Alleinerziehende sind besonders gefährdet, in Armut abzurutschen

Studie: Viel mehr Arme im Jahr 2020

McKinsey warnt vor Verfall der Mittelschicht

Die von den Parteien umworbene Mittelschicht schrumpft immer stärker: Bis zum Jahr 2020 werden nach einer McKinsey-Studie nicht einmal 50 Prozent der Bevölkerung noch ein Einkommen auf Durchschnittsniveau haben.

Lesermeinungen zum Beitrag

07. Mai 2008 20:24

Gehören Sie noch zur Mittelschicht? Die 25.000-Euro-Frage!

Harald Wozniewski (Limpy)

95% der Bevölkerung gehören längst nicht mehr zur Mittelschicht. Wenn Sie zur Mittelschicht gehören, dann haben Sie unter anderem eine mittlere Kaufkraft. Kaufkraft ist nichts anderes als Geld, also das, was wir zum Bezahlen benutzen. Wie hoch ist nun aber eine mittlere Kaufkraft? Die Deutsche Bundesbank veröffentlicht die akuelle Geldmenge in ihren Monatsberichten. Nach dem Monatsbericht März 2008 betrug die Geldmenge M1 im Januar 2008 960,6 Mrd €. Die Geldmenge geteilt durch die Zahl der Haushalte (39767000) ergibt eine durchschnittliche Kaufkraft pro Haushalt von 24086 €. Bei diesem Betrag handelt es sich nicht um ein Monats- oder Jahreseinkommen, sondern um das in dieser Sekunde vorhandene Geld. Zählen Sie also einmal in Ihrem Haushalt zusammen: Ihr aktuelles Bargeld und (falls vorhanden) Ihr aktuelles Guthaben auf Ihrem Giro- oder Tagesgeldkonto. Kein Sparkonto, kein Termingeld, keine Wertpapiere oder Ähnliches! Wenn Sie ein Unternehmen besitzen, dann zählen Sie auch das Geld dieses Unternehmens hinzu — bei Anteilen an einem Unternehmen nur den auf Sie entfallenden Anteil! Wenn Sie also zur Mittelschicht gehören, dann verfügt Ihr Haushalt in dieser Sekunde ungefähr über 24086 €. Mehr unter "Die 25.000-Euro-Frage" .

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07. Mai 2008 15:47

McKinseys Legendenfabrik

Michael Hesemann (mhese)

Warum ist es der FAZ einen Artikel wert, auf eine derartig einseitige Studie hinzuweisen ? Ist die Macht der Beratungsunternehmen+Wirtschaftslobby so gewaltig, dass man sich der kostenlosen Werbung für die McKinsey-Legenden-Fabrik nicht entziehen konnte ? Zum Inhalt: Richtig ist, dass der Mittelstand zurückgeht und seit 20 Jahren eine Umverteilung nach oben stattfindet. Dies wird wirtschaftlich politisch herbeigeführt nicht zuletzt durch die Beratungsfirmen und Industrielobbyisten mit Bestechnungsgeldern, Abstellung sogenannter Experten für Ministerien, Ankauf von Exministern, ... und solchen Pseudostudien. Ohne die von der Industrie durchgesetzte Umverteilung nach oben würde selbst bei Nullwachstum alles beim alten bleiben. Jeder behält eben seinen Anteil. Nur wir hatten in den letzten 20 Jahren kein Nullwachstum, sondern eines von über 50%. McKinsey wünscht sich nun ein einseitiges Wachstum bei Auto, Handy, Reisen - alles was im veralteten BSP so messbar ist- mit allen seinen ökologisch- menschlichen Folgen. McKinseys Trick: mit dem Wachstum ließe sich die eigentlich vorgenommen Umverteilung geschickt kaschieren und abmildern. Dabei sollte doch laut früherer Studien die Umverteilung nach oben das Wachstum schaffen.

