
Wenn ich vor etwas in dieser Welt Angst habe, dann vor Leuten wie Ihnen. Schier unausrottbar erscheint dieser Idealismus, der mit simpelen Rezepten stets die Welt verbessern will, und doch stets, sofern er zur politischen Macht erstarkt, die blutigsten Gewaltorgien und bittersten Verelendungen in seinem Machtbereich verursacht. Keine 20 Jahre ist es her, daß nicht nur die Mauer in Berlin, sondern auch die der Stasi-Gefängnisse fielen - und schon werden diejenigen, die diese Mauern errichteten, schon wieder gewählt und kommen für eine geschichtsvergessene Sozialdemokratie sogar ernsthaft als Koalitionspartner in Frage. Anstatt die tatsächlichen Verhältnisse zur Kenntnis zu nehmen, läßt man sich von sozialethischen Postulaten berauschen und übersieht nur allzu geflissentlich, daß diese Postulate ausschließlich denen nützen, die sie verkünden, um Wähler hinter sich zu scharen. Was wir derzeit erleben, ist alles andere als eine Krise "des Kapitalismus", sondern der Zusammenbruch der sozialpolitisch inaugurierten Papiergeldblase, und wenn es eine Gier zu geisseln gilt, so ist es nicht die von Managern, Unternehmern und anderen liebgewordene Feindbildern, sondern die der Politiker - an erster Stelle die der Linken.

Nein wirklich, die Welt geht beim Untergang dieser "deutschen Wirtschaft", wie wir sie nun erleben, wirklich nicht unter. Untergehen werden (HOFFENTLICH) 1 Mio "Arbeitsplätze", die im Billigstlohnbereich entstanden sind. Und die von einer "deutschen Wirtschaft" geschaffen wurde, die sich einen Dreck um das eigene Land schert, die die Mitarbeiter für lästige Geldempfänger betrachtet, in der es Usus ist, zu sagen:"Wenn Du nicht die x-te Schicht zusätzlich+umsonst arbeitest, da ist die Tür", die die Deutschen auspresst, und den unbegrenzten Zuzug von unqualifizierten Ausländern fordert, um das Sozialsystem endlich zum Platzen zu bringen, damit die Deutschen endlich durchgehend für 3 Euro/h arbeiten müssen. Sagen Sie mir, was schlecht daran wäre, sollte diese Wirtschaft Haarausfall bekommen! Diese Wirtschaft, die braucht Deutschland nicht, im Gegenteil! Vielleicht lässt sich aber auf ihren Ruinen etwas anständiges schaffen, wo Manager international denken und national handeln. DAS wäre dann doch mal was!! Ich sage deshalb noch einmal: Wenn die zynische Wirtschaft der BRD gerupft wird und Manager und Bosse "nackt" sind, ist ein gutes werk getan. Habt Mut und keine Angst davor.

Es tut mir ja leid, aber so etwas Groteskes habe ich schon lange nicht mehr gelesen: es macht doch nichts, wenn die Wirtschaft untergeht !? - Es ist grausam, in einem Land leben zu müssen, in dem man seine Mitmenschen darauf hinweisen muß, daß "die Wirtschaft" nichts anderes ist als das Bemühen von Menschen, nicht zu verhungern und zu verdursten,und ein Dach überm Kopf zu haben. Ökonomie ist das Sein des Menschen in der Welt - nicht mehr und nicht weniger. Alles andere ist in marxistischer Diktion ein Überbau, ich selbst sage lieber Wolkenkuckucksheim dazu. Auch wenn man nicht auf Autos, Geld und geile Weiber steht, wie man es "dem Kapitalismus" gerne nachsagt, sondern auf Solidarität, Liebe, Natur und sonstige "Nachhaltigkeiten" , sollte man gelegentlich daran denken, daß menschliches Leben ohne Wirtschaft ausserhalb des Gartens Eden schlicht unmöglich ist. Wie diese Wirtschaft organisiert ist, ist eine andere Frage, über die man auch trefflich debattieren kann - aber ihre existenzielle Notwendigkeit generell im Frage zu stellen, zeigt nur, daß die Pisa-Studie noch lange nicht das ganze erschreckende Ausmaß des Bildungselends in unserem Lande aufgedeckt hat.

