
Das wird den nun arbeitslos werdenden Bauarbeitern nichts nützen, sie im Gegenteil eher ärgern. Aber Wahrheit ist doch: In Deutschland bauen wir wie die Wilden Wohnungen und Eigenheime, im Westen seit fast 60 Jahren, im Osten auch, aber im großen Stil seit der Wende. Und das bei einer schrumpfenden Gesellschaft. Ich frage mich, für wen werden diese ganzen Wohnungen eigentlich gebaut? Haben wir langsam nicht mal genug davon? Wollen wir auch noch die letzten Grün- und Brachflächen bebauen und versiegeln? Die jetzige Krise ist, so denke ich, nur ein Vorläufer immer massiver werdender globaler Krisen. Und die Lektion, die wir weltweit zu lernen haben, heisst Bescheidung, nicht Expansion. Auch das wahn-witzige, aber scheinbar immer noch angebetete Paradigma, daß Wirtschaft nur bei ständigem Wachstum funktioniert, muß endlich einmal einer ökologischen, öko-nomischen und vor allem auch menschenwürdigen Einsicht weichen, daß eine ständig wachsende Wirtschaft die Menschheit und unseren Planeten unweigerlich zerstört. Ist denn nicht schon genug geschehen, sind die globalen Katastrophen nicht schon bedrohlich genug? Ist unsere Gesellschaft auf kollektiven Suizid pro-grammiert? Dann weiter so, ansonsten gilt: Radikaler Umbau der Wirtschaft!

Jede politische Entscheidung hat die Krise immer mehr begünstigt. Warum geben sich jetzt alle so überrascht? Die Niedriglohnpolitik, die Lockerung des Leiharbeitergesetzes, die Hartz-Gesetze und die Streichung der Wohnbauprämie waren doch die Vorboten dieser Rezession. Staatliche Gelder wurden nur noch dazu genutzt die Gewinne für marode Firmen zu erhöhen oder die Abwanderung in andere Lände zu finanzieren. Die Politik hat sich schon vor Jahrzehnten in die Hände der Wirtschaft begeben und lies sich von dieser in allen Lebenslagen einseitig beraten, obwohl sie Volksvertreter sind. Sie gehorchen/gehorchten ihrem Gewissen, das den wirtschaftlichen Egoismus stand. Heute geben sie sich als entsetzte Unwissende, obwohl sie uns unter naivster Gutmenschenmanier für ein bisschen Anerkennung und Einladungen zu Banketten verschenkten. Ihre zerstörerische Arbeit entlohnten sie sich selbst mit ständig steigenden Diäten und Sonderzahlungen, damit sie mit ihren neuen Freunden in der Wirtschaft mithalten konnten. Unser Wirtschaftssystem hat keinerlei ethische Werte. Der Sinn uns Zweck unseres Wirtschaftens besteht nur noch darin, den anderen zu verarmen. Wir brauchen keine Reformen, sondern neue Ideen.

Man sollte annehmen, daß sich die entsprechenden Fachministerien auf Landes- und Bundseben bei der Veränderung (steuerlicher) Förderung etwas gedacht haben. Wenn ein (verweisender) FAZ-Artikel eine "gigantische Leerstandswelle" prognostiziert, kann man umgekehrt keine größere Nachfrage beim Wohnungsbau erwarten. Der Fokus ist (längst ?) vom Neubau zu Instandsetzung/Modernisierung bestehender Immobilien abgewandert. Es ist mE weniger die Frage, ob sich der EFH-/ZFH-Neubau "erholt" (das wird er nicht fundamental), sondern wann der Modernisierungsrückstau, der große Teile des WESTdeutschen Wohnungsbestandes betrifft, abgebaut wird - zumal meiner Meinung nach weit unzureichend die Nachfrage sowohl nach hochwertigen als auch nach altersgerechten city-nahen Mietwohnungen gedeckt wird.

erreicht regelmäßig seinen Höhepunkt gegen Ende eines Wirtschaftszyklus - vornehmlich wegen der zunächst abzuwartenden guten Zahlen für eine Investitionsentscheidung sowie der längeren Vorbereitung der Baumaßnahme. Kein Wunder daher, daß die Zahl der Genehmigungen am Zenith steht. Also wird es schon wieder runter gehen mit den Fabrikbauten, nachdem nun die Wirtschaftsflaute eingetreten ist. Man kann nur hoffen, daß der Leerstand nicht allzulange dauern wird. Denn das schadet zunächst vor allem der Bausubstanz.