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06. Mai 2008 14:05

Die eigene Fantasie bemühen

Herold Binsack (Devin08)

Drei Prozent würden ausreichen, 2,99 schon nicht mehr! – das genau ist die Magie, die uns „Bürger“ (nach dieser Definition zählt ja fast jeder zur Mittelschicht und damit zum Kern des Bürgertums!) – zu retten verspricht. Ein modernes Orakel, das uns hier mal direkt vom Olymp herab gesendet wird. Und die (Götter-)boten heißen Mc Kinsey, Berger und Co. Und so wie einst der Bote aus der Antike, namens, Hermes, sich selbst befruchtete, nämlich als Hermaphrodit, so erscheint auch dieses als eine sich selbstbefruchtende Weisheit. Nur was bringt uns das, wenn es mit der Weisheit „an sich“ bei Mc Kinsey und dem Rest der Gilde nicht besonders zu sein scheint. Denn auch hier, wird nicht hinterfragt, wie es mit der Qualität eines solchen Wirtschaftswachstums bestellt ist, von dessen Quantität man nur weiß, dass sie bei etwa 4 % liegen soll(te). Welche Wirtschaft – und zu wessen Lasten – wächst da denn? Eine fruchtbare, also arbeitsplatzschaffende vielleicht gar, oder eher die unfruchtbare, nämlich die, welche in Massen Arbeitsplätze vernichtet. Hierzu schweigt das Orakel in bekannter Manier, denn Orakel sind so wenig erschöpfend wie selbsterklärend. Der das Orakel Belauschende muss halt die eigene Fantasie bemühen.

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05. Mai 2008 11:03

Mittelschicht wovon ?

Robert Schrey (etiterum)

Bevor man fragt, wo die Mittelschicht bleibt, muß man erst mal fragen, worauf sich diese Mitte eigentlich bezieht. Vielleicht ändert sich ja nur das Bezugssystem. Z.B. werden Automobile heute für einen mehr oder weniger deutlich definierten Weltmarkt produziert, für den globalen Durchschnittsverbraucher.

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05. Mai 2008 10:47

da gehts lang

Karl Mielke (karo02)

Eine empirische Studie zieht meistens ein Für und Wider mit sich, zeigt aber doch im besten Falle an, in welche ( gesellschaftliche ) Richtung es geht. Seit mehr als 10 Jahren arbeiten unsere Highperformer in Staat und Ökonomie am Projekt der Entsolidarisierung. Das kann doch also nicht der falsche Weg sein. Weiter so.

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05. Mai 2008 09:49

Ich auch

Günter Blümel (guenterbluemel)

70 - 150 % Prozent vom Durchschnitt wachsen mit dem Durchschnitt mit, egal ob 1 % oder 3 oder 5. Das Probelm liegt wohl eher in der Umverteilung von der Mitte zu den Enden. In der DDR waren nach der Definition vermutlich so ziemlich alle in der Mittelschicht. Mitte an sich ist wohl nicht der entscheidende Wert. Ich habe aber den unguten Verdacht, dass in unserem globalen Wettrudern das Deutsche Boot im wesentlichen von der gut ausgebildeten, fleißigen und tatkräftigen Mittelschicht auf Tempo gehalten wird. Eine Schwächung zugunsten der Transferempfänger und Geldsäcke muss da nicht unbedingt die beste Entwicklung sein. Aber die Politpropaganda kümmert das erst, wenn die meisten Wähler beim gelegentlichen Kreuzchenmachen danach zu handeln beginnen. McKinseys Warnung ist daher ein Fortschritt.

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05. Mai 2008 08:23

Wo die Mittelschicht aufschlägt und wo sie auch bleibt

Annette Lotz (Anlo)

ist dann Hartz IV. Dort arbeiten dann Ingenieure und Betriebswirtschaftler als Putzfrauen und Kellner und werden bestenfalls zu Aufstockern, statt in ihrem Beruf sinnvoll und wettbewerbsfähig weiterqualifiziert zu werden. Damit fallen sie dann kurzfristig aus der Statistik, doch bleiben sie langfristig auf Hartz IV angewiesen, je länger sie vom reguläreren Arbeitsmarkt weg sind. Den Steuerzahler kostet das dann noch mehr Geld, weil Hartz IV mittelfristig nicht richtig hilft und die ganzen Maßnahmen einen riesigen Verwaltungsapparat beanspruchen. Hätte man schon zu Schröders Zeiten auf Weiterbildung gesetzt, am besten dual in Kooperation mit der Wirtschaft, dann stürbe die Mittelschicht nicht ab. Die Kinder werden in diesem System ebenfalls verarmt. Schenkt die Oma ihnen 100 Euro zum Geburtstag, gilt das als Einnahme für die Familie und sie bekommt diesen Betrag vom ALG gekürzt. Machen sie mal einen Ferienjob, dasselbe. Bis die Wirtschaft mal wieder anzieht, ist die ehemalige Mittelschicht schon längst prekarisiert. Das Ende vom Lied wird sein: ALG wird massiv gekürzt, da nicht mehr finanzierbar, Fachkräfte fehlen weiterhin. Und alles nur, weil das Geld für Unsinn verplempert wurde, statt bei Zeiten solide investiert zu werden.

