Eine immer weniger erkennbare politische Ideologie: der chinesische Premierminister Wen Jiabao nach seiner Rede zum 59. Jahrestag der Volksrepublik China

Das politische System Chinas

Die neue Aufteilung der Welt

Stellt Peking dem Westen die Systemfrage? Oder fordert es die alten Demokratien vor allem dadurch heraus, dass es sich auf keine spezielle Idee mehr festlegen lässt? Ein Blick voraus von unserem Peking-Korrespondenten Mark Siemons. Von Mark Siemons, Peking

Lesermeinungen zum Beitrag

06. Oktober 2008 22:11

@ Gordian Hense (Klar_und_hell) Herr Hense, ich zitiere Sie:

Sönke Peters (soenkepeters)

„Also muss man sich die Frage schon stellen, was machen die anderen Systeme (die autoritären) besser (als die demokratischen)? ... Nun, lieber Herr Hense, die freiheitlichen „Systheme“ machen es z. B. Ihnen persönlich möglich, hier in der FAZ.NET ihre systhemkritischen Meinungen einer breiten Leserschaft kundzutun. Im umgekehrten Falle, nämlich, wenn Sie in China das dort herrschende authoritäre Systhem entsprechend bemängelten, würden sie wohl kaum auf eine Veröffentlichung Ihrer Beiträge hoffen können, wohl aber eher eine Verhaftung und einen langen Gefängnisaufenthalt ohne Urteil einer unabhängigen Justiz in Kauf nehmen müssen. Guantánamo ist im Vergleich zum chinesischen oder russischen Durchschnittsgefängnis übrigens vergleichsweise wohl ein Kurhotel. Oder haben Sie gemeint, dass China nach Aufgabe der kommunistischen Wirtschaftsdoktrin nun in VWL-Dingen den „besseren Weg“ eingeschlagen hätte? ... Na, dann warten wir mal, bis die wirklich existenzielle Blase des Brutal-Kapitalismus in China platzt ... oder Russlands Gesellschaft ob ihrer internen Spannungen explodiert!

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06. Oktober 2008 16:18

Die sogenannten "Entwicklungsnationen"

Gerhard Dünnhaupt (dunnhaupt)

Es wird allerhöchste Zeit, dass man im Westen das überholte Mantra der vier "BRIC-Entwicklungsnationen" (Brasilien, Russland, Indien, China) aufgibt. Diese vier Wirtschaftsgebiete sind total andersgeartet und haben so gut wie nichts miteinander zu tun. Weder in ihrer politischen noch ökonomischen Bedeutung lassen sie sich auf irgend einem Gebiet vergleichen.

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06. Oktober 2008 12:54

China seit März 1992 und Rußland seit Mai 2000 auf dem EPIKUR-Projektweg

Rüdiger Kalupner (Ruediger_Kalupner)

Als 'Unternehmensberater in Sachen Epochenwechsel' habe ich beide Regierungen im Vorfeld der oben genannten Systementscheidungen über den anstehenden Epochenwechsel in die Weltordnung des KREATIVEN beraten. Beide Staaten sind auf den evolutionsprozess-logischen, kreativen Fortschrittspfad gewechselt. Dieser PFADwechsel steht in den westlichen, frühindustrialisierten Staaten an - im Rahmen der Versuche, die Folgen der us-amerikanischen Finanzsystemkrise zu begrenzen. Es gilt, das Regime des kapitalstockmaximierenden Wachstumszwang-Absolutismus zu entsorgen. Angela Merkel weiß um diese revolutionäre Aufgabe. Im ZEIT-Interview zur Herausforderung durch die autokratisch organisierten Staaten befragt, meinte sie 'freie Gesellschaften seien kreativer' und habe deshalb keine Sorgen. Deutschlands Ordnung muß aber den Schritt in eine Ordnung-des-Kreativen machen. Deutschland kann mit den Rumpelstilzchen-Clanstrukturen der Kapitalstockmaximierer die Konkurrenz mit den Autokratien nicht bestehen, ja, sich nicht einmal über die nächste Wachstumdelle hinwegretten. Die Systemfrage ist geschichtlich gestellt und wird evolutionsprozess-logisch beantwortet. Das ist die Lage. Danach erst hat sich die Systemfrage geschichtlich erübrigt.

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