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Action-Spektakel mit Zukunft: „Terminator 4“

Von Verena Lueken

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03. Juni 2009 Der Todestrakt eines amerikanischen Gefängnisses im Jahr 2003. Der Mörder Marcus Wright (Sam Worthington) soll hingerichtet werden. Eine kahle, krebskranke Ärztin (Helena Bonham Carter) will seine Organe. Wir sind mittendrin in einer Welt der Klone und Mensch-Maschinen-Wesen, in der verbrecherische Firmen vorbereiten, was dann kommt.

2018 zum Beispiel. Da liegt die Welt beziehungsweise das, was nach einem atomaren Vernichtungsschlag (dem „Tag der Abrechnung“, dem letzten „Terminator“- Film) von ihr übrig ist, unter stahlgrauem Himmel und regt sich nur hier und da. Es gibt in Kalifornien ein paar Rebellennester, Menschen, die überlebt und sich bewaffnet haben, und eine Kommandozentrale im U-Boot. Kämpfen müssen sie gegen die Maschinen von Skynet, einer künstlichen Intelligenz, die ein Bewusstsein auch von sich selbst entwickelt hat und Terminatoren über die verbrannte Erde schickt, um der letzten Überlebenden habhaft zu werden. Und jetzt stellt sich natürlich die Frage: Wer erlöst hier wen von was, wie es der Titel „Terminator - Die Erlösung“ verspricht?

Man vermisst Schwarzeneggers Witz

Mit dem Warten auf die Antwort kann man den Rest des Films, der mit deutlich unter zwei Stunden Laufzeit unsere Geduld nicht leichtfertig auf die Probe stellt, ganz gut rumbringen. Denn anders als in den ersten drei Folgen der „Terminator“- Saga ist das, was dann geschieht, erstaunlich unterkomplex. Die Trilogie lebte ja von ihren verwickelten Zeitenfolgen, davon, dass aus der Zukunft Terminatoren in die Gegenwart kamen, um zu verhindern, dass aus John Connor später einmal der Rebellenführer wird, der Skynet möglicherweise besiegen könnte. Im aktuellen Film sind wir in der Zukunft angekommen. Connor, den Christian Bale mit nahezu unbewegter Miene stumm oder schreiend spielt, ist ein erwachsener Mann, allerdings noch nicht der Anführer der Rebellen, damit Raum für eine Fortsetzung bleibt.

Ein kleiner Rest der alten Geschichte rankt sich um Connors Vater, der hier noch ein Teenager ist und von seinem Sohn gerettet werden muss, damit er das zeugungsfähige Alter erreichen kann. Und statt Arnold Schwarzenegger, dessen Witz man hier sehr vermisst, oder Robert Patrick, die in den ersten beiden Filmen nackt aus der Zukunft bei uns landeten, um die Geburt John Connors zu verhindern, haben wir hier Marcus Wright, den Totgeglaubten, der plötzlich schlammverschmiert in der Wüste steht.

Noch suchen die Rebellen den Schalter

Aber die ersten „Terminator“-Filme lebten ja nicht nur von ihren Zeitreisen, sondern auch davon, dass die Welt, die auf schreckliche Ereignisse zulief, ohne sich dessen bewusst zu sein, unsere Welt war. In der „Erlösung“ ist diese Welt untergegangen, und wir erkennen nichts wieder. Dass die Trümmerlandschaft einmal Los Angeles gewesen sein soll, muss einem erst gesagt werden. Vom Leben der Rebellen wiederum, bei denen man sich schon fragen kann, warum ihnen Radioaktivität nicht schadet und was sie eigentlich essen, erfahren wir nahezu nichts. Erzählerisch ist die „Erlösung“ eine Katastrophe.

Nicht aber als Action-Spektakel. Natürlich kann man sich fragen, warum einer künstlichen Intelligenz für den Kampf im Wasser nichts Besseres einfällt als Seeschlangenroboter, die man besiegen kann. Vom Filmischen her aber sind sie natürlich sehr effektiv. Dasselbe gilt für einen Trupp Motorradkämpfer, die irgendwann aus einem Fluggerät fallen und mit ihren Motorrädern einen Lastwagen ganz schön in Verlegenheit bringen. Jede Maschine, heißt es einmal, hat einen Knopf zum Ausschalten. Noch suchen die Rebellen, wo der Schalter ist.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Sony Pictures

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