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05. Mai 2008 03:38

McKinsey ...

Frank Geiser (geiser123)

... und Konsorten sollte man in den Knast stecken. Erst wird McK und Co von Hans und Kranz angeheuert zum wegrationalisieren der Belegschaft. Dann werden vom selben Konzern Heulstudien aufgestellt in dem die Mittelschicht bedauert wird. Uebrigens, ... wie kann 25.000 Euro noch zur Mittelschicht zaehlen? 50.000 .-DM waren mal Mittelschicht, 25.000 Euro zaehelen dank Inflation und Abzocker zur Unterschicht.

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04. Mai 2008 23:46

Abgeschrieben...

Christopher Kern (ChristopherKern)

Die Situation die bevorsteht ist seit mehreren Jahren absehbar. Die Manager von McKinsey beschreiben doch nichts anderes, als die wirtschaftliche Lage der USA 1973/74 - wo gab es da noch einen Mittelstand! Workers oder UpperClass, dazwischen nichts - oder so gut wie nichts. Für einen Besucher allein schon darin abzählbar, wieviel mittelständige Wohngebiete damals unbewohnt waren. Demnach befinden sich aller Amerikaner heute in der UpperClass. Das sollte man uns auch gönnen! Quatsch! Natürlich gibt es heute wieder einen Mittelstand in den USA. Die Befreiungsschläge hierzu waren wirtschaftliche Deregulierung - das erzähle man einem deutschen Steuerbeamten, oder dessen gesetzlicher Vertretung. Strafbehören sollten es hier genauer nehmen: Eltern haften für ihre Kinder...

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04. Mai 2008 22:12

Der große Denkfehler der McKinseys

Paul Rabe (heidelpaul)

Mc Kinsey geht in seiner Studie davon aus, daß die Wirtschaft wächst, also mehr(!) Volkseinkommen erzeugt wird aber trotzdem die Zahl der Menschen deren Einkommen sinkt ansteigt. Das bedeutet natürlich, daß sie implizit davon ausgehen, daß es in Zukunft eine noch größere Ungleichverteilung gibt. Das wachsende Volkseinkommen wird nach dieser Studie also an immer wenige (Reiche...) verteilt, was zur Folge hat das die Mittelschicht abstürzt. McKinsey begeht den großen Denkfehler ihre eigene Ideologie, welche eine solche Ungleichverteilung propagiert, als Axiom für die Analyse zu setzen. Es gibt in einer Demokratie aber durchaus politische Möglichkeiten diese Art der Ungleichverteilung zu ändern, also dafür zu sorgen, daß ein absolut wachsendes Volkseinkommen allen Bürgern zu Gute kommt und eben nicht nur den oberen 10.000. Ja es gibt sogar die Möglichkeit die Mittelschicht vor dem Absturz dadurch zu sichern indem man von den oberen 10.000 wieder in die Mitte zurück verteilt. Aber dafür wird McKinsey natürlich nicht bezahlt...von wem wohl ?

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04. Mai 2008 20:49

Es kommt der Tag . . .

Max Schulz (maxi04)

Der Absturz der Mittelschicht ist von unserer politischer Elite so gewollt. Denn keine der etablierten Parteien tut etwas dagegen. Die politisch Kaste greift dem Bürger Jahr für Jahr mehr in die Tasche um ihren eigenen Erhalt und den Reichtum der Reichen zu sichern. Das wird nicht ewig so gehen, extreme Parteien, primär die Linken werden an die Macht kommen und hoffentlich den Bürgern das zurück geben was Regierungs- und Staatsbeamte und die vermögende Schicht ihnen in Jahrzehnten gestohlen hat.

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04. Mai 2008 19:06

Worauf wartet die FDP noch?

