Von Peter Körte
21. Juni 2006 Wer sich in ein Genre begibt, der sollte sich dafür nicht entschuldigen müssen, und wer dann doch sein schlechtes Gewissen nicht los wird, der endet so wie die Österreicherin Jessica Hausner: in der brillant fotografierten Stilübung, die sich geniert, ein ganz normaler Psychothriller zu sein.
Eine junge Frau (Franziska Weisz) arbeitet an der Rezeption im Waldhaus, fern der Stadt. Seltsame Dinge geschehen, und sie erfährt, daß ihre Vorgängerin spurlos verschwunden ist. Die Gänge in Hotel erinnern an Kubricks Shining, der Swimmingpool an Tourneurs Cat People, alles erinnert vage an irgend etwas, nur was er selber will, daran kann der Film sich vor lauter akademischem Dekonstruktionseifer nicht erinnern.
Text: pek / Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 18.06.2006, Nr. 24 / Seite 32
