Zinsanlagen

Genussscheine sind selektiv eine echte Alternative

02. Mai 2008 Zuletzt sind die Renditen von Staatsanleihen zwar wieder etwas gestiegen. Richtig lukrativ sind die Renditen aber noch immer nicht, die Schulden von Staaten mit erstklassiger Bonität bringen.

Eine der wenigen Alternativen im Zinsbereich sind Genussscheine. Werfen diese Papiere doch in der Regel eine deutlich höhere Rendite ab. Allerdings sollten sich Interessenten vorher genau anschauen, auf welchen Genussschein sie konkret setzen. Denn verglichen mit Anleihen weist diese Gattung ein höheres Risiko auf.

Erklären lässt sich das damit, dass die Ausschüttung bei den Genussscheinen in der Regel an den wirtschaftlichen Erfolg des Emittenten geknüpft ist. Das heißt, es wird nicht nur das Recht erworben, am Geschäftserfolg des Schuldners teilzuhaben, sondern man trägt im Negativfall auch etwaige Verluste mit. Diese Papiere weisen somit Merkmale von Fremd- wie auch von Eigenkapital auf und werden deshalb als zwischen Aktien und Anleihen angesiedelte Zwitterprodukte bezeichnet. Außerdem ist die Ausgestaltung von Genüssen sehr unterschiedlich, weshalb es wichtig ist, sich mit den jeweiligen Bestimmungen genau vertraut zu machen.

Interessante Genussscheine im Überblick

Dass die Risiken nicht nur theoretischer Natur sind, zeigt sich beispielsweise gerade an den Genussscheinen einiger Banken. So ist der bis zum 31. März 2017 laufende Genussschein (Isin DE0002731429) der von der Kreditkrise gebeutelten IKB extrem abgestürzt. Das Papier kommt dadurch jetzt auf eine Rendite von gut 25 Prozent, wobei aber nicht klar ist, ob das Institut wirklich immer bezahlen kann bis zur Endfälligkeit.

Mit 8,2 Prozent rentiert der bis zum 31. Dezember 2013 laufende Genussschein der Aareal Bank (Isin DE0001615805) zwar deutlich tiefer, aber weil der Immobilienfinanzierer bisher die Turbulenzen der Kreditkrise vergleichsweise glimpflich überstanden hat, ist auch das Risiko viel geringer.

Einigermaßen überschaubar dürfte auch das Risiko beim Medizin- und Sicherheitstechnikkonzern Drägerwerk sein. Das macht den unbefristeten Genussschein mit der Isin DE0005550719 interessant, der auf eine Rendite von rund 7,5 Prozent kommt. Noch etwas weniger, nämlich 6,93 Prozent bringt der ebenfalls unbefristete Bertelsmann-Genussschein (Isin: DE0005229942). Dieses Papier ist aber der Parade-Genusschein schlechthin und ein Standardinvestment in dem Bereich, zumal das Medienunternehmen auch geschäftlich gut dasteht.

Steuerlicher Vorteil läuft bald aus

Warum es trotz der jüngsten Kursturbulenzen, die auch dieses Segment nicht ungeschoren ließen, gerade jetzt lukrativ sein könnte, sich zu engagieren, hat auch mit steuerlichen Überlegungen und der Konstruktion von Genussscheinen zu tun. Denn anders als bei Anleihen sind die aufgelaufenen Stückzinsen bei Genüssen zeitanteilig im Kurs enthalten. Am Tag der Ausschüttung verringert sich der Kurs dann um den ausgezahlten Betrag.

Diese Konstruktion ist deshalb jetzt noch interessant, weil die Kursgewinne von Papieren, die länger als ein Jahr gehalten werden, bekanntlich steuerfrei vereinnahmt werden können. Das funktioniert aber nur noch bei Käufen, die bis zum Jahresende getätigt werden. Danach behält der Fiskus mit dem Inkrafttreten der Abgeltungssteuer auch bei Genussscheinen von Kursgewinnen und Zinszahlungen 25 Prozent ein.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @JüB
Bildmaterial: F.A.Z.

 
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TecDax 738,66 +0,52
DowJones 11.384,21 +1,36
Nasdaq 2.294,44 +2,28
STOXX 50 3.324,16 +1,11
Nikkei 225 13.052,13 +0,15
S&P 500 Zert. 12,41 -1,74
Euro/Dollar 1,57 +0,10
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