Kreditversicherer

MBIA & Ambac geben Kampf um Ratings auf

05. Juni 2008 Nachdem die Finanzdienstleiter MBIA und Ambac Financial Group monatelang um die erstklassigen Bonitätsratings ihrer Bondversicherungs-Sparten gekämpft haben, scheinen sie nun das Handtuch zu werfen.

Angesichts ernüchternder Nachrichten von der Ratingagentur Moody's Investor Service signalisierten beide Unternehmen, keine neuen Kapitalerhöhungen durchzuführen. Diese wären wichtig, um die Finanzstärke der Unternehmen zu verbessern und die für die Kundenbindung bedeutenden Ratings zu verteidigen.

Geringere Bonität wird wahrscheinlicher

In den vergangenen sechs Monaten haben MBIA und Ambac insgesamt 4,1 Milliarden Dollar (2,7 Milliarden Euro) beschafft, um die Ratingagenturen von ihrer Kapitalstärke zu überzeugen und so ihre Bonitätsnoten zu verteidigen. Moody's überprüft die Bonitätseinstufungen der beiden weltgrößten Bondversicherer mittlerweile das zweite Mal in diesem Jahr. Am Mittwoch warnte die Ratingagentur, das wahrscheinlichste Ergebnis seien niedrigere Bonitätsnoten. Im Bezug auf Ambac sei äußerst unsicher, ob das Unternehmen verlorene Marktanteile zurückgewinnen könne. Bei MBIA hätten sich die Aussichten im Neugeschäft eingetrübt, so Moody's.

Nun kündiget Moody's an, die Note für die Finanzstärke von MBIA Insurance Corp. werde wahrscheinlich in den „Aa“-Bereich, die zweitbeste Bewertungsklasse, gesenkt. Allerdings sei auch denkbar, dass das neue Rating noch einen Schritt niedriger im Bereich „A“ angesiedelt wird. Ambac Assurance Corp. werde künftig voraussichtlich mit einer Note der Stufe „Aa“ bewertet. Die Ratingagentur Fitch Ratings hat im Januar die Bonitätseinstufung von Ambac gesenkt und im April MBIA herabgestuft. Beide Unternehmen werden seitdem nur noch mit der zweitbesten Bonitätsnote, „AA“, bewertet.

MBIA-Chef Jay Brown deutete angesichts dessen an, dass er für eine Kapitalerhöhung keine realistischen Chancen sieht. „Man kann kein frisches Kapital beschaffen, wenn die Regeln für die Kapitalerhöhung unklar sind“, erklärte Brown gegenüber der Presse. In den Fokus rücke nunmehr die weitere Geschäftsentwicklung. „Es gibt neue Herausforderungen, die Ziele ändern sich.“

Ratingsenkungen bedrohen das Geschäftsmodell

Von Ambac hieß es, die Entscheidung von Moody's sei eine „Befreiung“. Sie ermögliche, andere Optionen als die Ausgabe von Aktien oder Schuldverschreibungen zu prüfen, sagte Executive Vice President Doug Renfield-Miller auf einer Investorenkonferenz. Das Unternehmen werde jedoch weiter mit Moody's und anderen Ratingangenturen im Gespräch bleiben und versuchen, sie zu überzeugen, dass sie mit ihrem Urteil falsch liegen.

Ratingsenkungen bedrohen das Geschäftsmodell von Bondversicherern von zwei Seiten. Zum einen erhöhen niedrigere Bonitätsnoten die Finanzierungskosten und machen es für die Unternehmen schwieriger, Anleiheprodukten zu attraktiven Konditionen gegen Kreditausfälle abzusichern. Zum anderen sind die Garantien der Anleiheversicherer weniger wert, wenn niedrigere Bonitätsratings Zweifel an ihrer Finanzkraft wecken.

Analysten erwarten, dass sich die Bondversicherer mit der Ratingsenkung abgefunden haben. „Sie werden wohl kaum etwas tun, um die Ratings zu verteidigen“, sagt Jim Ryan vom Fondsanalysehaus Morningstar „Es gibt nichts, was sie noch tun können.“ Der Bondmarktbeobachter Gimme Credit verweist darauf, dass die Diskrepanz zwischen der Marktsicht auf die beiden Bondversicherer und ihren bisherigen Ratings immer größer geworden sei. „Dies lässt sich nun nicht mehr ignorieren“, sagt Analystin Kathleen Shanley.

Text: Bloomberg
Bildmaterial: Bloomberg, FAZ.NET

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