Video-Filmkritiken

Kino

Ohne Haltung: Bertrand Taverniers „Holy Lola“

Video in voller Größe

Film-Kritik: Jacques Gamblin und Isabelle Carré in "Holy Lola"

18. August 2005 Früher hat der französische Regisseur Bertrand Tavernier nicht bloß interessante Stoffe verfilmt, sondern interessante Filme gemacht. Heute läßt er ein kinderloses Paar nach Kambodscha fahren, um ein Kind zu adoptieren.

Und wie er das Paar auf seinen Kinderwunsch reduziert, ohne sonst etwas Nennenswertes über es mitzuteilen, so reduziert er das Land auf Korruption, Schmutz, Armut und ein paar Ansichten aus dem Fernreiseprospekt. „Holy Lola“ irrt zwei zähe Stunden lang durch Behörden, Dörfer und Waisenhäuser, und Tavernier findet dabei weder eine Haltung zu seinen Charakteren noch zum Adoptionstourismus noch zu einem Land, das ja mal eine französische Kolonie war - was dann natürlich auch schon wieder für eine ganz bestimmte Haltung sorgt.



Text: pek., Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 14.08.2005, Nr. 32 / Seite 28
Bildmaterial: FAZ.NET mit Material von Prokino (Fox)