
Wer jetzt Menschenrechtsverletzungen in China anprangert hat wohl die letzten Jahre in einer Höhle verbracht.
Schuld an dieser Situation sind diejenigen, die die Spiele überhaupt erst nach China vergeben haben. Also bitte jetzt nicht großes Entsetzen heucheln. Und wenn es jemanden gibt, der Konsequenzen ziehen sollte, dann die Firmen, die in China großes Geld machen, bzw. die Käufer dieser Waren.
Aber die Sportler die Schwächsten in diesem Spiel hier zu instrumentalisieren ist in höchstem Maße borniert, denn diese Leute rackern, trainieren und schwitzen nicht für China, sondern für ihren Sport. Und auch wenn die Spiele in Peking stattfinden und nicht jedes Mal in Sydney, so ist Olympia für einen Sportler schlicht das Größte und vielleicht in einer Karriere ein einmaliger Höhepunkt.
Die Reaktionen pro Boykott finde ich als jahrelanger Leistungssportler (der leider nicht ganz in die Nähe von Olympia kam) nur traurig. Weltpolitik auf dem Rücken der Sportler auszutragen ist billig und vor allem nutzlos!

"Das wäre der falsche Weg." Was tut Hr. Bach denn um den richtigen Weg zu finden? - Gar nichts. Denn "... der IOC hat keine Divisionen."
Es ist peinlich, wenn der Vertreter des Olympischen Gedankens demselben dermassen Hohn spricht.
Gut... Es ist verständlich. Wes Brot ich ess, dess Lied ich sing. In diesem Falle jenes der Sponsoren, die den Ball sowieso gerne flach halten (schon nur um z.B. weiterhin Spielbälle oder Turnschuhe unter menschenunwürdigen Bedingungen herstellen zu lassen).
Aber um die Leser hier nicht für dumm verkaufen zu können, weise ich kurz auf die Möglichkeiten hin, die er auch ohne Divisionen gehabt hätte. Übrigens grad um mit Sport Brücken zu bauen!
Exiltibetische Sportler haben gebeten, ihre Nation in Peking vertreten zu dürfen. Wären gewiss keine Terroristen gewesen, sonder brückenschlagende Sportler.
Der IOC hätte durchaus Mittel gehabt, den Chinesen den Finger auf die Wunde zu legen. Aber dazu braucht es Rückgrat und ein Verständnis, was der Sport (wessen Funktionär ist das gleich nochmal?) leisten kann. Ganz ohne Divisionen!

Ein Boykott wäre in der momentanen Situation vermutlich sogar im Sinne der Machthaber. So liesse sich leicht das "Ausland" als Urheber allen Übels herleiten und man könnte ungestört die bekannten Methoden der Repression anwenden.
Finden die Spiele aber statt, so wird sich ein riesiges Heer an Journalisten und Kameras nach China aufmachen.
Eine Horrorvorstellung für Chinas Machthaber die wahrscheinlich übersehen haben, daß westliche Journalisten sich nicht so leicht kontrollieren lassen wie die heimischen Medien.
Jede schwarze Armbinde, jede gestreckte Faust eines Athleten, jedes Symbol auf den Zuschauertribünen, daß (wie klein und diskret auch immer) auf die Lage in Tibet hinweist, wird auf tausenden Kameras gebannt werden und sofort um die Welt gehen.
Das Regime wird den Protest während den Spielen nicht unterdrücken können.
Wenn sie statt finden.....

