Von Holger Christmann
17. Oktober 2002 Mancher hat sich wahrscheinlich schon im Kino gefragt, wie die Partner von Filmstars damit umgehen, wenn ihre Liebsten auf der Leinwand jemand anderes küssen oder noch intimer werden.
Können Schauspieler und ihre Partner Privatleben und Beruf so weit auseinanderhalten, dass sich die Schauspieler nicht in ihre Filmpartner verlieben und die Partner zuhause nicht vor Eifersucht wahnsinnig werden? Erstaunlich genug, dass dieser Stoff erst jetzt vom Kino entdeckt wird.
In "Meine Frau, die Schauspielerin" spielt Yvan Attal, der auch Regie geführt hat, den Sportreporter Yvan, der mit dem Leinwandstar Charlotte (gespielt von Charlotte Gainsbourg) verheiratet ist. Charlotte hat es gut mit ihm. Denn er ist überhaupt nicht eifersüchtig. Bis ihn die ständigen Nachfragen seiner Bekannten, warum er denn nicht eifersüchtig sei, verunsichern. Plötzlich fällt ihm auf, dass sich niemand für ihn interessiert, alle nur für seine Frau. Er fängt an, sich Fragen zu stellen, und nach einiger Zeit erscheint ihm jeder Typ, der seine Frau anspricht, als gefährlicher Nebenbuhler - selbst der onkelhafte Mime John. Das geht soweit, dass Yvan völlig die Nerven verliert und ihr bei den Dreharbeiten nachspioniert.
Die wunderbare Charlotte Gainsbourg
"Meine Frau, die Schauspielerin" ist Frankreichs erfrischende Antwort auf Notting Hill mit Hugh Grant und Julias Roberts. Während Hugh Grant es kaum glauben kann, dass er einen Star trifft, schildert der französische Streifen, wie es ihm ergangen wäre, wenn er mit Julia Roberts zusammengeblieben wäre. Notting Hill beschwört den Traum von Ruhm und Reichtum, Antals Films zeigt, wie die Geschichte realistischerweise weitergegangen wäre.
Der Film ist eine bezaubernde Komödie mit viel Situationskomik. Die wunderbare Charlotte Gainsbourg verleiht dem Film ungemeinen Charme, aber auch Yvan Attal spielt seine Rolle als leidender Ehemann eines Stars sehr überzeugend.
Text: @hc
Bildmaterial: Concorde, FAZ.NET