Wilhelm Friedrich (WillyF)

Seit Wochen ist das Thema der Verarmung der Mittelschicht in aller Munde. Jeder weiß, dass wir dieses Phänomen der arbeitnehmerfeindlichen Steuer- und Strukturpolitik von CDU/CSU und SPD zu verdanken haben. Man wartet seit geraumer Zeit mit Spannung auf eine Oppositionspartei, die dieses brandheiße Eisen für sich entdeckt und als Wahlkampfthema nutzbar macht. Aber die Westerwellesche FDP scheint weiter vor sich hin zu schnarchen und von besseren Tagen zu träumen, die wahrscheinlich nie kommen werden, weil die FDP seit Jahren die Zeichen der Zeit nicht mehr erkennt. Werdet endlich wach, liebe Funktionäre von der FDP und tut was für den Mittelstand! Die arbeitende Bevölkerung, die die Hauptlast der Steuern trägt, aber immer weiter zugunsten von Transferleistungsbeziehern gemolken werden soll, wird´s Euch danken. Und wählt endlich einen Vorsitzenden, der sich solche Vorlagen nicht entgehen lässt, wie sie momentan die desolate Politik von Schwarz/Rot am laufenden Band bietet. Noch ist genügend Zeit!

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04. Mai 2008 17:41

In meinem nächsten Leben

Torsten Klier (TorstenKlier)

werde ich Studienmacher. Es gibt (außer Lottogewinn) wohl keine andere Möglichkeit, ohne Arbeit viel Geld zu kassieren. Da fragt man sich was passiert, wenn immer weniger Menschen arbeiten und immer mehr von Transferleistungen leben, wenn ein immer größerer Anteil der Menschen bildungs- und arbeitsunfähig ist? Die „Studie“ kam zu einem Ergebnis, dass ja nun so gar nicht vorhersehbar war: Es wird weniger produziert, also weniger verdient. Wahnsinn! Ohne die Studienmacher von McWasweisich hätten wir uns das gar nicht denken können. Aber wir wollen nicht nur meckern. Eine Vorschlag für die Beseitigung des Problems (auf McXYZ-Niveau) hätte ich schon parat: Wir installieren in jeder Gemeinde eine Mittelstandsbeauftragtin.

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04. Mai 2008 16:02

Verteilung

Stephan Theiss (stephantheiss)

Warum bitte benutzt bloß jeder zur Beschreibung einer statistischen Verteilung immer nur eine oder zwei Kennzahl(en)? Die kann man dann so schön geschickt wählen, daß es der eigenen Interpretationsabsicht (oder der des Auftragsgebers) paßt. Ein bißchen ehrlicher wäre ein simpler Plot des Histogramms...

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04. Mai 2008 14:39

Wundersame Erkenntnisse

Irene Henning (Ganzweitvorn)

Das ist eine grandiose Leistung McKinseys, die uns mit vielen Worten erklären, daß man mehr Geld hat, wenn man mehr Geld hat. Dabei ist es ganz einfach: Reagan hat es vorgemacht, die CSU propagiert es: Den Mittelstand entlasten, dann floriert die Wirtschaft, dann floriert der Mittelstand. Aber unsere sozialistischen Armutsverteiler von CDU über SPD bis zu den Wirtschaftsweisen der DDR-erfahrenen Linken heulen sofort auf, sprechen von Steuergeschenken, wenn die Mittelschicht weniger ausgeplündert werden soll. Man kennt nur Belastung, Belastung, Belastung. Neueste Beiträge aus unserer Mittelstandsfeindlichen Regierung: Ministerin Schavan will ostdeutsche Universitäten stärker unterstützen, damit ... ! Wieder eine Umverteilungsbehörde, wieder staatliche Lenkung, wieder Geld, das nur von der Mittelschicht kommen kann. Oder wer zahlt Wowereits Kapitalistenhaß in Form der Schließung Tempelhof: die dumme Mittelschicht. Wer zahlt den Soli, der im Osten versickert: die dumme Mittelschicht. Wer zahlt die unterbleibende richtige Privatisierung der Bahn, damit Reisen billig werden kann wie einst bei Privatisierung der Post/Telekom? McKinsey sollte lieber untersuchen, warum die Mittelschicht wählt, was sie ausraubt und kaputt macht.

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