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China schränkt Visa für Geschäftsleute ein

Verwirrung um die chinesische Visapolitik

Verwirrung um die chinesische Visapolitik

17. April 2008 Vor den Olympischen Spielen verschärft China überraschend das Aufenthaltsrecht für Ausländer. Die Visabestimmungen werden deutlich strenger. Reisebüros berichten, dass Mehrfach-Einreise-Visa nicht mehr ausgestellt werden. Dies betrifft besonders Geschäftsleute, die in China Verantwortung tragen, aber im Ausland leben.

Große Verunsicherung: Visa-Anweisung „nur mündlich ergangen“

Am Donnerstag meldete die Nachrichtenagentur dpa zudem unter Berufung auf Meldungen aus Universitäten, ausländische Studenten müssten das Land für zwei Monate um die Olympischen Spiele verlassen. Das Außenministerium in Peking wollte eine solche Weisung allerdings nicht bestätigen.

Die geänderten Einreisebestimmungen führen zu großer Verunsicherung, denn bis heute sind sie nicht offiziell erklärt. „Die Visa-Anweisung ist nur mündlich ergangen, und die chinesische Botschaft hat keinen offiziellen Bescheid dazu herausgegeben“, sagt Simon Heng von UOB Travel Planners in Singapur. Gleichwohl warnt er seine Kunden eindringlich: „Aufgrund der unsicheren Lage in Tibet und der Olympischen Sommerspiele im August gibt China keine Mehrfachvisa aus. Auch das Aufenthaltsrecht bei einer einmaligen Einreise beträgt keine drei Monate mehr.“

Der Briefkopf der Botschaft war abgedeckt

Eine andere Reiseagentin, die ungenannt bleiben will, wird konkreter: „Seit drei Wochen geht kein einziges Mehrfachvisum mehr durch, egal ob von einem Singapurer, einem Amerikaner oder Deutschen beantragt. Seitdem werden Visa auch nicht mehr an einem einzigen Tag ausgestellt“, sagt sie. Sie berichtet, die Anweisung sei per Fax von der chinesischen Botschaft erteilt worden: „Allerdings auf einem Schreiben ohne den Briefkopf der Botschaft, der war abgedeckt.“

Noch am 8. April hatte die Sprecherin des Pekinger Außenministeriums bestritten, die Ausgabe von Mehrfachvisa untersagt zu haben. Eine Sprecherin in der Sonderverwaltungsregion Hongkong erklärte, die Ursache der Einschränkungen läge nur in einer Überarbeitung von Computerprogrammen. Am Donnerstag aber wurde gemeldet, das Außenministerium begründe Einschränkungen nun mit der „internationalen terroristischen Bedrohung“ der Olympischen Spiele und anderen Sicherheitserwägungen.

Zunehmende Proteste unter asiatischen Geschäftsleuten

Die Einschnitte führen zu zunehmenden Protesten unter Geschäftsleuten in Asien. „Abrupt die Regeln für Visa zu ändern ist nicht der richtige Weg, da er Zweifel an der Verlässlichkeit der Politik der Zentralregierung aufkommen lässt“, kritisierte selbst die in der chinesischen Sonderverwaltungsregion Hongkong erscheinende Zeitung South China Morning Post.

Viele Manager an den Handelsstandorten Hongkong oder Singapur tragen Gebietsverantwortung und müssen so laufend in Festland-China ihre Fabriken und Büros besuchen. Durch das nun notwendige Beantragen immer neuer Visa steigen der Verwaltungsaufwand und die Kosten erheblich. So kostet in Singapur jedes Visum für eine einmalige Einreise nach China 105 Singapur-Dollar (48,86 Euro). Derjenige, der dieses nun für drei Reisen monatlich im kommenden halben Jahr beantragen muss, steht somit vor gut 1800 Dollar zusätzlichen Kosten.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: REUTERS

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18.12.2009 | 17:45
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