Die Wirtschaft ist nicht für die Gesellschaft da, sondern für die, die an der Wirtschaft teilnehmen. "Die Gesellschaft" ist ein unproduktiver Verbraucher: Beamte, Politiker und sonstige Schwätzer, die sich gleichwohl anmaßen die Wirtschaft staatlich steuern zu wollen. Sie faseln von sozialer Gerechtigkeit (oder ~ Verantwortung), Klimawandel und was weiß ich - und mischen sich überall "steuernd" ein. Der Intellektuelle ist ja der, der sich einmischt (Sartre). Die Phrasen der linken "Kapitalismuskritik" sind ja so eingängig und so einfach, daß sie jedem Deppen einleuchten - und daher hervorragend geeignet, Wahlen zu gewinnen. Die Einsicht dagegen, daß es "die Gesellschaft", "die Politik", der Staat ist, der das kommende Desaster durch seine zur Papiergeldblase angeschwollene Dauerinflation angerichtet hat, bedarf ökonomischer und historischer Bildung - und die ist nicht vorhanden. Es droht nicht einfach "eine Rezession", sondern der Zusammenbruch des gesamten sozio-ökonomischen Systems einschließlich jener hypertrophen "Gesellschaft". Und am Ende haben wir dann wieder eine kommunistisch "demokratisierte" Zwangsverwaltungswirtschaft - oder ein neofaschistisches Regime - eines so erfreulich, wie das andere.

Ursprünglich war die Wirtschaft für die Bedarfsdeckung der Gesellschaft da. Die Nachfrage regelte das Angebot. Durch unbotmäßige Gier der Firmeneigentümer änderte sich dieses. Heute wird die Gesellschaft zur Gewinnmaximierung (Bedarfsdeckung) der Wirtschaft missbraucht. Dazu gehört seid neuestem auch der Wirtschaft durch willfährige Politiker Gesellschaftsvermögen in Form von Bürgschaften und Krediten zuzuschustern. Es ist doch merkwürdig, plötzlich ist das Geschrei nach einem freien Kräftespiel des Marktes verstummt.

Der Investitionsstau von 2002-2005 ist abgebaut, die Wirkung der Mehrwertsteuererhöhung ist verpufft, das war's zum Thema Aufschwung, zumindest für die Industrie. Statt sich auf eine Stärkung der Binnenmarktnachfrage zu verlegen hat man aber fleißig weiter am Exportgeschäft gewerkelt. Aber haben wir tatsächlich eine Krise? Wer heuer die Weihnachtsmärkte besucht, der ist erstaunt: Von Krise nichts zu merken. Die Leute geben mehr Geld denn je für nutzlosen Schnickschnack aus. Ok, es ist nicht mehr das teure Fläschchen Dior-Parfüm, nicht mehr die Gucci-Handtasche, halt mehr das lasergeschnittene Weihnachtsholzschnittpanorama aus dem Erzgebirge Made in Czeska, aber Glühwein wird in Massen konsumiert. Offensichtlich lässt sich dieser manisch-depressive Journaillismus nur noch im latenten Vollsuff ertragen. Das die Banken wenig gewillt sind, konsumgeilen Privatpersonen einen Kredit für den 140cm-LCD-Fernseher im Gegenwert eines Kleinwagens auszustellen, das zeugt doch irgendwo davon, das die wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt sind. Die Welt sollte ein ruhiges entspanntes Weihnachtsfest erlebe und für einen Tag Börsenheinis, Analystenspinner und "Chefökonomen" vor der Tür lassen. Dieses Pack zerstört jedes Feiertagsidyll.

Kreditklemme? Kreditklemme bedeutet doch wohl Geldklemme. Es ist doch aber noch nie so viel Geld vorrätig gewesen wie gegenwärtig. Immerhin konnte man damit den Ölpreis auf 150$ hieven, die VW-Aktie auf 1000 €, den Gold-Preis auf 1000$, und der Dachs hypervolatilitiert mal so eben um 10% am Tag - undsoweiterundsofort. Also, das Geld ist da. Nur wo? Wer hat es? Ich frage an dieser Stelle also nochmal was ich vor 3 Monaten schon einmal gefragt habe. Wozu brauchen wir eigentlich Banken? Wenn der Staat das Geld ohnehin rund um die Uhr druckt, kann man es auch auf direktem Weg an die "Bedürftigen" verteilen. So kommt das Geld wenigstens in Umlauf, anstelle bei irgendwelchen Dagoberts in irgendwelchen Geldspeichern zu verschimmeln. Banken verstaatlichen! Große Vermögen teilenteignen! Und ich wünsche noch einen allseits schönen Tag.

Wer sich geistig und sellisch abhängig gemacht hat von Geld, Konsum und kapitalistischen "Werten", der wird den oberen Text mit Schrecken lesen. Aklle anderen, für die Solidarität, Liebe, Natur und Moral an erster Stelle sthen, die lesen solch einen Text mit gleichgültigem Achselzucken. Die Welt geht nicht unter, wenn die Wirtschaft untergeht. Im Gegenteil: Es ist die Zeit, in der sich Menschen von kapitalistischen Unwerten, die ihnen nichts nützen, befreien können. In sofern: "Die schlechten Nachrichten häufen sich" - Es sind keine schlechten Nachrichten, sondern unwichtige. SO WHAT????????????????????????????

