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Anleger lassen Fondsschiff fallen Keine Kapitalerhöhung / Alte Ausschüttungen in Gefahr



hena. HAMBURG, 20. Juli. Die Krise der Containerschifffahrt hat nun auch die Anleger eines geschlossenen Fonds der HCI Capital AG getroffen. Das bankenunabhängige Hamburger Emissionshaus teilte mit, dass die 1900 Anleger nahezu einhellig gegen die dringend nötige Kapitalerhöhung gestimmt hätten, welche die Pleite des Containerschiffs "Mar Catania" aus dem "HCI Shipping Select XV" verhindert hätte. Das Schiff mit Platz für 1700 Container (TEU) ist seit April ohne Beschäftigung. Eine Zwischenfinanzierung der Banken ist ausgelaufen.

Die "Mar Catania" steckt seit dem vergangenen Herbst in Schwierigkeiten, als ein koreanischer Zeitcharterer pleitegegangen ist. Anfang 2009 konnte noch mal eine Reisecharter geschlossen werden, die jedoch im April ausgelaufen ist. Seitdem ist das Schiff beschäftigungslos und hat Schulden in Millionenhöhe angehäuft. Die Anleger sollten nach dem Plan der Geschäftsführung zusätzliches Eigenkapital in Höhe von 3,7 Millionen Euro in den Fonds pumpen. Dort sind neben der "Mar Catania" weitere fünf Schiffe versammelt, die alle als Einzelgesellschaften geführt werden und nach Aussage der HCI nach wie vor über Beschäftigung verfügen. Kein weiteres Schiff sei von einer Insolvenz bedroht.

Auf die "Mar Catania" entfallen rund 21 Prozent des Gesamtvolumens des Fonds. Abzüglich der bisherigen Ausschüttungen soll sich laut HCI damit der Verlust der Anleger auf voraussichtlich 17 Prozent ihres eingesetzten Kapitals belaufen. Allerdings ist es laut Anlegerschützern wie dem Hamburger Kapitalmarktsrechtsexperten Peter Hahn im Fall einer Schiffsinsolvenz möglich, dass die Anleger dazu gezwungen werden, bereits erhaltene Ausschüttungen wieder zurückzuzahlen. So fordert gerade das Hamburger Emissionshaus Lloyds Fonds von seinen Anlegern für das Containerschiff "Emilia Schulte" Ausschüttungen über 2,8 Millionen Euro zurück. Ob beim HCI-Fonds der Erlös aus dem Verkauf oder der Zwangsversteigerung der "Mar Catania" dazu ausreichen wird, die Schulden des Fonds zu tilgen, ist nach Unternehmensangaben ebenfalls unsicher.

Text: F.A.Z.