Wegen Smog in Peking

Wettkampf-Verschiebungen möglich

08. August 2007 Auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking hat am Mittwoch der Countdown genau ein Jahr vor den Olympischen Spielen begonnen. Am Abend um 08.00 Uhr wurde der Start für das kommende Jahr bis zur Eröffnungsfeier am 8. August 2008 mit großem Jubel und Feuerwerk begrüßt. Da die Zahl „8“ den Chinesen Glück und Reichtum verheißt, wurde dieser Zeitpunkt für die Eröffnungsfeier im „Vogelnest“ genannten Olympiastadion ausgesucht.

Zu der Feier mit chinesischen Popstars und Folklore waren 10 000 Menschen versammelt. „Wir sind bereit“ sangen mehr als 100 Sänger aus Festlandchina, Hongkong und Taiwan in dem offiziellen Titelsong der sorgfältig orchestrierten Feier mit geladenen und ausgesuchten Gästen. Das einfache Pekinger Volk säumte schon Stunden vor der Veranstaltung die Straßen um den streng abgesicherten Platz im Herzen der chinesischen Hauptstadt, um am Rande etwas mitzubekommen.

„Eindrucksvolle Vorbereitung“

Zu der Zeremonie, mit der die 205 Nationalen Olympischen Komitees (NOK) formell zu den Spielen eingeladen wurden, waren der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, sowie hohe chinesische Spitzenpolitiker wie Parlamentschef Wu Bangguo und der Parteichef von Peking und Vorsitzende des Organisationskomitees, Politbüromitglied Liu Qi, zusammengekommen. „Die Vorbereitungen für Peking 2008 sind in jeder Hinsicht wirklich eindrucksvoll“, sagte Rogge. „Ich denke nicht, dass wir jemals Vorbereitungen in diesem Ausmaß erlebt haben.“

Ein Thema allerdings ist weiter in der Diskussion. Die Luftverschmutzung in Peking könnte eine Verschiebung von Wettbewerben bei den Spielen 2008 notwendig machen. „Ja, das ist eine Option“, sagte Rogge am Mittwoch in einem Interview mit dem amerikanischen Fernsehsender CNN. Es wäre nicht notwendig für alle Sportarten, „aber auf jeden Fall für Ausdauersportarten etwa wie Radrennen, wo sechs Stunden lang gekämpft wird – das sind Beispiele von Wettbewerben, die verschoben oder auf einen anderen Tag hinausgezögert werden könnten.“ Bei seinem Besuch in Peking hatte Rogge in den vergangenen Tagen den Sommersmog und das feuchtheiße Augustwetter in der chinesischen Hauptstadt erlebt.

Australier kommen später

Das australische Nationale Olympische Komitee hatte schon angekündigt, seine Athleten wegen der schlechten Luftqualität erst so spät wie möglich zu den Spielen anreisen zu lassen, die . bis 24. August 2008 dauern werden. John Coates, Präsident des australischen NOK, bekräftigte am Mittwoch seine Sorgen. Die chinesischen Organisatoren versuchten, ihn damit zu beruhigen, dass während der Spiele eine Million oder ein Drittel aller Autos von den Straßen genommen würden. „Aber es ist eine schwierige Aufgabe für sie und eine, die wir nicht unterschätzen“, sagte Coates über die Organisatoren.

Auch das amerikanische NOK zeigte sich beunruhigt. „Man sagte uns, dass 2008 die Fabriken für drei Wochen geschlossen werden und dass es eine Anweisung an die Einwohner geben wird, mit ihren Autos von den Straßen zu bleiben“, sagte Steven Rosh. „Freiwillig“, wie der Vizevorsitzende des Organisationskomitees für die Spiele (BOCOG), Wang Wei, betont hatte, wird das nach Expertenansicht aber schwer gehen.

Der Vizechef des Verkehrsbüros von BOCOG, Yu Chunquan, sagte, es sei noch nicht entschieden, doch könnte das Fahrverbot nach den Autonummern verfügt werden. Die Stadt werde die Zahl der Busse erhöhen, neue Strecken eröffnen und die Betriebszeiten ausdehnen.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP, reuters

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