Olympia-Countdown

Vorfreude als Schwerstarbeit

Britta Heidemann hat in Peking eine dreifache Mission: Sie will sich selbst vermarkten, ihre Sportart Fechten bekannter machen und ein positiv-differenziertes China-Bild vermitteln - ohne dabei als blond, blauäugig und unkritisch zu erscheinen. Von Achim Dreis, Peking

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01. Mai 2008 09:25

Wo bleibt der Mut vor dem Tyrannenthron

joachim bovier (jbovier)

Wenn man nicht hinter die Kulissen guckt und den Vorhang hebt, zeigt Olympia in Peking ein ansprechendes Äußeres, wer wollte das bezweifeln. Schließlich will sich das kommunistische Regime gut darstellen und als neue Weltmacht präsentieren. Übrigens ganz der Eindruck, den die nationalsozialistischen Machthaber bei der Olympiade 1936 in Berlin unter der Regie von Propagandaminister Joseph Goebbels und seiner Mitstreiterin Leni Riefenstahl auch schon der Welt vermittelten, bevor die wenig später aus dem schönen Traum erwachte, um entsetzt das Grauen eines barbarischen Polizeistaats, der Konzentrationslager und der Judenverfolgung, eines Landes in dem Willkür und Unfreiheit herrschten, wahrzunehmen. Gerade in der historischen Verantwortung, in die wir als Deutsche gestellt sind, gilt es diese böse Fratze der menschenverachtenden Diktatur bloßzustellen und anzuprangern, ebenso offensiv für Menschrechte, Demokratie und Rechtsstaat in China selbst einzutreten, wie das Recht auf Unabhänigkeit und Selbstbestimmung eines unterdrückten Volkes wie Tibets zu verteidigen. Kein Apeasement, sondern Mut zur Wahrheit vor dem Tyrannenthron ist gefragt und zwar von Politik und Wirtschaft, von Sportlern und ihren Funktionären.

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