Zins- & Rentenmärkte

Banken gehen mit hohen Sonderzinsen auf Kundenfang

Noch bleibt die EZB hart

Noch bleibt die EZB hart

13. März 2008 Die Anlagezinsen und die Anleihenrenditen fallen seit Wochen eher. Denn Zinserhöhungen sind in Europa nicht mehr zu erwarten, auch wenn die Europäische Zentralbank mit Zinssenkungen noch zögert. Trotzdem zeigt eine Zusammenstellung der FMH-Finanzeratung, dass sowohl namhafte als auch weniger bekannte Institute die Festgeld- und Tagesgeldzinsen hochziehen, um nun massiv neue Kunden zu gewinnen.

Der Hintergrund: Die Banken setzen auf die Trägheit der Kunden. Haben diese erst einmal die Bank gewechselt, dann bleiben sie meist länger als man vermuten sollte. Und zum Glück für die neue Bank kaufen sie dann dort auch mehr, als nur einen zeitlich begrenzten Tagesgeld- oder Festgeldzins.

Für dieses Verhaltensmuster ist vor allem die ING-DiBa ein Beleg. Das Institut kann das größte Volumen an Tagesgeld nachweisen und hat nur sehr geringen Kundenschwund, obwohl deren Tagesgeldzinsen von 3,25 Prozent lange schon nicht mehr Spitze sind, sondern nur noch im Mittelfeld rangieren.

Die meisten der nun aggressiv auftretenden Banken gehen davon aus, dass sie vor allem von den recht trägen Sparkassen und Volksbanken Gelder abziehen können. Denn für immer mehr Kunden ist ein Online-Antrag keine Last mehr, sondern selbstverständlich geworden. Das meist notwendige Identifizierungsverfahren über die Post (Post-Ident) ist kein Hindernis mehr.

Es lohnt sich daher in jedem Fall zu rechnen, was die Anlage bei einer neuen Bank an Zinsgewinn bringt. Ein Anlagebetrag von 10.000 Euro, der über 12 Monate im Festgeld angelegt wird, bringt bei einem durchschnittlichen Angebot vier Prozent 400 Euro und beim Topangebot derzeit sogar 500 Euro. Ein Sparbuch dagegen bringt weniger als die Hälfte davon.

Wer seine 10.000 Euro für 6 Monate auf einem Tagesgeldkonto parken will, kann sich entweder mit 150 Euro Zinsennahmen begnügen oder sich bei einem Wechsel über 250 Euro freuen. Bei solchen Differenzen lohnt sich dann auch ein zeitlicher Aufwand von maximal einer Stunde, um den Antrag online auszufüllen und auf der Post seinen Personalausweis vorzuzeigen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @stt
Bildmaterial: AP, F.A.Z., FAZ.NET, FMH-Finanzberatung

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