Video-Filmkritiken

Video-Filmkritik „Freedom Writers“

Hilary Swank ertrinkt im Idealismus

Von Andreas Platthaus

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Film-Kritik: Hilary Swank in „Freedom Writers”

05. April 2007 „Freedom Writers“ heißt der Streifen, in dem Hilary Swank die junge, idealistische Lehrerin Erin Gruwell spielt. Diese Lehrerin gibt es tatsächlich. Mitte der neunziger Jahre begann Erin Gruwell an der Wilson High School in Long Beach zu unterrichten. Dort traf sie auf eine multikulturell zusammengewürfelte Klasse, in der die unterschiedlichen ethnischen Gruppen sich gegenseitig das Leben schwermachten. Das einzige, was die verschiedenen Fraktionen teilen, ist die Unlust zu lernen. Sie sind überzeugt, in dieser Welt ohnehin keine Chance zu haben - es sei denn als Drogendealer.

Als in der Klasse die rassistische Karikatur eines schwarzen Schülers kursiert, versucht die Lehrerin Gruwell den Schülern nahezubringen, dass sie allesamt ähnliche Erlebnisse mit Rassismus und Ausgrenzung teilen und gleichermaßen unter der alltäglichen Gewalt leiden. Sie lässt die Schüler das „Tagebuch der Anne Frank“ lesen. Erstmals hören die Teenager vom Holocaust. Sie besuchen ein Holocaust-Museum und lernen Überlebende kennen. Aus deren Erzählungen stellen sie eine Verbindung zu ihren eigenen Ausgrenzungserfahrungen her, und Erin Gruwell spornt sie an, darüber zu schreiben. Danach wird alles besser.

Der Film droht leider gelegentlich in seinem Idealismus zu ertrinken. Und die Gleichsetzung von Nazi-Verfolgung und zeitgenössischer amerikanischer Ghetto-Erfahrung mag didaktisch wirksam sein, ist aber für historisch sensible Gemüter schwer verdaulich. Hilary Swank schlägt sich wacker als idealistische Lehrerin, aber die Rolle birgt bei weitem nicht das Potential wie jene, die der Zweiunddreißigjährigen ihre beiden Oscars einbrachten. Vielleicht ist das der Fluch des Erfolges einer Darstellerin, die durch Rollen berühmt wurde, die wie Rasierklingenritte sind. Sie spielte eine Transsexuelle in „Boys Don't Cry“ und leidenschaftliche Boxerin in „Million Dollar Baby“. Man hat sich daran gewöhnt, von Hilary Swank das Radikale, Außergewöhnliche zu erwarten - und ist enttäuscht, wenn sie einmal einen passablen, nicht besonders guten Film macht.



Text: salz / F.A.S.
Bildmaterial: Universal

 

Hilary Swank

Die Engagierte

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Hilary Swank hat zwei Oscars gewonnen, und nun das Problem, dass man stets Außergewöhnliches von ihr erwartet. Trotzdem kann sie mit ihrem aktuellen Film „Freedom Writers“ leben. Drehbücher mit wirklichen weiblichen Hauptrollen gebe es ohnehin kaum.

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