Lassen wir den Sportlern ihren Sport, ihr Geschäft. Wenn "WIR" boykottieren wollen (und ich jedenfalls will es), dann darf kein Bild aus Peking übertragen werden, kein Bericht in der Presse erscheinen. Vielleicht außer den Ergebnissen und Bildern vom Wettkampf ohne die Zuschauer (auch ohne die nicht boykottierenden Olympia-Touristen).
Josef Heinzelmann
Kirchweg 1, 55430 Oberwesel-Langscheid

Der Kotau vor Regimen hat für das IOC sowie ähnlich gelagerten Sportverbänden wie die FIFA Tradition, man nehme 1936, 1980 als Beispiel für Olympiaden, 1978 als Beispiel für WM Turniere. Die Beweggründe eines Karrieristen wie Herrn Bach sind klar.
1.) Er muß als Wirtschaftslobbyist die Interressen seiner chinafixierten Klientel wahren.
2.) Er muß für seinen nächsten Karriereschritt als designierter Nachfolger von Jaques Rogge den Boykott Deutschlands unter allen Umständen verhindern, ein Boykott würde seine Wahlchancen in der ehrenwerten Gesellschaft der Olympier gegen Null fahren.
Von diesen, für die Einzelperson Bach sicherlich verständlichen, Beweggründen kann sich ein Land wie Deutschland nicht leiten lassen!
Boykott ohne wenn und aber!

war der Grund fuer den Boykott des Moskauer Spiele.
Heute kaempft die NATO dort gegen Warlords und Drogenhaendler.
Politik und Spitzensport ? Identitaetsstiftende Wirkung dopingverseuchter
Sportarten ? Hunderte von Millionen Steuergelder dafuer ?
Rom hat das auch nicht ueberlebt.
P.S. die Tibeter haben meine Sympathie, ein erobertes und gequaeltes Volk
mit einer friedlichen Kultur.

Vielleicht gibt es ja die eine oder andere Sportlerin oder den einen oder anderen Sportler der noch nicht den Zynismus eines IOC-Vizepräsidenten Bach erreicht hat. China ist und bleibt ein zutiefst undemokratisches Land, das nie mit der Ausrichtung der olympischen Spiele hätte belohnt werden dürfen.

Die olympische Idee der Funktionäre scheint sich im wesentlichen um die Vermarktung als Teil der Unterhaltungsindustrie (inklusiver enormer Pfründe für die Funktionäre) zu drehen, während die Ausrichter von olympischen Spielen darin ein gigantisches Werbe- und Tourismusprojekt sehen.
Die Frage ist eigentlich nicht die des Boykotts der Veranstaltung, sondern die Frage ist, wie lange wir dem IOC seine Waren noch abkaufen wollen.

Einfach nicht die Spiele anschauen. Wenn dies genuegend Menschen tun, wird es sich das IOC in Zukunft gruendlicher ueberlegen, die Spiele aus wirtschaftlichen Gruenden in totalitaeren Laendern stattfinden zu lassen.

Zu der Haltung des Herrn Bach fällt mir nur ein: "Herr Dr. Marlboro bezeugt, daß Rauchen nicht schädlich ist!" Was kann man von einem IOC Funktionär anderes erwarten?

Das sind die typischen Schönredner. Auch 1936 hätte die Welt den Nazis die Spiele nicht gönnen dürfen, sondern hätte standhaft die sichtbaren Zeichen z.B. des offen ausgesprochenen Antisemitismus durch Absage der Spile beim Namen nennen müssen. Boykott wäre das einzig richtige und wirksame Signal
<br>F. Fiedler

Olympia-Boykott wäre - verbunden mit so manch anderen Boykott und energisch durchgeführt - sehr wohl der richtige Weg. Sogar der einzige um friedlich Chinas Lug-Kommunisten zu besseren Einsicht zu zwingen!

Aus Herrn Bach spricht der typische Sport-Politiker: Während in Lhasa durch das Eingreifen der chinesischen Okupanten die Gewalt gegen Mönche und Zivilisten eskaliert und mit fast 100 Toten einen traurigen Höhepunkt erreicht, redet Herr Bach das Problem klein und zieht sich auf politische Positionen zurück.
So hätte Herr Bach als aktiver Sportler nicht gehandelt. Als Funktionär sollte er sich etwas schämen!