Video-Filmkritiken

Film

Intensivstation Sehnsucht: „Sprich mit ihr“

Von Holger Christmann

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Video-Kritik: "Sprich mit ihr" von Pedro Almodovar

08. August 2002 Stell dir vor, Du liebst eine Frau, doch die kann deine Liebe nicht erwidern, weil sie im Koma liegt. Was tust Du dann? "Sprich mit ihr" rät Benigno seinem Leidensgefährten Mario in dem gleichnamigen neuen Film des spanischen Regisseurs Pedro Almodóvar.

Marco (Dario Grandinetti) hat sich in die aufregende Stierkämpferin Lydia (Rosario Flores) verliebt, die beim Stierkampf schwer verletzt wird und jetzt im Koma liegt. Im Krankenzimmer nebenan kümmert sich Benigno (Javier Cámara) um die Tanzschülerin Alicia. Auch die liegt im Koma. Rein und schön liegt sie in ihrem Bett. Hingebungsvoll wäscht sie Benigno Tag für Tag. Dabei erzählt er ihr alles, was er erlebt. Als Alicia (Leonor Watling) kurz darauf schwanger wird, fällt der Verdacht auf den Pfleger Benigno.

"Sprich mit ihr" beschreibt eine Sehnsucht, die überdauert, obwohl sie nicht erwidert wird. Um diese Sehnsucht kreisen auch die Rückblenden und Träume, in denen wir zum Beispiel eine virtuelle Biographie der verhinderten Paare erleben. Einfühlsam und mit originellen, oft beeindruckenden filmischen Einfällen erzählt Almodóvar die Geschichte.

Der Spanier Pedro Almodóvar wurde in den 80-er Jahren durch Filme wie „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“ (1987) und „Fessle mich“ (1989) berühmt. Seine letzten Filme waren „Carne tremula“ (1997) und „Alles über meine Mutter“ (1999). Waren seine früheren Filme eher schrill und grotesk, so hat sich Almodóvar mit seinem neuen Film bravourös ein neues Genre erobert: das Melodram. Mit „Sprich mit ihr“ ist ihm ein filmisches Meisterwerk gelungen.

Außerdem neu im Kino: "Der Anschlag"



Text: @hc
Bildmaterial: FAZ.NET, Tobis

 
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