Unternehmensanleihen

Lanxess-Anleihe wirft einen hohen Renditeaufschlag ab

18. April 2008 Die Kreditkrise und die damit verbundene Risikoaversion haben dazu geführt, dass Unternehmensanleihen derzeit viel höhere Renditen abwerfen als noch vor einem Jahr. Bei solide dastehenden Unternehmen ergeben sich dadurch jetzt günstige Einstiegsgelegenheiten.

Zu den potentiellen Kaufkandidaten zählt der aus einem Spin-off vom deutschen Chemie- und Pharmakonzern Bayer entstandene viertgrößte deutsche Chemiekonzern Lanxess. Die Zahlen von Lanxess für das abgelaufene Geschäftsjahr sind nicht so schlimm, wie sie auf den ersten Blick aussehen. Im Vorjahr ist der Umsatz zwar um 4,8 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro gesunken und das Nettoergebnis sogar um 43 Prozent auf 112 Millionen Euro gefallen. Aber dieser Sturz war auf Portfolio- und negative Währungseffekte zurückzuführen. Hinzu kamen Sonderbelastungen im Zusammenhang mit dem Verkauf des margenschwachen Kunststoffgeschäfts Lustran Polymers.

Risikoprofil hat sich verbessert

Kreditanalysten konnten dem Ergebnisausweis dennoch einiges Positives abgewinnen. So hat der Rückzug aus dem stark zyklischen Geschäft laut Christian Grohotolsky von Raiffeisen Research zu einem besseren Risikoprofil geführt. Zudem seien durch den Verkauf und Kostensenkungen die Margen gestiegen. Grohotolsky hält außerdem das Ziel des Unternehmens für realistisch, für jeden Geschäftsbereich schon 2008 (und nicht wie ursprünglich geplant 2009) eine Ebitda-Marge von mehr als 5 Prozent zu erwirtschaften.

Dabei hilft auch die breite Aufstellung des Konzerns (das Produktsortiment reicht von Basis-, Spezial- und Feinchemikalien über Kunststoffe bis zu Kautschuk), wodurch die konjunkturelle Schwäche in Amerika laut Vorstand durch die Präsenz in Wachstumsregionen wie Asien, Lateinamerika und Osteuropa aufgefangen werden soll. Die wichtigsten Märkte sind Europa, der Nahe Osten und Afrika (exklusive Deutschland) mit 32,8 Prozent, Amerika mit 24,9 Prozent, Deutschland mit 24,3 Prozent und Asien/Pazifik mit 18 Prozent des Umsatzes. Geht es nach Grohotolsky, ist die Gesellschaft anders als andere Chemieunternehmen zudem vor allzu großer Zyklizität geschützt, da die einzelnen Endmärkte von Lanxess unterschiedlichen Zyklen folgen.

Investmentgrad-Rating ein vorrangiges Ziel

Erwähnenswert ist auch die von 432 Millionen auf 277 Millionen Euro gesunkene Nettoverschuldung und das Vorhaben, zunächst auf der Akquisitionsseite weniger aggressiv zu agieren. Und zwar auch deshalb, weil die Positionierung im Investmentgrad-Bereich ein vorrangig strategisches Unternehmensziel ist. Im Juli 2007 stuften die Ratingagenturen S&P und Moody's das Rating von Lanxess um jeweils eine Stufe hinauf. Als Begründung gaben die Ratingagenturen erfolgreich durchgeführte Restrukturierungs- und Portfoliomaßnahmen an. Die Neuausrichtung des Unternehmens zeichne sich durch das nachhaltig verbesserte Geschäftsprofil aus und das spiegele sich in gestärkten Finanzkennzahlen und einer starken operativen Performance wider.

Bei Raiffeisen Research rechnet man mit einer stabilen Ratingentwicklung und rät bei der mit einem Kupon von 4,125 Prozent und einer Laufzeit bis zum 21. Juni 2012 ausgestatteten Lanxess-Anleihe mit der Isin XS0222550880 zum Kauf. Zur Begründung wird auf den zuletzt deutlich ausgeweiteten Renditeaufschlag verwiesen. Aktuell wirft das Papier eine Rendite von 5,618 Prozent ab, was einen Asset Swap Spread von 120 Basispunkten bedeutet.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @JüB
Bildmaterial: Bloomberg, dpa, Reuters, Raiffeisen RESEARCH

 
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S&P 500 Zert. 12,63 -0,71
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