27. April 2008 Begleitet von lautstarken pro-chinesischen Demonstrationen und unter strengen Sicherheitsvorkehrungen ist am Sonntag in Südkorea der olympische Fackellauf fortgesetzt worden. Kurz nach dem Start am Nachmittag (Ortszeit) im Olympiapark im Süden der Hauptstadt Seoul kam es am Rande zu Auseinandersetzungen zwischen Chinesen und rund 50 Teilnehmern an Protesten gegen die Abschiebung nordkoreanischer Flüchtlinge aus China, wie Augenzeugen berichteten. Zudem unternahm ein Mann den Versuch, sich am Rande der Laufstrecke selbst zu verbrennen.
Mit seiner verzweifelten Aktion wollte der Mann mittleren Alters ebenfalls gegen die Abschiebung nordkoreanischer Flüchtlinge aus dem Reich der Mitte protestieren. In der Nähe der Fackelträger übergoss er sich mit einer brennbaren Flüssigkeit, wie Augenzeugen der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap berichteten. Bevor er die Flüssigkeit habe entzünden können, hätten ihn Polizisten von der Straße geholt. Der Mann soll sich selbst vor einigen Jahren aus dem kommunistischen Nordkorea abgesetzt haben.
Polizisten musste Streitende trennen
Bei den Protesten gegen die Abschiebungen waren auch auch Gegenstände zwischen den pro-chinesischen Demonstranten und den Nordkoreanern geflogen. Die Streitenden wurden von Bereitschaftspolizisten aber wieder getrennt. Insgesamt sorgten rund 8000 Polizisten für die Sicherheit der Laufstrecke. Der erste Fackelträger hatte noch ungehindert den Weg zur Straße eingeschlagen.
Tausende von Chinesen säumten die Straßen und schwenkten dabei chinesische Flaggen zur Unterstützung der Olympischen Sommerspiele in Peking. Am Olympiapark von Seoul hatten gleichzeitig Mitglieder einiger Flüchtlings- und Menschenrechtsgruppen gegen die Behandlung nordkoreanischer Flüchtlinge durch China sowie gegen Pekings Tibet-Politik protestiert. Schätzungen gehen von bis zu 300.000 nordkoreanischen Flüchtlingen in China aus. Aus dem kommunistischen Nordkorea flüchten jedes Jahr zahlreiche Menschen, weil sie Hunger leiden oder brutal unterdrückt werden.
Text: FAZ.NET mit dpa
Bildmaterial: AP, REUTERS
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