Zwar Jurist, wendet aber die Sprache der Physik bei den Finanzen. Mir auf jeden Fall viel sympatischer als der Meister.
"Kurzfristig mag dies wirksam und gewünscht sein, längerfristig aber wird die Frage nach der Funktionsfähigkeit des überdehnten Kreditsystems immer drängender. Denn eigentlich war das Ziel der Zentralbanken, die übermäßige Ausdehnung der Geld- und Kreditmenge in den Griff zu bekommen."
Daß Menschen zur Panik neigen, ist allgemein bekannt. Das gilt für Finanzmarktakteure in gleicher Weise. Da der Herdentrieb auf global in Echtzeit vernetzten Märkten recht unkonstruktiv ausfallen kann, müssen sich verantwortliche Behördenvertreter so verhalten wie Axel Weber, Trichet und Bernanke: kontrolliert, diszipliniert und konstruktiv (schnelle Tender), damit sie nicht das auslösen, was sie besorgen. Herr Sanio hat sich als unverantwortlicher Boulevard-Redner aufgeführt.
Er hätte ruhig und besonnen seinen Amtsbesorgungen nachgehen müssen, statt die Brandglocke zu läuten.
Viele scheinen immer noch nicht gemerkt zu haben, wie Ernst die Lage wirklich ist. Wenn die Anleger erst einmal in Panik geraten, dann führt das hier zu einem Kollaps in bisher noch nicht erlebtem Ausmaß. Die breite Masse der "unbedarften" Anleger in Europa hat das heraufziehende Unwetter ja noch gar nicht bemerkt. Wenn diese Herde dann losrennt, gute Nacht. Das ist die Angst des Herrn Sanio. Er war nur ein wenig unvorsichtig.
Herr Sanio is kein Politiker, der fürs schönreden bezahlt wird.
Wenn Banken um BaselII herum über ausgelagerte Gesellschaften mit wenig Risikokapital große Krediträder drehen, kann man darüber nachdenken ob man da nicht ein Riegel vorschieben muß (Konsolidierungspflicht).
Aber Herr Sanio ist leider der falsche Adressat für Ihre Kritik
Es wäre schön, wenn ein solcher Panikredner wie Sanio zurücktreten würde.