Filmkritik: Karl Markovics in „Die Fälscher”
22. März 2007 Sieben Nominierungen für den deutschen Filmpreis, das ist bestimmt kein schlechtes Omen für den Kinostart von Stefan Ruzowitzkys Film Die Fälscher, der auch schon auf der Berlinale lief und von einer Aktion der Nazis erzählt, die im KZ Sachsenhausen eine Sondereinheit von Gefangenen zusammenstellten, um sie falsche Pfund- und Dollarnoten produzieren zu lassen.
Karl Markovics spielt das Fälschergenie, das nur am eigenen Überleben interessiert ist, August Diehl das aufrechte Gegenüber, das an Widerstand um den Preis des eigenen Lebens glaubt. Den Raum zwischen den beiden nutzt der famose Devid Striesow für eine furchterregend ambivalente Darstellung des SS-Mannes, dem die Fälscherwerkstatt untersteht.
Spektakulärer Stoff, verspielt
So einladend aberwitzig der Plot klingt, so konventionell sieht der Film aus: entsättigte Farben, karge Lagerräume und ein Personal, das kaum je über die grobe Typisierung hinauskommt. Stefan Ruzowitzky tut zu wenig, um dem spektakulären Stoff eine spannende Form zu geben.
Nach einer Stunde hat der Film seinen Spannungsbogen verloren: Alle Positionen vom Überlebenkünstler über den Kommunisten und den Mitläufer bis zum sadistischen Aufseher und sinistren Kommandanten sind geklärt, die Konflikte sind ausgetragen - und so schleppt sich das Ganze ein wenig ermattet der Befreiung entgegen.
Text: pe./malt.; Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 18.03.2007, Nr. 11 / Seite 34; F.A.Z., 12.02.2007, Nr. 36 / Seite 35
Bildmaterial: universum film