Peking 2008

Olympiasiegerin boykottiert Eröffnungsfeier

Aus Protest gegen die Tibet-Politik Chinas wird Judo-Olympiasiegerin Yvonne Bönisch der Eröffnungsfeier der Sommerspiele fern bleiben. Französische Sportler dürfen den Schriftzug „für eine bessere Welt“ nicht tragen.

Lesermeinungen zum Beitrag

16. April 2008 04:02

Paul Hamm

Marc Neef (marcneef)

„Die Spiele sind für mich heilig. Das ist etwas, das nicht gestört werden sollte“, betonte Turn-Olympiasieger Paul Hamm.

Das ist sicherlich einer der traurigsten Sätze, die ich jemals gehört habe. "Heilig" kann einem Menschen vieles sein, z.B. Religion, die Erde oder die Würde des Menschen, niemals allerdings der Sport oder die olympischen Spiele.

Ich treibe selbst sehr viel Sport und verfolge viele Sportveranstaltungen interessiert bis begeistert, aber die Spiele als "heilig" zu bezeichnen empfinde ich geradezu als pervers. Leider ist diese Aussage symptomatisch für das Selbstverständnis vieler - sicherlich nicht aller - Leistungssportler.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
15. April 2008 19:53

Natürlich, Herr Schulz, abweichende Meinungen müssen chinesische Propaganda sein

Hisako Garanda (Hisako)

Genau das ist das Problem vieler Teilnehmer der Debatte - sie haben eine festgefahrene Ansicht und sind in ihrer Überheblichkeit nichtmal mehr in der Lage auch nur die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, es könnte noch andere Perspektiven geben die genausogut sind wie die ihre. Die Welt wird aufgeteilt in schwarz und weiß - oder soll ich sagen gelb und weiß? - und alle die nicht gegen China sind, sind natürlich mit ihm, d.h. mit dem Reich des Bösen.

Mittlerweile reichlich lächerlich das ganze Gehabe der hehren Streiter für das vermeintlich Gute, also das Gute das ihnen in TV und Zeitungen als solches weisgemacht wird.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
15. April 2008 18:49

Absolut richtige Entscheidung

Andreas Schulz (delachevalerie)

Nach der Website der "Tagesschau" wird wohl jetzt die Kommentarfunktion der FAZ von der chinesischen Propaganda ins Visier genommen. Anders kann ich mir Inhalt und Tonfall einiger vorangehender Kommentare nicht erklären.
Yvonne Bönischs Entscheidung ist von nichts geringerem getragen als dem olympischen Geist und als Gewissensentscheidung absolut zu respektieren.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
15. April 2008 17:21

Was soll das?

Gerhard Wroblewski (gerhard3529)

niemand wird mit einer Benachteiligung von Minderheiten einverstanden sein.
Ich vermisse aber Relationen . Warum protestiert Frau Bönisch nicht gegen den Irakkrieg bei dem bis heute 100.000sende Unschuldiger ihr Leben verloren haben ?
Wie kann Sie für eine Zulassung von US-Sportlern sein, deren Land einen völkerrechtswidrigen Krieg führt.
Hier geht es nach meiner Meinung doch nur um die Angst vor China als zukünftige Weltmacht, die ich vielleicht noch nachvollziehen kann.
Die Olympischenspiele sind nach meiner Meinung der falsche Ort für solche Auseinandersetzungen.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
15. April 2008 16:38

Ja liebe Frau Unbekannt

Rudolf Wallenburger (UIS0547)

die Chinesen werden tief beeindruckt sein.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
15. April 2008 15:30

Richtig so!

Friedhelm Müller (friedhelmmueller)

Würde Frau Bönisch die Eröffnungsfeier nicht boykottieren würde es wahrscheinlich niemand mitkriegen. Jetzt nimmt sie nicht dran teil und alle wissen es. Gute PR!
So ist es auch mit den Staats und Regierungschefs. Kann sich noch jemand daran erinnern, welche Politiker an den Eröffnungsfeiern in Atlanta, Nagano, Sydney, Salt Lake City, Athen und Turin teilgenommen haben. Nur zur Erinnerung, in Sydney war nicht mal das australische Staatsoberhaupt dabei, sondern nur ihr Vertreter.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
15. April 2008 14:50

Lächerliche Zeitgeistfiguren !

Christian Erkelenz (Christian_030)

Ich kann meinem Vorschreiber Lothar Mengerssen nur Recht geben: Hier drängen sich lächerliche Zeitgeistfiguren unter dem Banner von Demokratie und Menschenrechten ins Gutmenschenlicht, ohne in der Regel auch nur ein Fünkchen über die wahren Hintergründe zu wissen. Haben sich diese Leute mal die Frage gestellt, warum es uns als Freiheitskampf verkauft wird, wenn Tibeter chinesische Geschäfte brandschatzen? Oder haben sie sich mal gefragt, ob nicht andere Interessen diesen Konflikt gnadenlos ausnutzen - und zwar allein um China zu diskreditieren?

Eine Frage sei erlaubt: Wenn die Spiele in Israel oder den USA stattfänden, würden die Damen dann auch aus Protest gegen die Unterdrückung der Palästinenser oder die völkerrechtswidrige Besetzung des Irak fernbleiben? Oder wären da zuwenig applaudierende Berufsdemokraten auf ihrer Seite?

In Tibet geschieht bitteres Unrecht, das ist wahr. Aber man hat zunehmend den Eindruck, großartige und wichtige Dinge wie Demokratie, Menschenrechte, Toleranz, usw. werden gekidnappt und für eiskalte Finanz- und Machtinteressen missbraucht....