Die Politik, das heißt wir Bürger, müssen lernen, uns vom Diktat des wirtschaftlichen Wachstumszwangs zu emanzipieren. Im derzeitigen politischen Diskurs gilt die Erzeugung von Wirtschaftswachstum als das Ziel aller staatlichen und sozialen Tätigkeit schlechthin. Wir leben längst im Überfluß, und das nicht nur in Deutschland. Auch in Ländern wie Bulgarien oder Mexiko müsste längst niemand mehr hungern oder frieren -- und wenn doch, dann hat das nur politische Gründe und liegt nicht etwa am Mangel von Nahrungsmitteln. Gegen wirtschaftlichen Fortschritt und Vermögenswachstum ist ja nicht direkt einzuwenden -- aber der gesellschaftlichen Mehrheit, die von diesem Wachstum nichts hat, sollte es auch nicht weiter lästig fallen. Was wir brauchen ist eine vernünftige Regelung von Existenzgeld, die allen Menschen ein angstfreies Dasein in Würde ermöglicht, auch in wirtschaftlichen "Krisenzeiten" (die trotz allem Zeiten des Überflusses sind). Leisten können wir uns das längst.

Manche Sachverständige haben es schon immer gewusst: Die Gewerkschaften mit ihren exorbitanten Forderungen werden uns noch in eine schlimme Wirtschaftskrise treiben. Andere Sachverständige meinen, es habe eher etwas mit unverantwortlichem Verhalten auf dem Finanzsektor zu tun. Dabei hätten die Gewerkschaftssachverständigen uns und sich ja tatsächlich helfen können, wenn sie Alarm gemacht hätten gegen die realen Gefahren aus dem Finanzsektor. Nun werden sich im kommenden Jahr die schlechten Nachrichten häufen, auch und vor allem für Arbeitnehmer. Sachverstand bedeutet eben nicht, einen beschränkten Horizont zu haben, sondern etwas von einer Sache zu verstehen. Und dann muss man noch einen Grund haben, den Mund aufzumachen, was schnell sehr brutale Reaktionen hervorruft. Ganz am Ende setzt sich immer die Wahrheit durch und meistens reiben sich die geschickten Lügner dann die Hände. Es gibt viel zu tun.

Was macht Herrr Sinn eigentlich außer seinen Kopf in jede Talkshow, Zeitungsredaktion und Kamera zu halten? Arbeitet er noch wissenschaftlich oder nur noch als Medienonkel? Von mancher VLW Fakultät mit gutem Ruf, wird zudem ein auch etwas moderaterer Ton angeschlagen, bspw. Bonn oder Kiel. Nur finden diese derzeit in der Presse kein Gehör, ist halt nicht so populistisch und reißerisch.

wenn diese aus dem Winterschlaf erwachen, ist der Frühling nicht weit.......

Sachverständige heißen deshalb so, weil sie einen auf bestimmte Sachverhalte eingeengten Horizont haben (müssen). Dennoch dürfte Walter von der Deutschen Bank so Unrecht nicht haben. 4% Minus beim Wachstum in 2009 könnten drin sein - im worst case. Keiner von den Herrschaften kann allerdings hellsehen. Dann nämlich würden wir von ihnen nichts mehr hören, sie hätten es nicht mehr nötig. Natürlich ist alles, was sie so von sich geben, nur eine Ansicht von mehreren. Eigenes Denken und die damit stets verbundenen Risiken können sie niemandem abnehmen. Also dilettieren wir mutig weiter, viel schlechter sind wir auch nicht.

Wäre es in wirtschaftlich katastrophalen Zeiten, in denen "Freisetzungen" (mein Kandidat für das "Unwort des Jahres") scheinbar unumgänglich sind, nicht eine gute Idee, bei den Damen und Herren "Wirtschaftsweisen", "Chefökonomen", "Sachverständigen" anzufangen? Geht leider nicht, das weiß ich auch. Die meisten sind beamtet und haben das Recht, unkündbar Quatsch zu reden. Aber jetzt mal ernsthaft: Wer von diesen angeblich Sachverständigen hat die Entwicklung vorhergesehen? Wer hat gewarnt? Der (in guten Zeiten stets telegene) Professor Norbert Walter, seines Zeichens Vorzeigeökonom der Deutschen Bank, z.B.? Wüßte nicht. Aber jetzt zieht er die Stirn kraus und redet klug daher, als hätte er es immer schon kommen sehen. Danke, Professor Walter, jetzt weiß ich es auch. Wie kommen diese Leute dazu, jetzt schon wieder Prognosen zu stellen und Ratschläge zu geben? Sie haben ihre Unfähigkeit bereits hinlänglich unter Beweis gestellt. Sie sollten schweigen.