufzeit. Vor allem dank zahlloser Bankemissionen ist die Auswahl groß. Bei Laufzeiten unter zwei Jahren ist nicht nur die Zinssensitivität weniger stark ausgeprägt. So beträgt das Zinsrisiko der bis Weihnachten 2007 laufenden Anleihe der KfW (Isin DE000A0AZAY5) nur 1,5 Prozent und die Zeitdauer bis zur Endfälligkeit ist nicht lang. Obendrein beträgt der Kupon lediglich zwei Prozent und so bleibt nach Steuern doch einiges mehr übrig.

Eines ist sicher: Mit AAA-Anleihen wird man nicht schnell reich. Doch für viele Anleger steht dies nicht so sehr im Vordergrund wie der Erhalt des realen Wertes des Vermögen und dabei gleichzeitig weiterhin die Möglichkeit zu haben, auf dieses im Notfall rasch zugreifen zu können.

Insofern empfehlen sich AAA-Anleihen als konservative Beimischung zu einem Depot. Wer sich aufmerksam umsieht, entdeckt immer wieder einmal einen interessanten Renditeausreißer. Vor allem aber sollte man nicht alle Eier in einen Korb legen. Das bedeutet, daß man auch bei AAA-Anleihen eine Streuung über Laufzeiten und Branchen anstreben sollte.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @mho
Bildmaterial: FAZ.NET

 
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STOXX 50 2.878,82 +0,22
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S&P 500 Zert. 10,50 -1,78
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