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
15. April 2008 14:47

RESPEKT! Mut! Weitsicht! Das ist Meinungsvielfalt!!

B. Woony (woony)

Schert es China in Menschenrechtsfragen sich an die olympische Idee zu halten,
nein!

Schert es den IOC-Funktionären, ob in China Dissidenten ihre Meinung sagen dürfen und dann verhaftet werden, nein!

Schert es dem IOC, der ethischen und olympischen Idee gemäß: z.B.: ihre gesamten Milliarden-Gewinne verteilen könnten: Menschen in Armut, und allen Sportlern, die sich NICHT oder nur mangelhaft, ernähren können - zu gute kommt, nein!

Schert dem IOC überhaupt noch etwas, ja...
Bilanzen, Gewinnmaximierung, Prestige, Macht, und global-politischen Einfluß.

Und nocheinmal: wenn de Coubertin sehen würde wie die "Spiele" materialistisch als olympisch deklariert und zu börsennotierten "Konzern-Sport-Wettbewerben" verkommen sind,..

(und die Sportler nur Staffage sind und gefälligst ihre Klappe halten sollen(!!), falls sie nach den Spielen weiter Geld verdienen wollen)

...seine olympische Idee zur Farce gereift, er würde mit Empörung aufstehen, und auf dem "Platz des himmlischen Friedens" demonstrieren.


Glückwunsch Frau Bönisch, zu ihrer mutigen Einlassung! Damit zeigen Sie, dass Olympia und deren Philosophie noch am Leben ist!
Dies unterstreicht Ihre Unabhängigkeit und zeigt eindrucksvoll,welch intelligente Weitsicht Sie besitzen!

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
15. April 2008 14:06

Außer Heuchelei nichts wesentliches

Stellar Orienta (StellarOrienta)

Entweder ist man konzequent und boykottiert die ganzen Spiele oder man ist 100%ig dabei. Was soll dieser "ein bißchen" Boykott?

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
15. April 2008 14:05

Frau Bönnisch

Markus Teuber (arathorn)

tut genau das Richtige!
Vor allem,weil sie nr für die eigene Person gesprochen hat und nicht andere zum selben Tun zwingen will.
Es handelt es sich um die Gewissensentscheidung im wahrsten Sinne des Wortes.
Deswegen verbietet sich jegliche Kritik an ihr!
Ihr gar "Unwissen" über die Tibet-Frage vorzuwerfen oder gar mangelnden Respekt vor der Olympischen Idee,ist entweder höchst abstrus oder ideologisch motiviert.
Sie ist für die Olympischen Spiele in China - aber NUR für den sportlichen Teil !
Dort wird sie auch unter anderem mit Chinesen zusammentreffen.

Dem offiziellen Teil aber will sie fern bleiben -genau dem Teil,an dem auch die chinesischen Politiker teilnehmen,die für Tibet verantwortlich sind .
UNd das verdient Respekt.
Denn diesen Mut hat nicht jeder,vorallem nicht die Funktionäre !

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
15. April 2008 13:36

Haben nur Tibeter Menschenrechte?

Hisako Garanda (Hisako)

Warum protestiert sie nicht gegen Menschenrechtsverletzungen weltweit, warum nicht für Freiheit und Demokratie in ganz China? Sind andere Einwohner Chinas die unter Unterdrückung leiden gleichgültig? Warum nicht auch gegen die Milliardengeschäfte deutscher Konzerne protestieren, die ja indirekt das Regime der KPCh stützen?
Lediglich gegen Menschenrechtsverletzungen in Tibet zu protestieren ist letztlich pure Heuchelei und ein bequemes, gedankenloses Mitschwimmen im Strom der aktuellen Medienkampagne - dabei sein ist alles, ist halt gut fürs Image.

Ich dachte immer der vielbeschworene olympische Geist drehe sich um Frieden für alle und Aussöhnung zwischen allen Völkern, warum jetzt diese Spezialisierung auf die Tibeter? Diese kleinliche Spezialpolitik und Fingerzeigerei wird dem universalen Ereignis Olympia doch nicht im geringsten gerecht!

Wo bleiben die Athleten die wirklich Farbe bekennen und bei ihrem olympischen Auftritt jedwedes Unrecht - sei es in China, im Iran, in Israel, in den USA oder sonstwo - anprangern? Nutzt man diese einzigartige Bühne schon für politische Aussagen, dann sollte man auch gleich aufs ganze gehen - alles oder nichts!

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
15. April 2008 13:31

Mitlaeuferin und nicht mehr.........

Lothar Mengerssen (ronghua)

Die Dame weiss nichts ueber die tibetische/chinesische Geschichte aus der Vergangenheit. Finde es deshalb albern und langsam zum Kotzen, wenn sich diese Menschen in die Presse draengen.....soll sie doch gleich zu Hause bleiben, das waere konsequent, aber wichtig tun ist alles.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
15. April 2008 13:07

Verweigerung des olympischen Eids!!

Michael Fichtner (ebaristo)

Als Judoka schäme ich mich für die Aktion von Yvonne Bönisch, da ich ein Boykott, und dies ist es, für falsch halte. Es ist zwar ihre eigene Entscheidung, aber was soll diese bringen. Auf der anderen Seite frage ich mich, wieso will sie nur die Eröffnungsfeier boykottieren. Bei der Eröffnungsfeier wird der olympische Eid gesprochen, bei dem sie fehlen wird. Ich stelle mir die Frage, wie man den olympischen Eid verweigern kann und trotzdem an den Spielen teilnehmen will. Sie macht nichts halbes und nichts ganzes!

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
1 - 13 von 13 Lesermeinungen
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche